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Wunstorfer Innenstadt: SPD lobt Fortschritt, Werbegemeinschaft schimpft

10.03.2026 • Achim Süß • 3 Min.Kommentare: 6

Die Protagonisten im Rathaus sind zufrieden, die Grundzüge der Umgestaltung der Innenstadt nun bekannt. Die SPD-Fraktion würdigt Ratsbeschlüsse und Fortschritt. Wie äußern sich die Kritiker? Vernichtend ist der Kommentar der Werbegemeinschaft, die Bürgerinitiative will mit einer Arbeitsgruppe konstruktiv mitwirken.

10.03.2026
Achim Süß
3 Min.
Die Wunstorfer Innenstadt bleibt ein heißes Pflaster | Bild: Auepost

Wunstorf (as). Der Rat der Stadt hat die Vergabe der Planung zur Neugestaltung des Stadtkerns vergeben. Dazu hat die SPD-Fraktion eine Erklärung veröffentlicht, in der Fraktionschef Martin Ehlerding mit folgenden Worten zitiert wird: „Als SPD unterstützen wir die Maßnahmen. Der Rat hat damit den Weg für konkrete Pläne freigemacht.“

Endlich könnten anschauliche Entwürfe erstellt und die „unterschiedlichen Maßnahmen wie Umbau der Oberfläche, Erneuerung der Kanalisation und der möglichen Nahwärme nebeneinander gelegt werden“, sagt Ehlerding. Mit den Beschlüssen zu den Aufträgen seien auch „die Fördermittel für Wunstorf gesichert“. Das ist aus Sicht der Sozialdemokraten eine Entlastung für den städtischen Haushalt.

So angespannt das Verhältnis vor der Sitzung auch gewesen sei, seien alle Ratsleute „offensichtlich an einer konstruktiven Begleitung interessiert“. Ehlerding: „“Das macht uns Hoffnung. Als SPD sind wir zur Zusammenarbeit und zum Austausch bereit.“

Bürgerinitiative verfolgt Doppelstrategie

Dazu passt, was sich in der Bürgerinitiative tut. Die Kritiker und Gegner eines radikalen Umbaus haben sich nach Informationen der Auepost zu einer Doppelstrategie entschieden: Sie bereiten sich auf ein Abstimmungsgespräch mit einer hannoverschen Anwaltskanzlei vor und gleichzeitig auf die Bildung einer eigenen Arbeitsgruppe.

Die soll unabhängig vom Arbeitskreis Fußgängerzone und vom Sanierungsbeirat in enger Abstimmung mit der Werbegemeinschaft das weitere Vorgehen mit potenziellen Unterstützern und Vertretern der Ratsfraktionen beraten. Dazu Jochen Brüning, einer der Sprecher der Initiative: „Es geht uns nicht um Parteipositionen. Wir streben ein Brainstorming an: Ideen zusammentragen, Initiativen absprechen, das Vorgehen abstimmen.“

Brüning weiter: „Wir hätten uns eine separat beauftragte Phase 0, geleitet durch ein unabhängiges Ingenieurbüro, gewünscht.“ Diesen Wunsch habe die Initiative erstmalig bei der Initiierungsveranstaltung für den Arbeitskreis am 17. Februar formuliert. So wäre der Gestaltungsspielraum größer gewesen als jetzt zu erwarten. Ziel aller weiteren Aktionen müsse es sein, einen breiten Konsens zu erreichen – über die aktive Einbindung der Bürger. Die Bürgerinitiative, so Brüning, stehe bereit.

Werbegemeinschaft: Schlag ins Gesicht für alle Einzelhändler, Büros und Praxen

Die Werbegemeinschaft hat die Ratsentscheidung vom 4. März, mit der die beiden Planungsaufträge vergeben worden sind, unmissverständlich kommentiert: Das sei „ein Schlag ins Gesicht für alle Einzelhändler, Büros und Praxen in der Innenstadt“, sagt Bernd Heidorn, der Vorsitzende. Die schönste Innenstadt der Region werde damit zu Grabe getragen.

Heidorn wörtlich: „Peter Bertram, damaliger Vorsitzender des Heimatvereines, SPD-Ratsherr und Vorsitzender des damaligen Arbeitskreises Fußgängerzone, würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was mit seiner Fußgängerzone zukünftig passieren soll.“

„Peter Bertram (…) würde sich im Grabe umdrehen, wenn er wüsste, was mit seiner Fußgängerzone zukünftig passieren soll“

Bernd Heidorn

Mit einem „advokatischen Schachzug des Bürgermeisters und der SPD-Fraktion“ sei die Abstimmung über die Vorlagen zur Neugestaltung der Innenstadt auf einen anderen Termin verlegt worden – „wohl wissend, dass u. a. die CDU-Ratsfraktion dann nicht vollständig anwesend“ sein könne.

Skepsis gegenüber Phase 0

Auch wenn „die Vorgehensweise des Bürgermeisters sich eher willkürlich und wenig transparent darstellt, wird die Werbegemeinschaft sich auch weiterhin konstruktiv zum Wohle des Innenstadt-Einzelhandels sowie der gesamten Stadt beteiligen und sich aktiv in das weitere Verfahren einbringen“, sagt Heidorn zu. Voraussetzung sei, dass ein echter Gestaltungsspielraum gegebenen sei: „Sehr gespannt sind wir, ob die neue sogenannte Phase 0 das halten kann, was sich insbesondere die Partei Die Grünen/Bündnis90 hiervon verspricht.“

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Kommentare


  • Hans-L. Dreyer sagt:

    Moin,
    so langsam kommt mir die Sanierung des Kanalnetzes und die Neugestaltung der Fußgängerzone wie der Turmbau zu Babel vor.
    Hoffentlich endet das Projekt nicht ähnlich?

    • Anonym sagt:

      Das Projekt wird exakt so enden. Wir werden eine Pleite nach der anderen sehen und dann haben wir die schönste Innenstadt der Region, voll mit Shisha-Bars, Spätis und Döner-Läden.

      • Berndt sagt:

        Diskreditieren Sie doch einmal die, die seit der Eröffnung der Fußgängerzone das historische Stadtbild zu seinem Nachteil umgebaut haben. Die historisch entstandene, von einem Bauzaun geschützte Ruine in der Südstraße wäre für Sie doch etwas.

  • Jasper sagt:

    Herr Bürgermeister Piellusche brauchte ein Ergebnis, denn wie sieht seine Bilanz seit seiner Wahl 2021 aus? Was hat er geleistet? Neue Baugebiete? Keine! Verbesserung des Verkehrs? Keine! Entschuldung der städtischen Finanzen? Das Gegenteil! Stadtsparkasse? Sehenden Auges in die Übernahme durch die Konkurrenz. Mit einer Fusion hatte das nichts zu tun! Hallenbad? Eine Katastrophe jagte die nächste. Mir fällt wirklich nichts ein, was gelungen ist. Daher soll nun der große Wurf mit der Fußgängerzone kommen. Gegen den Willen der Anwohner, Eigentümer und Geschäftsleute. Eine Politik wie mit der Abrissbirne, was zum Thema und zur Art des Vorgehens passt. Das Ergebnis von SPD, Grünen und Bürgermeister? Es ist alles dabei von Ablehnung und Entsetzen über Verzweiflung bis hin zu einer zerstrittenen Stadtgesellschaft. Freuen können sich höchstens die, die nicht direkt betroffen sind und die Suppe nicht auslöffeln müssen.

    • Aus Wunstorf sagt:

      Nicht zu vergessen die ,,Neue Mitte“, nämlich der mögliche Neubau auf dem ehemaligen Vion-/Iglo-Gelände. Hier sprach Bürgermeister Piellusch nicht mehr mit dem Eigentümer/Investor. Unmöglich, als Nummer eins der Stadt weder dialog- und konsensfähig zu sein.

  • Was schon immer mal gesagt werden musste sagt:

    Leute habt ihr auch mal neue und konstruktive Beiträge. Euer negativ Hequatsche wird langsam anstrengend.

    Alles so lassen wie es ist bis alles zusammenfällt ist keine Lösung.
    Aber dann kann man ja auch wieder negativ schreiben.

    Ach wie ist das schön.

    Stillstand ist Rückstand.

    Ausserdem wenn die 6000 Leute die unterschrieben haben fleißig in Wunstorf konsumieren ist mir nicht Bange um den Einzelhandel.

    Und wenn Euch alles so unheimlich in Wunstorf ankotzt. Gibt ja noch andere Wohnorte.

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