
In der Klosterkirche Mariensee findet am Sonntag nach Ostern, dem 12. April ab 16 Uhr ein Mittelalter-Konzert mit Guntars Pranis (Lettland/Norwegen) und Chören der Region statt.
„Ista est speciosa“ – „Köstlich ist sie“ so beginnt ein spätmittelalterlicher Gesang über die Gottesmutter Maria, den Odilie von Ahlden, Äbtissin des Klosters Mariensee, in ihr prunkvolles Gebetbuch aus dem Jahr 1522 eingefügt hat. An genanntem Sonntag nun wird dieses echte Stück Neustädter Musikgeschichte erneut der Ausgangspunkt für eine spannende musikalische Reise sein: Ein Konzert mit gregorianischen Gesängen in unterschiedlichsten Facetten, von der „Reinform“ bis hin zur Kombination mit stimmungsvollen modernen Klängen, und das in der einzigartigen Akustik der gotischen Klosterkirche. Weit gereister Gast des Abends ist Guntars Pranis, Experte für Musik des Mittelalters, der zudem seine Drehleier im Gepäck haben wird. Als langjähriger Professor und Rektor der Musikhochschule Riga sowie als Leiter des Ensembles Schola Cantorum Riga begeistert er die Musikwelt seit vielen Jahren durch innovative Projekte rund um gregorianische Gesänge, die er in gewagten und stimmungsvollen Konzertkonzeptionen und mehrfach preisgekrönten CD-Aufnahmen ganz neu und frisch zum Leben erweckt. Seit einiger Zeit lebt Guntars Pranis in Norwegen; die Verbindung nach Mariensee entstand durch seine jahrzehntelange enge Freundschaft zum Neustädter Organisten und Chorleiter Jan Katzschke. Beide gemeinsam haben dieses besondere Programm konzipiert, in das Pranis auch Chorsängerinnen und -sänger aus unserer Region einbeziehen wird.
Dem Konzert geht um 15.00 Uhr eine Ausstellungseröffnung im Kreuzgang des Klosters voraus: Textilkunst der Künstlerin Marie Katharina Fischer, präsentiert von Johannes Brandes (Einführung) und Luise Volkmann (Saxophon). Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei.
Die einstimmige Musik des Mittelalters ist Grundlage aller europäischen Musik wie wir sie heute kennen. Bis zur Entstehung der Mehrstimmigkeit im 11. Jahrhundert war die Musik reine Melodie – ohne Begleitung weiterer Stimmen und nur selten unterstützt durch Instrumente, aber dennoch ausgefeilt zu höchster Kunst. Auch im Neustädter Land dürften diese Gesänge jahrhundertelang erklungen sein, vor allem im Kloster Mariensee. Für alle, die einen tieferen Einblick in diese faszinierende Welt erhalten wollen, gibt Guntars Pranis, Professor der lettischen Musikakademie Riga, am Samstag, den 11. April ab 15.00 Uhr ein etwa zweistündiges Gregorianik-Seminar im Kloster. Im Mittelpunkt stehen sowohl die Geschichte der einstimmigen Musik des Mittelalters als auch das praktische Singen mit den Teilnehmenden.
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