Wunstorfer Auepost
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Riesenrutsche, Freibad, Extra-Sportschwimmhalle: Aus dem alten Wunstorfer Hallenbad soll eine ganze Schwimmbad-Landschaft werden

07.12.2025 • Redaktion • 4 Min.Kommentare: 20

Das Wunstorf Elements als zentrale Schwimmbadlandschaft: Fragen, Infos und Antworten zum geplanten Mammutprojekt.

07.12.2025
Redaktion
4 Min.
Das Konzept für das künftige Wunstorf Elements | Bild: geising + böker

Wunstorf (red). Die Presse staunte nicht schlecht am vergangenen Freitag, als die geänderte Konzeptidee für das neue Wunstorfer Schwimmbad präsentiert wurde – und äußerte direkt leichte Zweifel, ob ein solches Projekt für rund 38 Millionen Euro und ebenfalls in nur etwa 2 Jahren reiner Bauzeit zu realisieren sei.

Aber bei den Bäderbetrieben Wunstorf, einer Tochterfirma der Stadt, ist man überzeugt: Die jetzt präsentierte Idee ist das Beste, was man für das eingeplante Budget bekommen kann – unter Mitnahme vieler Vorteile.

Das heißt: Aus dem heutigen Wunstorf Elements, einem in die Jahre gekommenen ursprünglichen Sportschwimmbad mit ergänztem Saunabetrieb, soll im Jahr 2030 eine komplette moderne Schwimmbadlandschaft geworden sein. Aus den bisherigen zwei Becken – Schwimmer und Nichtschwimmer plus zwei Whirlpools – würde dann ein groß dimensionierter Gebäude- und Freiflächenkomplex mit insgesamt 7 bis 8 Schwimmbecken entstehen.

Die Auepost hat alle wichtigen Fragen dazu auseinandergenommen:

Warum eine zweite große Schwimmhalle?

Sport- und Freizeitschwimmen sollen getrennt werden, damit sich die verschiedenen Interessen nicht mehr in die Quere kommen. Deshalb soll ein zweites großes Schwimmbecken entstehen, in einem neuen Gebäudeteil. Es ist gleichzeitig die Lösung für das Problem, dass während der Bauarbeiten das Schwimmbad sonst geschlossen werden müsste: Nun baut man in 2 Phasen hintereinander und kann das Hallenbad durchgehend geöffnet lassen: Die neue Halle wird gebaut, die alte bleibt noch in Betrieb – und erst wenn die neue eröffnet ist, wird die alte saniert.

Wo soll diese neue Halle hin?

Direkt vor das jetzige Altgebäude, zwischen dem heutigen Elements und der Freifläche neben der Straße zum Parkplatz. Dort befinden sich aktuell nur Fahrradständer, ein Hochbeet mit Baum und eben die Straße zwischen Parkplatz und Schwimmbad. Die Straße wird dafür etwas weiter nach Norden verlegt und auch der Parkplatz etwas verschoben. Architektonischer Vorteil: Die neue Sport-Schwimmhalle soll so auch das „Gesicht“ des neuen Elements werden: Die Schwimmhalle versteckt sich künftig nicht mehr hinter einem Umkleidetrakt und dem Bistro, sondern das Innere der Schwimmhalle ist direkt von der Straße aus zu sehen.

Hier soll die neue Schwimmhalle angebaut werden | Foto: Schneider
Was passiert mit der alten Schwimmhalle?

Sie bleibt erhalten und wird modernisiert. Sie wird künftig der Zentralbereich des neuen Schwimmbadkomplexes sein. Aber statt dem heutigen 50-Meter-Becken, das gern von Sportlern genutzt wird, wird es künftig den Freizeitbereich beherbergen. Mit einem kleineren „Erlebnisbecken“ und einem Kinderbereich.

Warum kein völliger Neubau?

Berechnungen des neuen Architekturbüros haben ergeben, dass das Budget damit nicht eingehalten werden könnte. Ein Neubau an derselben Stelle würde rund das Doppelte kosten.

Warum dann nicht einfach ganz neu woanders auf der „grünen Wiese“ bauen?

Auch das wurde konkret geprüft. Ein solcher Neubau wäre aber ebenfalls teurer geworden und hätte nicht so viele Vorteile – das Erweitern des alten Elements ist die „nachhaltigere“ Lösung.

Welche Becken genau will man bauen?

Je nach Zählweise 7 bis 8 Schwimmbecken: Ein 50-Meter-Sportbecken mit 6 Bahnen, ein großes Freizeitbecken, ein Kinderbeckenbereich und ein Lehrschwimmbecken. Diese vier Bereiche sind überdacht. Dazu kommt ein Mehrzweckbecken im Außenbereich, ein Freibad-Schwimmerbecken und ein Kleinkindplanschbereich. Außerdem bekommt das Saunaareal einen Saunapool.

Wieso nun doch eine Riesenwasserrutsche?

Das Balneon wird nun doch Vorbild. Ursprünglich wollte man dem Neustädter Schwimmbad keine Konkurrenz machen, etwas ganz Eigenständiges mit eigenem Schwerpunkt schaffen. Doch es gab danach viel Kritik an den ersten Plänen in Wunstorf: Vor allem das Jugendparlament beschwerte sich, dass für Jugendliche im neuen Bad mit einem angedachten Kleinkindfokus kaum Attraktives vorhanden sei. Deshalb soll das neue Elements jetzt auch einen Rutschenturm mit großer Rutschenanlage im Freizeitbereich bekommen.

Was passiert mit den Sprungtürmen?

Dort, wo heute die Sprungtürme in der alten Halle sind, wird künftig der Kinderbereich sein. Die Sprungturmanlage wandert in den Neubau, zum Sportschwimmbecken: An der vorderen Ecke des Komplexes wird man den Sprungbereich durch die Glasfassade sehen können.

Der Neubau für Sportschwimmer (links) wird vor das alte Elements (rechts) gebaut und enthält den Sprungbereich. Der Eingang bleibt beim Altgebäude und wird neu gestaltet. | Visualisierung: geising + böker
Warum ein zusätzlich integriertes Freibad?

In den früheren Plänen wollte man nur ein Schiebedach bauen, eine Art Open-Air-Hallenbad schaffen. Das wäre eindrucksvoll und ein Alleinstellungsmerkmal gewesen. Aber die Bäderbetriebe sehen dadurch zusätzliche Kosten entstehen: Weil ein solches Dach fehleranfällig ist, Reparatur- und Wartungskosten steigen lässt und Reparaturen wieder zu vorübergehenden Schwimmbadschließungen führen könnten. Deshalb sollen es nun normale Gebäude werden, und zusätzlich wird es einen Außenbereich geben mit einem ergänzenden Freibad.

Wie wird das Freibad aussehen?

Der Freibadbereich kommt auf die Südseite des alten Hallenbades: Dort entsteht ein 25 mal 20 Meter großes klassisches Freibadbecken. Teile des Stahlbeckens aus dem jetzigen Hallenbad sollen dafür weiterverwendet werden und die Grundlage bilden für den neuen Freibadschwimmbereich. Rundherum ist eine Liegewiese vorgesehen.

Das bisherige Hallenbad-Edelstahlbecken soll Grundlage des Freibads werden | Foto: Schneider
Wie werden die verschiedenen Gebäude miteinander verbunden?

Es soll keine getrennten Eingänge geben. Der Zentraleingang für alle Schwimmbereiche bleibt an derselben Stelle wie heute, am jetzigen Altgebäude. Der Eingangsbereich wird neu gestaltet, und man wird von dort zu allen Schwimmbadangeboten gelangen können. Dazu wird es miteinander verbundene, arkadenartige Wege zwischen den verschiedenen Gebäudeteilen und dem Außenbereich geben.

Warum nicht beim Alten bleiben und auf Erweiterung und Neubau verzichten?

Das jetzige Wunstorf Elements ist sanierungsbedürftig, es muss mittelfristig ohnehin saniert werden. Mit An- und Umbau soll das Schwimmbad bei dieser Gelegenheit zeitgemäßer gestaltet werden, denn Freizeitschwimmen war bislang kein großes Thema im Elements. Man möchte das Schwimmbad zu einem Angebot weiterentwickeln, in dem sich die Besucher nicht nur zum reinen Schwimmen aufhalten – und mit höherer Freizeitqualität auch die Besucherzahlen steigern.

Wann wird gebaut werden?

Die Projektierung soll 2026 stattfinden, die Feinplanung dann 2027 erledigt sein. Baubeginn ist für 2028 vorgesehen, mit einer Bauzeit von rund 2 Jahren inklusive zweier Bauphasen (Sportbadneubau und Altgebäudeumbau plus Freibadbau). Die Fertigstellung ist für 2030 angedacht.

Werden die Eintrittspreise steigen?

Dazu kann heute noch nichts Konkretes gesagt werden. Dies wird von der späteren Kalkulation der Bäderbetriebe abhängen.

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Kommentare


  • Badke, Heinz-Dieter sagt:

    Planung mit 6 Bahnen korrekt? Wettkampftaugliche Sportschwimmbecken haben m.E. 8 Schwimmbahnen.

  • Butteramt sagt:

    Welchen Einfluss hat der Plan auf das Freibad Bokeloh?

    • Gerhard sagt:

      Na, auf ewig wird das nicht mehr zu halten sein auf der alten Kippe. ist doch klar.
      Sackt doch alles ab auf dem wabernden Pudding.

  • Michael sagt:

    Marode Straßen, marode Schulen ohne Ganztagsbetreuung, marode Abwasserleitungen in der Innenstadt und viel Investitionsbedarf für einen verhunzten Barneplatz.
    Dafür neue Schwimmbäder ohne Zufahrtsstraßen und Verschönerungen der schönsten Innenstadt der Region.

    Geht’s noch, WTF?!

    • MJ sagt:

      Bleiben Sie mal bei der Wahrheit!
      In der Barne und in Luthe entstehen bald neue Grundschulen. Die Otto-Hahn-Schule soll ein drittes saniertes Gebäude bekommen. Die Grundschule Steinhude wird Um- und ausgebaut. Das Hölty hat ein neues Oberstufengebäude und weitere Sanierungsmaßnahmen werden stattfinden.

      Marode Straßen? Ich dachte Wunstorf hat zu viele Baustellen?

      • Michael sagt:

        Wäre es nicht die Wahrheit, würden wir nun also noch neue Schule bauen, wo die alten tatsächlich gut in Schuss sind? Von der Stadtschule abgesehen, wird der 2026 gesetzliche Anspruch auf Ganztagsbetreuung auch in den Schulen umgesetzt?

        Über zu viele Baustellen habe ich noch keine Kritik wahrgenommen. Über schlecht koordiniertes Baustellenmanagement schon eher.

        Was ist denn nun richtig? Was ist wichtig? Legen wir die richtigen Prioritäten? Wer kann das noch verstehen, oder gar bezahlen?

        • Andreas sagt:

          Es gibt doch Hortangebote und Randstunde. Das müssen Sie schon mit berücksichtigen.
          Was ist mit der Ganztagsschule Klein Heidorn?

          Allein im kommenden Haushalt fließen über 26 Mio. allein an Hochbaukosten in die Schulen.

        • Jutta sagt:

          Einige Grundschulen starten mit dem gesetzlichen Anspruch für den ersten Jahrgang ab 2026. Allerdings zum Teil ohne Mensa oder eigene Freizeiträume etc. Es werden erstmal vor allem kostengünstige Provisorien zusammengeschustert. Die qualitativ hochwertige Betreuung von Schulkindern ist der Stadt einfach zu teuer. Man scheint dort auch von der Nachfrage/dem Bedarf erstaunt.

  • Jutta sagt:

    Der Betrieb des Schwimmbads musste erst kürzlich eingestellt werden, weil es an verschiedenen Stellen haperte, unter anderem an Personal. Jetzt soll das Bad noch größer werden, also noch mehr Personal benötigen? Interessante Idee.

    • Andreas sagt:

      Na, welche/r Fachangestellte für Bäderbetriebe möchte denn in einer Halle mit rechteckigen Becken ohne attraktive Angebote arbeiten?
      Da sind Balneon, Tropicana, Kristalltherme, etc. attraktivere Arbeitsstätten.

      • Jutta sagt:

        Fairer Einwand. Ich hatte eher an wohnortnahes Arbeiten bzw lokales Personal gedacht, aber das ist sicher nicht das einzige Kriterium.

  • Karin sagt:

    Die Eintrittspreise müssen gesenkt werden sonst wird es nichts mit mehr Besuchern. Die Preise sind jetzt schon zu hoch.
    Guten Tag

    • Blubblub sagt:

      Also wer 5 euro für 12 Stunden als eintritt zu viel findet muss sich mal in der Region die Preise anschauen!

      • John Doe sagt:

        Ich begleite meine sechsjährige Tochter bei ihrem Schwimmkurs einmal wöchentlich. Für die rund zwei Studen Aufenthalt zahle ich ebenfalls fünf Euro. Es scheint keinen Stunden abhängigen Tarif zu geben. Die Bepreisung machen einige Kommunen teilweise ganz anders (Stichwort Tropicana, Stichwort Bad Nenndorf). Für mich steht der Kassenautomat (welcher im übrigen keine Kartenzahlung akzeptiert) daher auf der falschen Seite vom Drehkreuz.

  • Birgit sagt:

    Pardon, erst Schließung, dann Exclusivbauplanung, mehr und mehr, wiederholt proexpansiv und voluminös, vor allem, was die Kosten angeht.

    Wieso ist nicht eine Instandhaltung des alten Bades angestrebt? Erst geht gar nichts, dann eine „Riesensache“.

    Glauben die Verantwortlichen wirklich daran, dass dieses Projekt alle anderen misslichen Verfehlungen wie Barneplatte und Co., Fahrradturm und Naturmissachtung dadurch korrigiert und die „schönste Stadt der Region“ noch „schöner“ wird?

    Wenn es auch auf zweierlei Parkett läuft, was nützt es den Wohnungssuchenden, den Naturschützern, die bangen um Bäume, Gras und Strauch, lärmgeplagten Anwohnern und den umliegenden Bädern, die sich vielfach durch Eigenleistung ihrer Mitglieder selbst erhalten?

    Aber natürlich, es muss gewahrt bleiben, was seit einigen Jahren läuft. Hyper, Hyper. Und unter der Fassade bröckelt es, das Notwendige bleibt außer acht.

    Es scheint wohl nicht so wichtig.

  • Franz sagt:

    7 bis 8 Becken bedeuten: Viel mehr Wasser, viel mehr Energie, viel mehr Personal. Das wird im Unterhalt deutlich teurer werden als bisher. Die Frage, ob die Eintrittspreise steigen, wurde im Text ja diplomatisch umschifft. Die Antwort ist ohnehin klar: Ja, sie werden steigen müssen, oder die Stadt muss den Zuschuss massiv erhöhen.

    Trotzdem, nichts tun wäre keine Option. Der Entwurf holt das Maximum aus dem vorhandenen Standort heraus und löst das Problem der „Durchgängigkeit“ für Schulen und Vereine. Wenn die Stadt die Kosten im Griff behält und die Qualität der Ausführung stimmt, bekommt Wunstorf hier wirklich ein modernes Bad, das für die nächsten 20–30 Jahre gut aufgestellt ist.

    Das größte Risiko sind die Kosten. 38 Millionen Euro klingen viel, sind aber für den geplanten Umfang extrem sportlich kalkuliert.

  • Karin sagt:

    Die Preise sollte man mal mit dem Hallenbad in Bad Nenndorf vergleichen dann merkt man das Wunstorf überteuert ist.

  • Georg Braunroth C D U Butteramt sagt:

    Neustadt hat ein ähnliches neues Bad vor Jahren gebaut — und das direkt an der B6 und an besten Zufahrtsstraßen. Es ist bei weiten nicht soooo!!! aufwendig wie die Wunstorfer Planung. Aber es ist und bleibt – auch bei bester Lage — ein großes Zuschussobjekt. Ein aufwendiger Umbau in Wunstorf in der bisherigen Lage sollte überlegt werden. Die Zufahrt über die Barne ist schlechter als zuvor , da diese in erster Linie für Radfahrer umgebaut wurde. Ein Schwimmbad ,das im Umkreis von mehr als 20 km angefahren wird ,muss eine freie und breite Zufahrt haben. Das ist am jetzigen Standort aus verschiedenen Gründen nicht machbar. So sollte über einen anderen Standort gesprochen werden. Es muss in jedem Fall in der Nähe dr neuen Umgehungsstraße liegen,z.B.im neuen Stadtviertel -ehemals Solo/Iglo Gelände ?? Oder oberhalb der neuen Zufahrt zr Umgehungsstraße Richtung ALTENS-RUH ?? oder auch neben dem Bokeloher Freibad ,das dann in die Planung mit einbezogen werden kann . Dort ist auch das warme Wasser für noch lange Zeit vorhanden. Zudem wären die Beckenlängen für Sport und Schulsport wieder in den vorgeschriebenen Maaßen. Zudem sollte die Wasseraufbereitung (Erwärmung) an allen Orten über Kollektoren oder Fernwärme erfolgen. Die Fernwärme ist nur in Bokeloh vorhanden- eventuell später auch aus dem im Schacht gesammelten Abwässern , das am Fußpunkt bi ca. 70 Grad liegt. Kollektoren bringen momentan nur in den Sommermonaten einen Gewinn. Im Winter ,wenn das Wetter so trübe ist wie in den letzten Wochen bringen die nichts mehr.

  • Hauke sagt:

    Gefällt mir gut, ich freu mich drauf

  • B. sagt:

    Hoffentlich bleiben Bäume und Pflanzen stehen und wird nicht wieder alles niedergemacht.

    Man kann sich nur noch wundern.

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