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Freie Wähler nehmen Kurs auf den Stadtrat

05.08.2026 • Redaktion • 3 Min.Kommentare: 0

Die Freien Wähler Wunstorf haben alle nötigen Unterschriften zusammen – und werden im September zur Kommunalwahl auf den Stimmzetteln stehen. Die Motivation der neuen Lokalpolitiker: Selbst Verantwortung übernehmen, statt einfach nur zu kritisieren.

05.08.2026
Redaktion
3 Min.
Treten für die Freien Wähler an: Magdalena Affeldt, Kerstin Obladen, Jan Krumradt (oben v. l.) Rolf Herbort und Dirk Kretschmer (unten v. l.) | Foto: Freie Wähler

Wunstorf (red). Die Freien Wähler sind noch relativ neu auf der politische Bühne Wunstorfs. Anfang 2025 wurde der Ortsverband gegründet, rund um die Vorsitzende Kerstin Obladen haben sich seitdem weitere Mitstreiter zusammengefunden, um eine neue kommunale Stimme in Wunstorf zu etablieren.

Zur jetzigen Kommunalwahl im September 2026 in Wunstorf treten die Freien Wähler erstmals an – und mussten damit zunächst Unterstützerunterschriften für ihre Kandidaten sammeln. Denn bevor die Kandidaten einer Partei überhaupt auf dem Stimmzettel zur Wahl erscheinen können, muss die Partei vorher eine entsprechende Zahl von Unterschriften von den Wunstorfern bekommen, die beweisen, dass die Partei grundsätzlich auch gewählt werden würde.

Das soll sicherstellen, dass Parteien auch relevanten Rückhalt in der Bevölkerung haben – und andernfalls die Stimmzettel übersichtlich halten.

Unterschriften beisammen

Eine Ausnahme gibt es nur für Parteien, die mit Politikern schon in Parlamenten vertreten sind und ihre Relevanz damit bereits bewiesen haben. Die Freien Wähler haben jedoch keinen Abgeordneten im Bundestag (der dann auch noch ein Niedersachse sein müsste) und auch nicht im niedersächsischen Landtag. Allerdings sitzt Kerstin Obladen bereits für die Freien Wähler im Wunstorfer Stadtrat.

Das gilt in diesem Fall jedoch nicht, da sie ursprünglich als FDP-Mitglied in den Rat gewählt worden war. Nach Parteiaustritt hatte sie ihr Mandat zunächst als Parteilose fortgeführt und sich schließlich den Freien Wählern angeschlossen. Deshalb mussten nun trotzdem Unterstützerunterschriften gesammelt werden.

Dieser Punkt war Anfang Juli abgehakt worden: „Die erforderlichen Unterstützungsunterschriften für unsere Bürgermeisterkandidatin Kerstin Obladen sowie für sämtliche Wahlvorschläge der Freien Wähler Wunstorf liegen bereits vollständig vor“, hieß es am 5. Juli vom Ortsverband.

Die Kandidaten

Bereits im Mai waren die Kandidaten aufgestellt worden, die nun in Stadtrat oder Ortsräte gewählt werden können. Mit verschiedenen Kandidatinnen und Kandidaten will man für die Stadt „eine unabhängige, sachorientierte und bürgernahe Alternative“ anbieten:

Für den Ortsrat Steinhude kandidieren Kerstin Obladen, Magdalena Affeldt und Dirk Kretschmer. Für den Ortsrat Großenheidorn tritt Jan Krumradt an. Für den Ortsrat Wunstorf kandidiert Rolf Herbort.

Alle fünf Kandidaten bewerben sich zudem um ein Mandat im Stadtrat. Obladen ist zudem auch Bürgermeisterkandidatin und kandidiert gemeinsam mit Herbort ebenso für die Regionsversammlung.

Freie Wähler: Rechts oder links von der CDU?
Die Freien Wähler gelten als konservative Partei mit liberalen Elementen. Verortet werden sie oft politisch rechts von der CDU. Eine genaue Einordnung fällt jedoch schwer. Das liegt an der Ausrichtung und der Geschichte der Freien Wähler: Die Politik wird von unten nach oben gedacht, statt die üblichen politischen Strukturen mit Parteispitzen zu betonen. Entsprechend selbstständig sind die einzelnen Ortsverbände, es gibt keine starren Vorgaben von Bundes- oder Landesebene. Kommunale Stärke und der Fokus auf pragmatische Sachpolitik sind grundlegend für die Freien Wähler. Dazu zählt auch die Ablehnung von Ideologien und Fraktionszwängen, stattdessen wird der "gesunde Menschenverstand" bei Abstimmungen hervorgehoben.

„Wir möchten Politik wieder näher an die Menschen bringen. Kommunalpolitik beginnt vor Ort – in den Ortsteilen, bei den Vereinen, bei den Familien, den Betrieben und den vielen Bürgerinnen und Bürgern, die täglich erleben, wo Verwaltung und Politik besser werden müssen“, beschreibt Obladen die Motivation der neuen Lokalpolitiker.

Im Mittelpunkt stünden Bürgernähe, transparente Verwaltungsabläufe, solide Finanzen, der Erhalt funktionierender Strukturen in den Ortsteilen sowie eine Politik, die praktische Lösungen in den Vordergrund stelle. „Wir treten an, weil wir nicht kritisieren, sondern Verantwortung übernehmen wollen. Unser Ziel ist eine Kommunalpolitik, die zuhört, erklärt und nachvollziehbar entscheidet“, so Obladen weiter.

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