Wunstorfer Auepost

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Die Protagonisten im Rathaus sind zufrieden, die Grundzüge der Umgestaltung der Innenstadt nun bekannt. Die SPD-Fraktion würdigt Ratsbeschlüsse und Fortschritt. Wie äußern sich die Kritiker? Vernichtend ist der Kommentar der Werbegemeinschaft, die Bürgerinitiative will mit einer Arbeitsgruppe konstruktiv mitwirken.

Die ersten Würfel sind gefallen: Der Rat hat Aufträge
erteilt, um die Innenstadt zu sanieren und umzugestalten. Das Votum des Rates bedeutet auch: Ein Moratorium gibt es nicht. Bürgermeister Carsten Piellusch spricht von einem „guten Tag für Wunstorf“ und sieht große Chancen.

Inhaltliche Übereinstimmungen sind für die Grünen ausschlaggebend, den CDU-Bürgermeisterkandidaten Martin Pavel zu unterstützen. Das geht aus einer Erklärung des Parteivorstands hervor. Pavel erklärt, das Votum der Grünen sei das Ergebnis „vieler vertrauensvoller und offener Gespräche“. In einer „Steinhuder Vereinbarung“ wollen beide mit der FDP Eckpunkte für den „Neuanfang für Wunstorf“ bekanntgeben.

Das Votum des Rates zur Zukunft der Innenstadt ist für eine Woche vertagt. Der Streit darüber hält an. Scharfe Kritik am Bürgermeister kommt von Freien Wählern und CDU. Heute ist den Ratsmitgliedern die Ladung zur Sondersitzung am 4. März gesendet worden. Der Rat tagt dann hinter verschlossenen Türen in vertraulicher Sitzung. Einziges Thema: die Innenstadt.

Die Entwürfe der Initiative „Freunde der Innenstadt“ für ein Bürgerbegehren sind offiziell gescheitert: Der Verwaltungsausschuss hat beide Versionen für unzulässig erklärt. Die Grünen überraschen mit einer Klarstellung: Im Rat soll morgen kein Planungsauftrag für die Fußgängerzone vergeben werden. Eine begrenzte Klärungsphase soll Planungssicherheit schaffen. Unklar ist, wer die Mehrheit hat.

Vor den wegweisenden Sitzungen zur Sanierung der Innenstadt spitzt sich die öffentliche Debatte weiter zu. SPD-Fraktionschef Ehlerding wirft der CDU Blockadepolitik vor. Die „Freunde der Innenstadt“ fühlen sich von der Stadt getäuscht und wollen klagen. Die Grünen sehen in einem Bürgerentscheid keine Lösung im aktuellen Dissens.

Nach FDP, CDU, Freien Wählern und AfD gehen auch die Grünen seit Sonntag auf Abstand zu den Vorhaben zur Sanierung der Fußgängerzone. Die grüne Fraktion werde sich in der Ratssitzung am Mittwoch für eine Pause im Verfahren aussprechen und vorschlagen, den Planungsprozess „neu aufzurollen“. Dazu soll eine Arbeitsgruppe mit unabhängigen Fachleuten eingerichtet werden. Alles deutet auf ein Moratorium hin.

Die Stadtverwaltung hat auch die zweite Version des Entwurfs für ein Bürgerbegehren zur Fußgängerzone als unzulässig verworfen. Wieder sind auf neun Seiten die Ablehnungsgründe detailliert genannt. Sie reichen von „widersprüchlich“ bis „gesetzeswidrig“. Der Verwaltungsausschuss entscheidet am Montag.

Es gab noch nie einen erfolgreichen Bürgerentscheid in Wunstorf – der Auftakt zum jetzigen Bürgerbegehren könnte dies ändern. Aber die Bürgerinitiative hat bereits einen Fehler gemacht. Trotzdem ist der Weg weiterhin noch frei für den Bürgerentscheid zur Fußgängerzone.

Einen Arbeitskreis Innenstadt hat der Rat auf Wunsch der CDU schon beschlossen. Die Stadtverwaltung möchte das noch toppen: Auch für die Sanierung der übrigen City soll es ein Gremium geben – einen Beirat. Seit Jahresbeginn ist zudem im Rathaus der Sonderbeauftragte Alexander Stockum aktiv.

Einstimmig hat der Rat gerade einen Arbeitskreis Innenstadt beschlossen, da eröffnen die „Freunde der Innenstadt“ eine neue Protestrunde: Die zunächst lose Gruppe von Kritikern versteht sich inzwischen als Bürgerinitiative und will den Charakter der Innenstadt erhalten. Mit juristischer Hilfe soll ein Bürgerbegehren gestartet werden.

Gravierende Meinungsverschiedenheiten in zentralen Fragen der Kommunalpolitik haben den Verlauf der letzten Ratssitzung in 2025 bestimmt. Allein die Feststellung der Tagesordnung nahm 20 Minuten in Anspruch. Die Ratsherren Bredthauer (SPD) und Uebelmann (CDU) scheiterten mit ihren Anträgen, den Beschluss zum Hallenbad-Projekt zu vertagen. Der Rat stimmte mit großer Mehrheit für das 40-Millionen-Vorhaben.

Piellusch und​ ​Silbermann drängen – im Wunstorfer Stadtrat aber wachsen​ ​Kritik und Widerstand​ an den geänderten Plänen zum Umbau des Wunstorf Elements.

Die Stadtkirche ist in den Mittelpunkt des allgemeinen Interesses gerückt: Die teure Sanierung des Turms läuft, in Stifts-Kirchengemeinde und Kirchenkreis wird heftig über die Zukunft des Gotteshauses diskutiert und auch bei der Neugestaltung des Zentrums soll die Kirche eine größere Rolle spielen. Nicht zuletzt: Das Forum Stadtkirche berät über seine Perspektiven.

Das Wunstorf Elements als zentrale Schwimmbadlandschaft: Fragen, Infos und Antworten zum geplanten Mammutprojekt.

Die Kritik am weitreichenden Umbau der Fußgängerzone wächst. Werbegemeinschaft und Heimatverein wenden sich nun gemeinsam mit den „Freunden der Innenstadt“ öffentlich gegen Positionen, die der Bürgermeister vertreten hat. Carsten Piellusch gebe Umfrageergebnisse nicht korrekt wieder, hält ihm das Bündnis vor.

In der neuen Sparkasse am Marktplatz soll es keinen Saal für den Rat der Stadt geben. Außerdem setzt das Institut für das 20-Millionen-Projekt auf Wärmepumpen, nicht auf Fernwärme. Entsprechende Informationen der Auepost-Redaktion hat die Sparkasse bestätigt. Die Pläne der Bank stoßen auf ein geteiltes Echo.

Das Wohnprojekt „Viertel vorm Meer“ in Steinhude liegt auf Eis. Die Investoren haben erst lange gezögert und nun Teilflächen verkauft. Auch die dort geplante Kindertagesstätte wird nicht gebaut. Die Stadt übernimmt das Grundstück. Das Millionen-Geschäft wirft viele Fragen auf.

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