
Mit dem Chor KUM BA YAH feiert die Stifts-Kirchengemeinde den Martin Luther King Day am Sonntag, den 25. Januar, um 18:00 Uhr in der Stadtkirche. Sie erinnert an den Geburtstag des Bürgerrechtlers Martin Luther King, der als Gedenktag jedes Jahr im Januar gefeiert wird. Das Thema in diesem Jahr: Martin Luther King und der zivile Ungehorsam.
Am 1. Dezember 1955 bleibt Rosa Parks sitzen. Sie wehrt sich. Ziviler Ungehorsam gegen Rassentrennung. Der Auftakt zum Montgomery-Busboykott liegt nun 70 Jahre zurück. Die Aktion markiert den Beginn der Civil Rights Movement in Amerika. Der junge Pastor Martin Luther King wird zu ihrem Anführer. Er macht die Gewaltfreiheit zum Mittel des Protests.
Daran erinnern die Wunstorfer Christlichen Pfadfinder in einem Gottesdienst am Sonntag, den 25. Januar, um 18:00 Uhr in der Stadtkirche. Mit dabei ist wieder der Gospelchor KUM BA YAH aus Neustadt unter der Leitung von Dietmar Brodkorb. Mit traditionellen Negro Spirituals sorgt er für die passende Atmosphäre und regt die Besucher zum Mitsingen an.
Der Busboykott vor 70 Jahren war der bahnbrechende Protest gegen die Rassentrennung in den USA. Er hat die amerikanische Bürgerrechtsbewegung maßgeblich geprägt, indem er die Macht des gewaltlosen Widerstands demonstrierte. Martin Luther King wurde ihr Anführer und einte die afroamerikanische Gemeinschaft. Die Kirchengemeinden spielten eine wichtige Rolle bei der Organisation des Boykotts, der über ein Jahr andauerte und erst durch das gesetzliche Verbot der Trassentrennung in öffentlichen Bussen beendet wurde.
King ging es aber nie nur um reinen Widerstand. Alle Aktionen hat er vom Evangelium her verstanden. Die Mitte seines Denkens war geprägt von dem Bewusstsein: „We are all brothers and sisters in Jesus Christ.“ – Wir sind alle Brüder und Schwestern in Christus. King begegnet der Ungerechtigkeit mit der Macht der Liebe Jesu. Niemand ist besser oder mehr wert als der andere, egal welche Hautfarbe oder Religion ein Mensch hat. Von daher leitete King die Pflicht ab, gegen Unrecht aufzubegehren.
„Martin Luther King ist eine inspirierende Persönlichkeit, die gegen Unrecht aufstand und für die sprach, die selbst keine Sprache haben. Die Idee für den gewaltlosen Widerstand hat King von Gandhi gelernt“, sagt Pastor Volker Milkowski, der den Gottesdienst mit Pfadfindern vorbereitet hat. Die jungen Pfadfinder, deren Ortsgruppe den Namen Martin Luther King als Vorbild und Namenspatron trägt, haben sich mit King ein Vorbild gesucht, das auch in ihrem Alltag eine Rolle spielt. Hat doch der Baptistenprediger nicht nur in Amerika eine tiefe gesellschaftliche Wirkung entfaltet, wo der Martin Luther King Day seit 1986 Nationalfeiertag ist. „Rassismus, Ungerechtigkeit, Armut und Krieg sind die Dinge, die uns jungen Menschen Angst machen“, erläutert Florian Heil, Leiter der Wunstorfer Pfadfinder. Sich dagegen zu engagieren, sei heute genauso wie vor 70 Jahren wieder gefragt. „Übrigens war Martin Luther King selbst Pfadfinder und in seiner Heimatstadt Atlanta Mitglied des Troop 151 an der Ebenezer Baptist Church.“
Videoclips mit Ausschnitten aus Kings Reden, Anspiel und eine Werkstattphase, in der die Gottesdienstbesucher untereinander in kleine Diskussionsrunden gehen, sind seit Jahren Bestandteil des Gottesdienstes, der ca. 75 Minuten dauert.
Weltweit berühmt wurde Martin Luther King durch den Marsch auf Washington im Jahr 1963. Mehr als 250.000 Menschen demonstrierten friedlich für ein Ende der Rassentrennung und für Gleichberechtigung und Frieden. Hier hielt der spätere Friedensnobelpreisträger seine bekannteste Rede „Ich habe einen Traum“. An biblische Verse des Propheten Jesaja angelehnt, zeichnet er darin aus seiner tiefen Glaubensüberzeugung heraus seine Vision für eine geeinte und friedliche Welt. Bis heute verbindet dieses „I have a dream…“ Menschen auf der ganzen Welt. Seine Hoffnung auf eine Gesellschaft ohne Gewalt, Diskriminierung, Unterdrückung und rassistische Übergriffe ist noch nicht zu Ende geträumt. Deshalb ist die Erinnerung an den Geburtstag Kings eine große Gelegenheit, wieder auf seine Stimme zu hören.
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