Wunstorfer Auepost

FORUM Stadtkirche präsentiert Gemeinschaftsprojekt „Bewegung“: Kunstausstellung von Paul-Moor-Schule und Hölty-Gymnasium (ab 1.3.)

Termin veröffentlicht am: 02.03.2026

Die Paul-Moor-Schule und das Hölty-Gymnasium sind mit ihrer gemeinsamen Kunstausstellung „Bewegung“ im März und April 2026 zu Gast beim FORUM Stadtkirche. Die Kunstausstellung ist bis zum 12. April 2026 in der Stadtkirche Wunstorf zu sehen. Die feierliche Eröffnung erfolgt am Sonntag, den 1. März 2026 um 17 Uhr.

Eben waren es noch „Starke Frauen“, jetzt kommt „Bewegung“ in die Wunstorfer Stadtkirche: Das FORUM Stadtkirche präsentiert vom 1. März bis zum 12. April 2026 das Gemeinschaftsprojekt „Bewegung“ der Paul-Moor-Schule und des Hölty-Gymnasiums im historischen Herzen der Auestadt. Die gleichnamige Kunstausstellung wird am Sonntag, den 1. März 2026 um 17 Uhr, im Rahmen einer Vernissage feierlich eröffnet.

Das gemeinsame Kunstprojekt mit der Sek 1 E der Paul-Moor-Schule und dem Kunstkurs auf erhöhtem Niveau Jahrgang 12 des Hölty-Gymnasiums hat bereits im November 2025 begonnen. Neben der Förderschullehrerin Petra Wiesner, der pädagogischen Fachkraft Mondy Nagel und der Kunstlehrerin Katja Ippisch begleitet die Stadthäger Künstlerin Tania Smolka das Kunstprojekt. Sie hat bereits mehrere Kunstprojekte am Hölty-Gymnasium Wunstorf durchgeführt bzw. angeleitet, stellt selbst unkonventionelle, neue Maltechniken vor und leitet die Schülerinnen und Schüler zu einem experimentellen Umgang mit Farbe an. Für die Hölty-Schülerinnen und Schüler heißt das, sich auf eine reale Übung einzulassen, theoretische Überlegungen in die Praxis zu transportieren und Lösungen sowohl als Einzelner als auch in der Gruppe zu erarbeiten.

Diese neuen Erfahrungen haben die Hölty-SchülerInnen anschließend an die SchülerInnen der Paul-Moor-Schule weitergegeben, um so durch das Anleiten das Gelernte zu vertiefen. Das Experimentieren mit verschiedenen Farben fördert dabei nicht nur die Sinneswahrnehmung und Kreativität, sondern auch die Feinmotorik und Konzentration der Schüler/-innen.

Bei dem angewandten aleatorischen Verfahren steht die „Bewegung‟, um die es für die Hölty-Schüler/-innen auch in den vorgeschriebenen Zentralabiturthemen geht, im Vordergrund. So bezieht sich diese Arbeitsweise auf die informelle Malerei von Karl Otto Götz, der die Rakeltechnik entscheidend geprägt und weiterentwickelt hat. Durch den experimentellen Einsatz von Acrylfarben und Duschabziehern auf großen Papierbahnen wird die durch Götz berühmt gewordene Rakeltechnik nachgeahmt und es entstehen spontane, abstrakte Bildkompositionen, bei denen Bewegung, Zufall sowie persönliche Entscheidungen bildbestimmend sind. Dazu werden Acrylfarbpunkte auf großen weißen Papierbahnen
aufgetragen und anschließend mit einem Duschabzieher in einer fließenden Bewegung über die Fläche verwischt. Es entstehen dadurch dynamische Farbspuren, die die ausgeführte Bewegung sichtbar machen.

Mit Hilfe von Passepartouts in unterschiedlichen Größen werden anschließend interessante Bildausschnitte aus den entstandenen dynamischen Strukturen, Überlagerungen und Farbverläufen ausgewählt und ausgeschnitten. Die Schüler/-innen erleben in diesem Schritt einen „Aha-Effekt‟ – erst durch die weißen Passepartouts entfalten ihre Werke plötzlich eine neue, stärkere Wirkung. Was zunächst nach wirrer, chaotischer Farbklekserei auf großen Papierbahnen aussieht, sticht jetzt als dynamisch-harmonischer Farbklang heraus, denn die Rahmung lenkt den Blick auf Details der Komposition, lässt die Farben erstrahlen und verleiht den Werken einen galerie-ähnlichen Charakter.

Im Anschluss an die malerische Arbeit mit der Rakeltechnik nach Karl Otto Götz werden die entstandenen Papierreste und Farbflächen nicht entsorgt, sondern von den Schüler/-innen als Ausgangsmaterial für dreidimensionale Papierplastiken genutzt. Die bemalten Papiere werden zerschnitten, gerissen, gefaltet oder gerollt und durch Knicken, Schichten, Stecken und Kleben zu individuellen Papierplastiken erweitert.

In den entstandenen individuellen abstrakten Kunstwerken kann die Bewegung nicht nur gesehen, sondern als lebendiges Zusammenspiel von Farbe, Rhythmus und Klang erlebt werden. Einen besonderen Reiz stellt dabei das Wechselspiel der technisch verschiedenen, im Dialog
miteinander korrespondierenden Werke dar: Die zweidimensionalen Werke zeigen Bewegung als Spur auf der Fläche, während die Plastiken diese Bewegung in den Raum fortsetzen sowie körperlich erfahrbar machen – so wird die Bewegung vom Bild zur Plastik weitergedacht.

Jedoch zeigt sich die Bewegung nicht nur in den künstlerischen Werken, sondern auch auf zwischenmenschlicher Ebene: Ziel dieses Gemeinschaftsprojektes ist es, durch die gemeinsame künstlerische Arbeit beidseitig bestehende Berührungsängste der Schüler/-innen zweier verschiedener Schulformen abzubauen, einen respektvollen und toleranten Umgang miteinander zu üben und die Offenheit und das Verständnis füreinander zu fördern. Dabei stehen nicht in erster Linie die praktischen Ergebnisse im Vordergrund, sondern der Prozess. Durch die anschließende Ausstellung der künstlerischen Arbeiten in der Stadtkirche Wunstorf kann dieser gemeinsame Weg wertgeschätzt und reflektiert werden.

Musikalisch umrahmt wird die Eröffnung der Kunstausstellung von dem Schulchor “Buntklang” der Paul-Moor-Schule unter der Leitung von Gaby Grest, Rabea Wedeking und Jonte Wittkugel. Im gebärdenunterstützenden Singen der Hölty- und Paul-Moor-Schüler/innen verbinden sich die
ausgestellten Kunstexponate auf sinnlich-ästhetische Weise mit Stimme, Klang und Bewegung.

Der Eintritt ist frei; die Veranstalter freuen sich über Spenden. Außerhalb der regulären Öffnungszeiten der Stadtkirche (Dienstag, Mittwoch, Donnerstag: 15 bis 17 Uhr sowie Freitag 10 bis 12 Uhr) kann die Ausstellung natürlich auch im Rahmen aller weiteren Veranstaltungen des Forums oder der Stifts-Kirchengemeinde bis zum 12. April 2026 in der Stadtkirche besucht werden.

veröffentlicht am: 02.03.2026
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