Wunstorfer Auepost

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Es gab noch nie einen erfolgreichen Bürgerentscheid in Wunstorf – der Auftakt zum jetzigen Bürgerbegehren könnte dies ändern. Aber die Bürgerinitiative hat bereits einen Fehler gemacht. Trotzdem ist der Weg weiterhin noch frei für den Bürgerentscheid zur Fußgängerzone.

Einen Arbeitskreis Innenstadt hat der Rat auf Wunsch der CDU schon beschlossen. Die Stadtverwaltung möchte das noch toppen: Auch für die Sanierung der übrigen City soll es ein Gremium geben – einen Beirat. Seit Jahresbeginn ist zudem im Rathaus der Sonderbeauftragte Alexander Stockum aktiv.

Einstimmig hat der Rat gerade einen Arbeitskreis Innenstadt beschlossen, da eröffnen die „Freunde der Innenstadt“ eine neue Protestrunde: Die zunächst lose Gruppe von Kritikern versteht sich inzwischen als Bürgerinitiative und will den Charakter der Innenstadt erhalten. Mit juristischer Hilfe soll ein Bürgerbegehren gestartet werden.

Gravierende Meinungsverschiedenheiten in zentralen Fragen der Kommunalpolitik haben den Verlauf der letzten Ratssitzung in 2025 bestimmt. Allein die Feststellung der Tagesordnung nahm 20 Minuten in Anspruch. Die Ratsherren Bredthauer (SPD) und Uebelmann (CDU) scheiterten mit ihren Anträgen, den Beschluss zum Hallenbad-Projekt zu vertagen. Der Rat stimmte mit großer Mehrheit für das 40-Millionen-Vorhaben.

Piellusch und​ ​Silbermann drängen – im Wunstorfer Stadtrat aber wachsen​ ​Kritik und Widerstand​ an den geänderten Plänen zum Umbau des Wunstorf Elements.

Die Stadtkirche ist in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt: Die teure Sanierung des Turms läuft, in Stifts-Kirchengemeinde und Kirchenkreis wird heftig über die Zukunft des Gotteshauses diskutiert und auch bei der Neugestaltung des Zentrums soll die Kirche eine größere Rolle spielen. Nicht zuletzt: Das Forum Stadtkirche berät über seine Perspektiven.

Das Wunstorf Elements als zentrale Schwimmbadlandschaft: Fragen, Infos und Antworten zum geplanten Mammutprojekt.

Die Kritik am weitreichenden Umbau der Fußgängerzone wächst. Werbegemeinschaft und Heimatverein wenden sich nun gemeinsam mit den „Freunden der Innenstadt“ öffentlich gegen Positionen, die der Bürgermeister vertreten hat. Carsten Piellusch gebe Umfrageergebnisse nicht korrekt wieder, hält ihm das Bündnis vor.

In der neuen Sparkasse am Marktplatz soll es keinen Saal für den Rat der Stadt geben. Außerdem setzt das Institut für das 20-Millionen-Projekt auf Wärmepumpen, nicht auf Fernwärme. Entsprechende Informationen der Auepost-Redaktion hat die Sparkasse bestätigt. Die Pläne der Bank stoßen auf ein geteiltes Echo.

Das Wohnprojekt „Viertel vorm Meer“ in Steinhude liegt auf Eis. Die Investoren haben erst lange gezögert und nun Teilflächen verkauft. Auch die dort geplante Kindertagesstätte wird nicht gebaut. Die Stadt übernimmt das Grundstück. Das Millionen-Geschäft wirft viele Fragen auf.

Falls das Herz der Stadt zur Groß-Baustelle wird, sollen Mitmachaktionen die „Betroffenheit“ von Anliegern und Nutzern mildern. Dem Beispiel anderer Städte folgend, schlägt die Stadtverwaltung „offene Baustellen“, Baustellen-Partys und Spielangebote für Kinder vor. In der Stadtgesellschaft wächst aber der Unmut.

Die Stadt rückt von ihrer roten Linie beim Vion-Gelände ab und würde nun einen niedrigeren Lärmschutzwall akzeptieren. Mit Lärmschutzverglasung, weniger Grünfläche und dichterer Bebauung soll das Projekt nun doch wirtschaftlicher gemacht werden.

An der Nordstraße hat der Abriss dreier Altbauten am Rand der Fußgängerzone begonnen. Das Unternehmen Hus de Groot will dort ein Wohn- und Geschäftshaus für fünf Millionen Euro bauen. Das Projekt hat eine weitgehende Sperrung der Speckenstraße ausgelöst und eine kommunalpolitische Debatte um die Gebühren für die Aufstellung des Bauzauns. Der Investor soll 44.000 Euro für die Sondernutzung zahlen.

Vor einem Dreivierteljahr waren noch viele leerstehende Geschäfte in Wunstorf zu sehen – das soll Vergangenheit sein. Die Stadtverwaltung meldet nur noch 2 Geschäftsleerstände, die aktuell länger andauern. Ansonsten tut sich gerade viel in der Innenstadt.

Bekommt Wunstorf nun noch eine Mini-Südumgehung? Die Elterntaxis in der Barnestraße sollten drastisch reduziert werden, das Hallenbad nur noch aus Richtung Hanisch-Kreisel erreichbar sein – und die Durchfahrt an der Otto-Hahn-Schule geschlossen werden. Das ist der Rat, den Verkehrsexperten der Wunstorfer Politik gegen den Verkehrskollaps im Barneviertel geben.