Frühlingsanfang

Johan­ni­ter decken Heu­schnup­fen-Mythen auf und geben Tipps für All­er­gi­ker

Nies­at­ta­cken, schnup­fen­de Nase, trä­nen­de und jucken­de Augen – wel­cher All­er­gi­ker kennt das nicht? Der Früh­ling steht vor der Tür und damit ist pas­send für vie­le das leid­vol­le The­ma Heu­schnup­fen wie­der prä­sent. Die Johan­ni­ter klä­ren über Sym­pto­me auf, geben Tipps und gehen Mythen auf den Grund.

Heuschnupfen
Früh­lings­an­fang ist Heu­schnup­fen­zeit. | Foto: Juli­an Ros­sig, Johan­ni­ter

Sym­pto­me rich­tig deu­ten

Die Haupt­sai­son der Pol­len ist von April bis August. Aller­dings kön­nen sich die­se Zei­ten durch soge­nann­te Früh- bzw. Spät­blü­her­pol­len um zwei bis drei Mona­te nach vor­ne oder nach hin­ten ver­schie­ben. Genau in die­sen Zei­ten wer­den Mil­lio­nen von Men­schen von ent­spre­chen­den Sym­pto­men beglei­tet: unter ande­rem der Fließ­schnup­fen, eine lau­fen­de Nase, aber auch trä­nen­de und bren­nen­de Augen. Die auf­ge­zähl­ten Anzei­chen sind typisch für einen all­er­gi­schen Schnup­fen.

Den­noch kön­nen neben­her noch wei­te­re Merk­ma­le auf­tre­ten, bei­spiels­wei­se ein unan­ge­neh­mer Juck­reiz oder ein Bren­nen im Hals. Dar­über hin­aus kann es durch gewis­se Rei­ze der Schleim­häu­te auch zu Infek­tio­nen und Ent­zün­dun­gen der Nasen­ne­ben­höh­len kom­men. Des­halb ist es für Betrof­fe­ne umso wich­ti­ger, beim Auf­tre­ten die­ser Sym­pto­me einen Arzt auf­zu­su­chen. Erst nach einer ärzt­li­chen Abklä­rung und einem prä­zi­sen All­er­gie­be­fund kann es zu einer erfolg­rei­chen Behand­lung des Heu­schnup­fens kom­men. Denn bleibt die­ser unbe­han­delt, kann es für den Betrof­fe­nen durch­aus gefähr­lich wer­den: All­er­gi­sches Asth­ma oder Kreuz­all­er­gi­en kön­nen die Fol­ge sein.

Mythen rund um das The­ma Heu­schnup­fen

Stimmt es eigent­lich, dass Men­schen in der Stadt weni­ger unter Heu­schnup­fen lei­den als Men­schen auf dem Land? Und lin­dert Regen wirk­lich die Beschwer­den der All­er­gie?

Der Lan­des­arzt der Johan­ni­ter in Nie­der­sach­sen und Bre­men Dr. Hans-Peter Reif­fen klärt über eini­ge Mythen auf:

Mythos 1: „Regen lin­dert die All­er­gie-Beschwer­den.“

Die­se Aus­sa­ge ist so nicht ganz rich­tig. Pol­len wer­den vom Wind ver­weht. Nach einem Regen­schau­er blei­ben nas­se Pol­len zunächst ver­mehrt am Boden kle­ben und die Pol­len­kon­zen­tra­ti­on in der Luft sinkt vor­über­ge­hend. Die­ser Effekt ver­flüch­tigt sich aber sehr schnell wie­der.

Mythos 2: „Abends ist die Pol­len­be­las­tung nied­ri­ger als zu ande­ren Tages­zei­ten.“

Blü­ten öff­nen sich wär­me- und licht­ab­hän­gig, sodass es tags­über zu einer ver­mehr­ten Frei­set­zung von Pol­len kommt. Luft­ver­we­hun­gen der frei­ge­setz­ten Pol­len fin­den aller­dings tages­zeit­un­ab­hän­gig statt. Des­halb kön­nen auch nachts erheb­li­che Belas­tun­gen auf­tre­ten. Den­noch soll­te man sport­li­che Akti­vi­tä­ten im Frei­en durch­aus eher auf den frü­hen Mor­gen oder den Abend – am bes­ten nach einem Schau­er – ver­le­gen.

Mythos 3: „In der Stadt lei­den All­er­gi­ker weni­ger.“

Luft­ver­schmut­zung und Umwelt­gif­te erhö­hen das all­er­ge­ne Poten­ti­al der Pol­len. Zwar sind mit grö­ße­ren Ent­fer­nun­gen von der Quel­le der Pol­len weni­ger Pol­len in der Luft, die­ser Effekt ist aber in der Pra­xis kaum wahr­zu­neh­men.

Mythos 4: „Wer als Kind kei­nen Heu­schnup­fen hat, bekommt auch kei­nen mehr.“

Die­se Aus­sa­ge ist falsch, Heu­schnup­fen kann sich in jedem Alter ent­wi­ckeln. Die soge­nann­ten Spät­ma­ni­fes­ta­tio­nen kamen in den letz­ten Jah­ren immer häu­fi­ger vor.

Fünf Tipps für All­er­gi­ker bei Heu­schnup­fen

Natür­lich lässt sich der Kon­takt mit Pol­len nicht voll­kom­men ver­mei­den, den­noch gibt es eini­ge Ver­hal­tens­tipps, um die tem­po­rä­ren Lei­den etwas erträg­li­cher zu gestal­ten.

Die Johan­ni­ter geben Betrof­fe­nen ein paar hilf­rei­che Tipps für den All­tag mit auf den Weg:

  1. Auch nachts soll­ten die Fens­ter grund­sätz­lich geschlos­sen blei­ben.
  2. Für Fens­ter gibt es soge­nann­te Schutz­fil­ter, die beim Lüf­ten das Ein­drin­gen von Pol­len ver­mei­den bzw. redu­zie­ren.
  3. Auch für die Kli­ma­an­la­ge im Auto gibt es Fil­ter, wel­che regel­mä­ßig aus­ge­wech­selt wer­den soll­ten. Ein wei­te­rer Tipp: Immer mit geschlos­se­nem Fens­ter fah­ren!
  4. Getra­ge­ne Klei­dung vom Tag nicht über Nacht im Schlaf­zim­mer lie­gen las­sen und abends duschen gehen. Dabei soll­ten auch die Haa­re mit­ge­wa­schen wer­den.
  5. Hil­fe kann auch ein Pol­len­flug­ka­len­der ver­schaf­fen, die­ser gibt Infor­ma­tio­nen, wann in wel­cher Regi­on wel­che Arten von Pol­len flie­gen (www.allergie.de).

Wenn alles nichts mehr hilft

Wer stark unter Pol­len­all­er­gie lei­det und die Sym­pto­me auf lan­ge Sicht bekämp­fen will, kann über eine Lang­zeit­be­hand­lung nach­den­ken. Die soge­nann­te Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung pro­gram­miert das Immun­sys­tem dau­er­haft um und macht es weni­ger emp­find­lich“, sagt Lan­des­arzt Dr. Reif­fen. Die prä­ven­ti­ve The­ra­pie ver­langt einen lan­gen Atem und kon­ti­nu­ier­li­che Kon­trol­le: Bei einer Hypo­sen­si­bi­li­sie­rung wer­den die all­er­gie­aus­lö­sen­den Stof­fe über einen län­ge­ren Zeit­raum per Tablet­ten oder Sprit­zen ver­ab­reicht.

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1 Kommentar
  1. Rebekka Steiding meint

    And­re Stei­ding

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