Wunstorfer Auepost

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Kurios: Auf dem Barneplatz kann derzeit offenbar legal geparkt werden, weil versehentlich ein Teil des Gehwegs als Parkbucht gestaltet wurde und die Parkverbotsschilder für diesen Bereich nicht gelten. Nun muss sich die Stadt schnell etwas anderes einfallen lassen. Denn mit der ursprünglichen Idee, einfach verstärkt Strafzettel zu verteilen, handelt man sich nur noch mehr Probleme ein.

Am Montag fehlte der geplante Schlussredner bei der großen Demonstration in Wunstorf: Der Bürgermeister kam nicht, als Tausende neben dem Rathaus für Demokratie einstanden. Entrüstung und Buh-Rufe waren die Folge, das Signal wirkte verheerend. Dabei war Piellusch nur wenige Meter entfernt. Warum ließ er sich diesen besonderen Moment entgehen, zu den Wunstorfern zu sprechen?

Autofahrer, die in den vergangenen Tagen auf dem Barneplatz eine Verwarnung erhielten, könnten jetzt auf die Idee kommen, ihre Anwälte einzuschalten. Denn die Stadt verteilte „Knöllchen“, obwohl fehlende Klarheit bei der Parksituation eingeräumt wird. Dass in der wahrgenommenen „Parkbucht“ wirklich ein Parkverbot gilt, ist nämlich alles andere als sicher.

Der edle Filz-Hut im Schaufenster, Kinderschuhe in Reih und Glied, Mützen, Schals und Bikini – freundliche, motivierte Frauen, die bei der Suche helfen oder Spenden annehmen: Der neue Kleiderladen der Diakonie an der Nordstraße präsentiert sich in einem restaurierten Haus, in bester Lage und mit professioneller Ausstattung fast wie eine Boutique. Dass das alles eine sozial orientierte Einrichtung mit Ware aus zweiter Hand ist, merkt niemand. Nicht überraschend, dass Bürgermeister Carsten Piellusch von einer „ganz tollen Sache“ spricht.

Wie soll die Barnestraße künftig aussehen? Das Jahrzehnt der Baustellen hat in der Barne bereits begonnen – aber nun soll auch noch die Barnestraße selbst völlig umgebaut werden – und fit gemacht für die Verkehrswende. Aus einer langweiligen, zugeparkten Straße soll die Zukunft urbaner Mobilität werden. Als erster Schritt wird sich eine Agentur um die Bürgerbeteiligung kümmern – und die wird spannend bis ungewöhlich. Ein grober Zeitplan ist nun bekannt.

Erstmals übernimmt mit Oliver Pohl aus Haste ein „Kulturmanager“ wesentliche Aufgaben beim Wunstorfer Kulturring. Die Arbeit des Vereins soll professionalisiert, das Angebot ausgeweitet werden – ohne auf Bewährtes zu verzichten. Der 61-jährige Pohl ist ein Multitalent: Bildhauer, Manager, Umwelt-, Klima- und Transformationsexperte, Werbe- und Internetfachmann.

Nach 30 Minuten stand die Werbegemeinschaft auf neuen Beinen: Bernd Heidorn (70) hatte die Führung übernommen – die Auflösung der 50 Jahre alten Interessenvertretung war abgewendet. Mit Heidorn schert der frühere Bürgermeister Axel Eberhardt (71) in den Vorstand ein. Auch Jörn Knop ist neu. Für Kontinuität stehen die bisherigen Vorstandsmitglieder Rüther, Schaer, Ludowig und Weber. Mit Heidorn und Eberhardt engagieren sich zwei prominente CDU-Kommunalpolitiker. Ihr gemeinsames Ziel: die Versöhnung mit der Stadt.

Worum geht’s eigentlich genau beim Streit um Wunstorfs „Neue Mitte“? Viele in der Stadt haben längst den Überblick verloren. Das vermutet der nun gehinderte Projektentwickler Björn Hiss auch bei Entscheidern aus Politik und Verwaltung, kann sich das fehlende weitere Entgegenkommen anders kaum erklären. Sicher scheint nur: Ein neues modernes Stadtquartier in Bahnhofsnähe wie ursprünglich erhofft wird es so nicht geben. Wir fassen zusammen, wie es dazu kam, und wagen eine Prognose.

Ehrenamtliches Engagement kann auch richtig nach hinten losgehen: Das musste jetzt Marcel Birth erfahren, der im Dezember wieder ein Fahrrad verlost hatte. Statt sich über das E-Bike nur zu freuen, ging der Gewinner zur Polizei. Nun reicht es Birth endgültig, es soll in Wunstorf keine Fahrradsuch- und Gewinnaktionen mehr geben.

Seit zwei Jahren gibt es ihn auch in Wunstorf, und mit Sport Hiller lebt ein altbekannter Geschäftsstandort wieder auf: In der Hindenburgstraße findet man vom Laufschuh bis zum Fußballtrikot nun wieder alles, wo früher bereits ein Sportladen war. Doch dort erwartet die Kunden nun eine Überraschung. Was ihn von anderen Sportgeschäften unterscheidet, wie es zum „Wow-Effekt“ kommt und warum er bewusst keine Filiale in der Innenstadt gewählt hat, erzählt Unternehmer Marcel Hiller der Auepost.

Gegen einen unschuldigen 14-Jährigen aus Wunstorf wurde bis zuletzt ermittelt, weil er vom Mörder von Jan N. als Mittäter beschuldigt worden war. Die Beschuldigung hat sich als falsch herausgestellt – doch allein durch die Verbreitung der Info, dass es möglicherweise einen zweiten Täter gibt, wurde großer Schaden angerichtet.

Nicht nur Luthe: Auch in Idensen waren Feuerwehr und THW seit Dezember im Hochwasser-Großeinsatz und bewahrten Häuser vor der Überschwemmung. Nun müssen die Anwohner den weiteren Schutz aber selbst organisieren: Eine „Bürgerpumpe“ ist in Betrieb.

Woher kommt aktuell all das Wasser, das Wunstorf zur Hochwasserkommune macht? Wie lange braucht das Harzwasser bis hierher? Und kann das Steinhuder Meer überlaufen? Ein Blick auf die unterschiedlichen Hochwasserursachen, die alle miteinander verwandt sind.