Sparkasse Wunstorf schränkt ihr Angebot vor Ort weiter ein » Wunstorfer Auepost

Spar­kas­se Wunstorf schränkt ihr Ange­bot vor Ort wei­ter ein

In grö­ße­ren Städ­ten haben die Ban­ken den Struk­tur­wan­del schon län­ger voll­zo­gen, nun macht er sich auch ver­stärkt in Wunstorf bemerk­bar. Begin­nend mit der Finanz­kri­se, aber spä­tes­tens seit der Nied­rig­zins­po­li­tik der Euro­päi­schen Zen­tral­bank began­nen immer mehr Ban­ken, klei­ne­re Außen­stel­len ihres Fili­al­net­zes zu schlie­ßen bzw. „auf Selbst­be­die­nung umzu­stel­len“, was in der Regel das schlich­te Übrig­las­sen eines Geld­au­to­ma­ten an der Haus­fas­sa­de bedeu­te­te.

Geisterfiliale: Hinter der Fassade warten nur noch Automaten (hier: Barneplatz) | Bild: Daniel Schneider
Geis­ter­fi­lia­le: Hin­ter der Fas­sa­de war­ten nur noch Auto­ma­ten (hier: Bar­n­e­platz) | Bild: Dani­el Schnei­der

Auch die Spar­kas­se Wunstorf gibt nun zum zwei­ten Mal eine voll­wer­ti­ge Filia­le auf – zum 1. Janu­ar 2016 wird der bis­lang regu­lä­re Betrieb der Ost­stadt-Filia­le in der Blu­men­au­er Stra­ße ein­ge­stellt. Das Geld­in­sti­tut begrün­det die Kon­zen­tra­ti­on der Mit­ar­bei­ter an zen­tra­le­ren Stand­or­ten u. a. mit den gestie­ge­nen gesetz­li­chen Pflich­ten, die in Fol­ge der Leh­man-Bro­thers-Plei­te und der dar­auf­fol­gen­den Ban­ken­kri­se von der Bun­des­re­gie­rung beschlos­sen wur­den. Ban­ken und Spar­kas­sen kön­nen ihren Kun­den heu­te qua­si nicht mehr im Vor­bei­ge­hen Zer­ti­fi­ka­te und ähn­li­che Anla­ge­pro­duk­te ver­kau­fen, son­dern sind gezwun­gen, z. B. die Auf­klä­rung des Kun­den über mög­li­che Risi­ken genau zu doku­men­tie­ren. Andern­falls dro­hen sie in Regress genom­men zu wer­den, wenn sich die Papie­re nicht wie erhofft ent­wi­ckeln.

Damit ent­steht nun auch in der Ost­stadt eine Art Geis­ter­bank, eine Ban­ken­at­trap­pe, wo zwar noch Kon­to­aus­zugs­dru­cker und Geld­au­to­mat ste­hen, aber kein Mit­ar­bei­ter mehr ansprech­bar ist. In der Filia­le in der Bar­ne wur­de die­ser Schritt bereits im August die­ses Jah­res voll­zo­gen (Foto), hier weist nur noch ein Pla­kat im Vor­raum auf die mög­li­che Bera­tung in der Haupt­fi­lia­le in der Lan­gen Stra­ße hin.

Von außen wirkt es wei­ter­hin, als ob die Spar­kas­se vor Ort in den Stadt­tei­len Prä­senz zeigt wie eh und je, doch kommt man näher, ent­puppt sich die Bank dann als nun über­di­men­sio­nier­te Räum­lich­keit für Geld­au­to­mat, Bank­ter­mi­nal und Kon­to­aus­zugs­dru­cker. Nur der Vor­raum ist noch zugäng­lich, die eigent­li­che Filia­le ver­waist.

Die Spar­kas­se ist in Wunstorf somit Vor­rei­ter der Ent­wick­lung weg vom unmit­tel­ba­ren Vor-Ort-Anbie­ter, hin zum Kern­ge­schäft mit Auto­ma­ten­be­die­nung in den Außen­stel­len. Die Volks­bank über­näh­me somit wie­der die Füh­rung, was die Fili­al­dich­te in Wunstorf anbe­langt. Wie lan­ge noch, das wird die Zukunft zei­gen.

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Andreas Balleier Fotografie
2 Kommentare
  1. […] ist von den aktu­el­len Ent­wick­lun­gen nicht betrof­fen – da hier die Aus­dün­nung schon längst voll­zo­gen wur­de. Denn in Wunstorf gibt es seit dem 1. Janu­ar 2016 ohne­hin nur noch eine ein­zi­ge klas­si­sche […]

  2. […] nicht lan­ge resi­diert die Wunstor­fer Zweig­stel­le der Lebens­hil­fe Seel­ze in der Bar­ne. Als die Stadt­spar­kas­se größ­ten­teils aus­zog, ver­ließ die Lebens­hil­fe ihr altes Domi­zil in der Lan­gen Stra­ße. Auch den Namen nahm man mit: […]

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