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Wunstorf soll eine Stadtpolizei bekommen

16.08.2026 • Redaktion • 2 Min.Kommentare: 14

Bürgermeister Carsten Piellusch hat seine Pläne für eine zweite Amtszeit vorgestellt. Unter den zahlreichen Vorhaben findet sich auch dieser Punkt: Wunstorf soll einen kommunalen Ordnungsdienst erhalten. Ordnungsamt-Mitarbeiter würden dann nicht mehr nur Knöllchen für Falschparken verteilen, sondern auch Spielplatzregeln und Fahrradfahren in der Fußgängerzone überwachen.

16.08.2026
Redaktion
2 Min.
Stadtpolizisten könnten künftig in der Fußgängerzone nach dem Rechten sehen | Visualisierung: Auepost

Wunstorf (red). Einen kommunalen Ordnungsdienst plant Wunstorfs Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD). Die Idee stellte Piellusch in einem Pressetermin im Rahmen des Kommunalwahlkampfs am vergangenen Mittwoch vor. Vor Journalisten hatte er dabei sein Programm für die Zeit bis 2034 vorgestellt – Bürgermeister werden in Niedersachsen ab diesem Jahr für 8 Jahre gewählt, statt wie bisher für 5 Jahre.

Das Programm von Piellusch, der sich im September zum 2. Mal zur Wahl stellt, um sein Amt fortzuführen, trägt den Titel „Wir machen Wunstorf. stark. mobil. sicher.“ Zum Punkt „sicher“ gehört neben Verbesserungen beispielsweise für die Feuerwehren oder eine verstärkte Zusammenarbeit mit dem LTG 62 auch der Plan zu einem expliziten kommunalen Ordnungsdienst.

Eine Art Stadtpolizei soll damit in Wunstorf eingerichtet werden, die zusätzlich zur Landespolizei in der Stadt patrouilliert und sich um Angelegenheiten wie Falschfahren in der Fußgängerzone und Verstöße gegen Spielplatzordnungen kümmert.

Mehr als nur Parkplätze überwachen

Einen fest aufgestellten kommunalen Ordnungsdienst gibt es bislang nicht in Wunstorf. Das städtische Ordnungsamt fährt keine Streife, sondern wird normalerweise erst im Nachhinein tätig, wenn Probleme gemeldet wurden. Auch die Parkraumüberwachung, die Teil des Ordnungsamtes ist, ist kein allgemeiner Ordnungsdienst: Die Mitarbeiter des Bereiches Fachdienst Straßenverkehr sind dort in der Regel gezielt unterwegs, um falsches Parken zu ahnden.

Aus drei bis vier zusätzlichen Mitarbeitern könnte sich der neue kommunale Ordnungsdienst zusammensetzen, skizzierte Piellusch die Grundidee und nannte zwei Beispiele: Fahrradfahrer oder E-Scooter, die rücksichtslos durch die Fußgängerzone fahren und dabei Fußgänger gefährden – oder öffentliches Grillen etwa auf Spielplätzen und dem damit verbundenen Vermüllen städtischer Anlagen. Beides könnte künftig dann ein Fall für die Stadtpolizei werden.

Erkennbar in Uniform

Auf die Frage, ob die Stadtpolizei dann auch Uniformen tragen würde, gab Piellusch ebenfalls eine klare Antwort: „Ich wäre dafür.“ Die Mitarbeiter sollen eine entsprechende Außenwirkung haben, Präsenz zeigen und für die Bürger klar erkennbar sein.

Der Wunstorfer kommunale Ordnungsdienst könnte dann allgemein bei Ordnungswidrigkeiten im Stadtgebiet tätig werden, polizeiliche Befugnisse hätte er aber nicht. Das Recht zu polizeilichen Maßnahmen wie beispielsweise körperlichen Zwang, Festnahmen oder Durchsuchungen haben kommunale Dienste nicht, dies bleibt Sache der Landespolizei.

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Kommentare


  • Norbert R. sagt:

    Super Idee, ich wäre dabei!

  • Erwin Schwake sagt:

    Der Begriff „Stadtpolizei“ irritiert mich erheblich. Ein Bürgermeister kann schließlich nicht kraft eigener Wassersuppe eine neue Polizeibehörde ins Leben rufen. Dafür bräuchte es eine gesetzliche Grundlage, eine zuständige staatliche Stelle und klar geregelte polizeiliche Aufgaben und Befugnisse.

    Wenn hier in Wahrheit lediglich ein **kommunaler Ordnungsdienst** mit drei oder vier zusätzlichen Mitarbeitern gemeint ist, sollte man ihn auch so nennen. Ein Ordnungsdienst wird durch Uniform und Etikett jedenfalls nicht zur Polizei.

    Ebenso bleibt die Frage offen, warum für die genannten Beispiele überhaupt eine zusätzliche Struktur benötigt wird. Wunstorf hat bereits ein Polizeikommissariat, und Verkehrsverstöße wie verbotswidriges Radfahren in der Fußgängerzone gehören keineswegs außerhalb polizeilicher Zuständigkeit.

    Vielleicht sollte daher zuerst geklärt werden, **was diese „Stadtpolizei“ rechtlich überhaupt sein soll**, bevor man über Uniformen und Außenwirkung spricht.

  • Michael sagt:

    Ernsthafte Probleme mit Vermüllung und rücksichtslosen Verkehr in der Innenstadt habe ich noch nicht wirklich wahrgenommen.
    Vielleicht wäre das Geld in Abenteuerspielplatz-Geräte, Grillplätze und ausreichend Entsorgungsmöglichkeiten besser angelegt.
    Wenigstens mal den Sand auf den Spielplätzen wechseln…

    Im Ernst: warum denn mit dem erhobenen Zeigefinger einen Ordnungsdienst einführen statt mit Angeboten agieren? Wir haben die schönste Innenstadt der Region. Sicherheitsdienste wie am Raschplatz…. Das spielt doch nur den Ressentiments der AfD zu!

  • Anonym sagt:

    Genau – wer die eigenen Landesgrenzen nicht schützt, der muss dann die Innenstädte und Spielplätze schützen. Genau so ticken die Sozen, aber leider nicht nur die.

    • Jerry M. sagt:

      Fehlverhalten im Straßenverkehr oder illegale Müllentsorgung ist aber kein Vorrecht von zugereisten Mitmenschen. Das gab es auch schon lange vor den Flüchtlingswellen der letzten Jahre.

      Die Landespolizei übernimmt relativ oft Aufgaben, die EIGENTLICH zum Aufgabegebiet einer Kommune gehört. Nach und nach müssen die Kommunen eben selber wieder Herr ihrer Probleme werden.

  • Wunni sagt:

    Wenn der Bürbermeister meint, dass Wunstorf stark, mobil und sicher gemacht werden muss, dann heißt das im Umkehrschluss, dass er Wunstorf derzeit als schwach, starr und unsicher ansieht. Ich finde, das ist eine treffende Beschreibung diesr Stadt nach seiner 5-jährigen Amtszeit. Dass er jetzt neben Polizei und Ordnungsamt nun auch noch sowas wie eine Stadtpolizei einführen will klingt aber eher nach einer Schnapsidee im Wahlkampf.

  • fred sagt:

    wozu? Kümmert euch um bartierefreiheit, vernünftige Radwege, Schulen die hitzefest sind, begrünte Plätze, nicht überschwemmte kreutzungen und den erhalt der innenstdt oder soll das auch die stdtpolizei erledigen?

  • Pollux sagt:

    Ist heute der erste April? Gibt es wirklich keine wichtigen Themen respektive Ziele respektive sinnstiftende Investitionsideen?

  • Susa sagt:

    Ein kommunaler Ordnungsdienst macht nur dann Sinn, wenn auch außerhalb der normalen Bürozeit kontrolliert wird, denn gerade in den Abendstunden passiert viel. Dann muss man schon wieder im Schichtdienst arbeiten und wie aus dem großen Bericht heute in der HAZ/Hannover hervorgeht, wird zu zweit kontrolliert. Es wäre auch unklug eine Gruppe von Leuten alleine zu kontrollieren, es sein denn man ist lebensmüde oder naiv.
    Daher bräuchte die Stadt wenigstens 4 Leute. Und was ist mit den Ortsteilen? Als Wunstorfer Bürgerin und Steuerzahlerin sage ich nein. Ich habe erstens keine Lust z. B. dafür höhere Grundsteuern zu zahlen und zweitens können auch Mitarbeiter*innen der Stadt für ihren Bereich zeitweise Außendienst und vor Ort Kontrollen machen. Das Geld wäre z. B. für unsere Schulen nach meiner Meinung besser investiert. Und hat man es mit Verbrechern, Randalierern usw. zu tun, denen man habhaft werden will, dann muss sowieso die Polizei eingreifen.

  • Haha sagt:

    Das ist Satire.. oder? :)

  • Anonym sagt:

    Um Himmels Willen. Bloß nicht. Solche „Sheriffs“ sind nicht nur überflüssig, sondern richten schlimmstenfalls in ihrem Übereifer auch noch Schadenanzeige.

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