
Kolenfeld (red). Aus allen Richtungen fahren Feuerwehrfahrzeuge mit Blaulicht und Martinshorn Richtung Kolenfeld. Aus Kolenfeld selbst, aber auch aus Luthe und der Kernstadt rücken die Retter aus. Kurz darauf macht sich auch noch die spezialisierte Hygieneeinheit aus Klein Heidorn auf dem Weg nach Kolenfeld.
Im Ort stehen Menschen an der Straße und schauen zu, wie eine Feuerwehr nach der nächsten in die Calenberger Straße einbiegt. Rauch steigt über einem Gebäude in den Himmel – aber es ist kein Brandgeruch zu bemerken. Irgendetwas scheint hier ganz und gar nicht zu stimmen, Ratlosigkeit macht sich breit, und die ersten Gerüchte machen die Runde in der Stadt.
Aber die Einsatzkräfte sind echt, der Einsatz auch – nur der Brandort nicht. Der ist präpariert, mit Kunstnebel und Puppen. Eine Großübung läuft am vergangenen Freitag, den 25. September 2026, in Kolenfeld.
Um 16.37 Uhr ging der Alarm raus an die Feuerwehren, die sich samt der Einsatzleitung der Stadtfeuerwehr auf den Weg machten. Auch wenn nach außen bis dahin alles echt wirkte – vor Ort war dann sofort klar, dass es sich um ein geplantes Szenario handelte. Die Nachbarschaft sah trotzdem zu, wie sich Atemschutzgeräteträger gleich truppweise bereit machten, ins simulierte Feuer zu gehen.




In einem zum Abriss vorgesehenen Gebäudekomplex im Ortskern hatte man folgendes Übungsszenario vorbereitet: Drei Personen sollten in dem stark verrauchten Haus vermisst sein, mehrere Trupps dann unter schwerem Atemschutz in zwei Einsatzabschnitten nach ihnen suchen und die Geretteten ins Freie bringen, um schließlich das Gebäude zu belüften.
Auch die Versorgung nach dem Atemschutzeinsatz war Teil der Übung. Die Hygieneeinheit aus Klein Heidorn übernahm die Grobreinigung der kontaminierten Einsatzkleidung und bereitete sie für die fachgerechte Reinigung vor. Über einen angeforderten Logistik-Gerätewagen wurden Schläuche und Atemschutzmaterial ausgetauscht, damit alle Fahrzeuge nach Übungsende wieder vollständig ausgerüstet und einsatzbereit waren.

Insgesamt waren mehr als 70 Einsatzkräfte der Feuerwehr an dem Einsatz beteiligt. Kolenfelds Ortsbrandmeister Robert Focke lobte im Rahmen der Einsatznachbesprechung im örtlichen Gerätehaus die reibungslose Zusammenarbeit der beteiligten Ortsfeuerwehren.
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