Mehr Frauen an die Spitze

Erstmals Mentoring-Programm für Ärztinnen im KRH

Seit Jahren absolvieren in Deutschland mehr Frauen als Männer ein Medizinstudium, doch in ärztlichen Führungspositionen dominieren weiterhin die Männer. Das KRH möchte erstmals im Rahmen eines EU-Projektes „Fachkräfte sichern durch Gleichstellungspolitik im Krankenhaus“ Ärztinnen gezielt motivieren und fördern, die eine Führungsposition anstreben.

Mentoring-Programm für Ärztinnen im KRH
Auftaktveranstaltung des Mentoring-Programms für Ärztinnen im KRH. | Foto: KRH

Wunstorf (red). Die Medizin ist weiblicher denn je, seit Jahren absolvieren in Deutschland mehr Frauen als Männer ein Medizinstudium. Doch ärztliche Führungspositionen sind immer noch weitgehend Männersache. Dieser bundesweite Befund gilt auch für das KRH. Bei den Assistenzärzten sind Frauen noch in der Mehrheit (rund 60 Prozent), doch je höher die Karrierestufe, desto geringer wird der Anteil der Ärztinnen. Bei den Chefärzten sind es noch gerade mal rund zehn Prozent.

Das KRH möchte jetzt erstmals im Rahmen eines EU-Projektes „Fachkräfte sichern durch Gleichstellungspolitik im Krankenhaus“ Ärztinnen gezielt motivieren und fördern, die eine Führungsposition anstreben, betont KRH-Geschäftsführer Michael Born. In einem sogenannten „Cross-Mentoring-Programm“ haben Ärztinnen während oder nach ihrer fachärztlichen Weiterbildung Gelegenheit, sich von einer erfahrenen ärztlichen Führungskraft unterstützten zu lassen. Bei der Auftaktveranstaltung Anfang Juni wurde das Programm im Detail vorgestellt. Als Gast hielt Prof. Dr. Gabriele Kaczmarczyk (Charité, Vizepräsidentin des Deutschen Ärztinnenbunds) einen Vortrag zum Thema „Frauen mit an die Spitze in der Medizin“.

An dem EU-Projekt zur Förderung von Ärztinnen nehmen außer dem KRH auch das Klinikum München, das Klinikum Karlsruhe und das Klinikum Solingen teil. Im Mittelpunkt des Programms steht jeweils ein Tandem aus einer Nachwuchs-Ärztin (Mentee) und einer erfahrenen Führungskraft (Mentorin oder Mentor). Die Mentoring-Paare arbeiten mindestens ein Jahr zusammen und vereinbaren ihre Termine nach Bedarf. Begleitend werden den Mentees Führungskräftefortbildungen und regelmäßige Netzwerktreffen angeboten. Die Organisation des Programms liegt in den Händen des Gleichstellungsreferates (Susanne Klyk, Vera Lemke und Annette Wiede).

Die Resonanz auf das Programm ist schon jetzt beachtlich. Es haben sich bereits jeweils rund 20 Mentees und 20 Mentorinnen und Mentoren gemeldet, die mitmachen wollen. Unter den Mentoren sind Chefärztinnen und Chefärzte, Führungskräfte aus der Geschäftsführung, Direktorien, zentralen Bereichen und Instituten. Die Mentees stammen aus verschiedenen KRH-Häusern, darunter ist auch eine Ärztin aus einem Partnerkrankenhaus des EU-Projekts. Im Sommer wird das Programm weiter vorbereitet, anschließend werden die Tandems aus Mentees und Mentoren gebildet. Im November ist eine Fortbildungsveranstaltung für alle Mentees geplant.

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