Was tut die Poli­tik für Rad­fah­rer?

Am 11. Sep­tem­ber ist Kom­mu­nal­wahl. Auch in Wunstorf wer­den Regi­ons­ver­samm­lung, die Orts­rä­te und ein neu­er Stadt­rat gewählt. 6 Par­tei­en und ein Ein­zel­kan­di­dat wol­len ins Wunstor­fer Rat­haus ein­zie­hen. Wir haben den Par­tei­en ein knap­pes Dut­zend Fra­gen zu The­men gestellt, die die Wunstor­fer beson­ders inter­es­sie­ren. Wir ver­öf­fent­li­chen täg­lich bis zur Wahl jeweils eine der Fra­gen samt Ant­wor­ten – und geben einen Über­blick, wer wel­che Posi­tio­nen ver­tritt.

Neubau einer Fahrradgarage in der Wunstorfer Innenstadt | Foto: Daniel Schneider
Neu­bau einer Fahr­rad­ga­ra­ge in der Wunstor­fer Innen­stadt | Foto: Dani­el Schnei­der

Die Kon­zep­te sind viel­fäl­tig. Es gibt vie­le Rad­we­ge und vor allem in der Innen­stadt auch viel Infra­struk­tur für Rad­fah­rer. Am Alten Markt oder in der Fuß­gän­ger­zo­ne gibt es her­aus­ste­chen­de Fahr­rad­ab­stell­plät­ze, hier wur­de sicht­bar nicht nur an die Auto­fah­rer gedacht. Doch die Tech­nik ist bis­wei­len ver­al­tet, beim Abstel­len, wie es vor­ge­se­hen ist, macht man sich die Fel­gen kaputt.

wunstorfwaehlt

Wer gar einen Stell­platz in einer Fahr­rad­ga­ra­ge möch­te, kommt auf eine ellen­lan­ge War­te­lis­te. Auch bei der Stra­ßen­füh­rung geht es oft­mals nicht opti­mal zu. An Kreis­ver­keh­ren wir­ken Rad­fah­rer wie Fremd­kör­per – und selbst wenn es Schutz­strei­fen gibt, wie etwa auf der Bar­n­e­st­ra­ße, ist ent­spann­tes Radeln oft nicht mög­lich.

Fra­ge und Ant­wor­ten

Wir haben die Par­tei­en gefragt: „Wie wol­len Sie die Situa­ti­on für Rad­fah­rer in Wunstorf ver­bes­sern?“

Ant­wort von Ste­fan Sau­er: Es ist not­wen­dig, Stol­per­fal­len, unüber­sicht­li­che Gefah­ren­zo­nen zu ent­schär­fen – gera­de im Dun­keln gibt es an man­chen Stel­len für Fahr­rad­fah­rer unüber­sicht­li­che Ver­hält­nis­se. Durch ein­fa­che­re Bau­maß­nah­men las­sen sich Lücken im Rad­we­ge­netz schlie­ßen. Die Abstell­mög­lich­kei­ten für Fahr­rä­der – gera­de am Bahn­hof – sind noch zu ver­bes­sern

logo-afdAnt­wort der AfD: Die Ver­kehrs­si­cher­heit für Rad­fah­rer in Wunstorf hat bereits einen hohen Stan­dard. Ver­bes­se­run­gen durch wei­te­re Que­rungs­hil­fen an viel befah­re­nen Stra­ßen müs­sen indi­vi­du­ell fest­ge­stellt und durch­ge­führt wer­den. Hohe Prio­ri­tät muss dabei im Hin­blick auf kör­per­lich behin­der­te Ver­kehrs­teil­neh­mer, die auch unter den Rad­fah­rern ver­mehrt zu fin­den sind, erfol­gen. Soge­nann­te Schutz­strei­fen für Rad­fah­rer müs­sen hin­ge­gen hin­ter­fragt wer­den, weil sie dem Rad­fah­rer auch eine nicht vor­han­de­ne Sicher­heit vor­gau­keln kön­nen. Anders ist es bei Tren­nung durch Zei­chen 295 (durch­zo­ge­ne Linie), was ein regu­lä­res Ver­kehrs­zei­chen ist und die Fahr­bahn kon­kret auf­teilt. Nur bedarf es dafür ent­spre­chen­der Fahr­bahn­brei­ten.

logo-grueneAnt­wort von Bünd­nis 90/Die Grü­nen: Wich­tig ist, dass Fuß­we­ge und Fahr­rad­we­ge im guten Zustand erhal­ten wer­den, um kei­ne Gefah­ren auf­kom­men zu las­sen. Die­ses ist lei­der nicht immer der Fall. [Lothar Por­cher]

logo-cdu-offiziellAnt­wort der CDU: Vie­le Ver­bes­se­run­gen der letz­ten Jah­re gehen auf Initia­ti­ven der CDU zurück. Sei­en es Über­wa­chungs­ka­me­ras zum Schutz vor Dieb­stahl am Bahn­hof oder kon­kre­te Erwei­te­run­gen von Abstell­an­la­gen im gesam­ten Stadt­ge­biet. Rad­fah­ren hält gesund, schont die Umwelt, den Geld­beu­tel und oft ist man mit dem Rad eh schnel­ler als mit dem Auto. Wich­tig ist der CDU jedoch, nie­man­dem darf etwas auf­ge­zwun­gen und Auto­fah­rer dür­fen nicht, wie von Rot und Grün, ver­teu­felt wer­den. Damit das Rad­fah­ren noch attrak­ti­ver und auch siche­rer wird, sind bestehen­de Lücken im Rad­we­ge­netz zu schlie­ßen. Rad­we­ge sol­len vie­ler­orts kom­for­ta­bler, Stra­ßen über­sicht­li­cher und die Geschwin­dig­keit soll­te manch­mal gedämpft wer­den.

logo-linkeAnt­wort von Die Lin­ke: Durch Aus­wei­sung neu­er Rad­fahr­we­ge und Aus­wei­tung der vor­han­de­nen kann man die Situa­ti­on ver­bes­sern, für Fuß­gän­ger gilt das­sel­be. Vor allem durch Instand­hal­tung der alten Fuß­gän­ger- und Rad­we­ge, die zum Teil in einem bekla­gens­wer­ten Zustand sind, kann man die Lust am Fahr­rad­fah­ren wie­der stei­gern. Han­no­ver geht in Tei­len in der För­de­rung von Rad­we­gen vor­an, da kann man sich ruhig mal etwas abgu­cken.

logo-fdpAnt­wort der FDP: Unse­re Stadt soll­te für alle Ver­kehrs­teil­neh­mer gleich­ran­gig gut mobil orga­ni­siert wer­den. Die Situa­ti­on für Rad­fah­rer in Wunstorf ist grund­sätz­lich gut. Durch zusätz­li­che Rad­we­ge und mehr Ver­kehrs­er­zie­hung kön­nen wir mehr Sicher­heit für Fuß­gän­ger und Rad­fah­rer schaf­fen. Auch ver­mehr­te Kon­trol­len an Unfall­schwer­punk­ten durch die Poli­zei kön­nen aus unse­rer Sicht hier wei­ter­hel­fen. In Ihrer Fra­ge schwingt die Ant­wort mit, nur den Aus­bau der Rad­we­ge zu bevor­zu­gen. Mit Sicher­heit wer­den wir auch für die Wege und die Mobi­li­tät, zum Bei­spiel der Fuß­gän­ger, eini­ges ver­bes­sern müs­sen.

logo-spdAnt­wort der SPD: Die Stadt ist ver­kehrs­si­che­rer gewor­den. Trotz­dem sind wei­te­re Maß­nah­men nötig. Zen­tral ist die Redu­zie­rung des Ver­kehrs durch eine Orts­um­ge­hung, aber auch brei­te­re Rad- und Fuß­we­ge und mar­kier­te Rad­ver­kehrs­füh­run­gen auf der Fahr­bahn hel­fen. Wir wol­len die Über­gän­ge für Rad­fah­rer an viel befah­re­nen Stra­ßen ver­bes­sern, zum Bei­spiel an der Klein Hei­dor­ner Stra­ße. Für eini­ge Stra­ßen aller­dings sind wir als Stadt nicht Bau­last­trä­ger und damit nicht zustän­dig, weil sie Bun­des-, Lan­des- oder Regi­ons­stra­ßen sind. Hier set­zen wir uns bei der Regi­on, beim Land oder beim Bund für Ver­bes­se­run­gen ein, kön­nen die­se aber nicht selbst beschlie­ßen. Eben­so not­wen­dig wie bau­li­che und ver­kehrs­re­geln­de Ein­grif­fe sind zudem Auf­klä­rungs- und Öffent­lich­keits­ar­beit, um ein rück­sichts­vol­les Ver­kehrs­ver­hal­ten zu errei­chen.

Alle wei­te­ren Fra­gen, Ant­wor­ten und Posi­tio­nen: Hier in unse­rem Schwer­punkt zur Wunstor­fer Kom­mu­nal­wahl 2016!

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Andreas Balleier Fotografie

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