Teile der Nordstadt evakuiert

Kampfmittelräumdienst sprengt Granate an Westaue

Am Sonntagmorgen wurde nach der Evakuierung von Teilen der Nordstadt eine Panzerabwehrgranate gesprengt.

Granatenfund
Die gefundene Granate am Ufer der Westaue | Foto: Feuerwehr Wunstorf

Wunstorf (red). Gestern Abend war am Ufer der Westaue eine alte Panzerabwehrgranate entdeckt worden. Der Kampfmittelräumdienst rückte an und stellte fest, dass die Granate nicht abtransportiert werden konnte. Eine Sprengung vor Ort wurde unumgänglich. Die Granate stammt nicht aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern ist jüngeren Datums, offenbar aus russischen Beständen. Wie sie in den Bereich an der Bahnbrücke gelangte, ist unklar.

Sprengung auf Folgetag verschoben

Feuerwehrführung, Bürgermeister und Polizei trafen daraufhin die gemeinsame Entscheidung, die Sprengung auf den heutigen Morgen zu verschieben, um eine nächtliche Evakuierung zu vermeiden. In der Zwischenzeit wurde der Einsatz vorbereitet. Am Sonntagmorgen um 6 Uhr wurde dann die Einsatzleitgruppe der Stadtfeuerwehr Wunstorf für die weitere Einsatzplanung alarmiert, ab 8 Uhr erfolgte die Alarmierung aller Feuerwehren der Stadt, damit die Evakuierung der betroffenen Straßenzüge beginnen konnte. Die Bewohner der Straßen Gänsebruch, Georg-Büchner-Straße, Fritz-Reuter-Straße, Heinrich-von-Kleist-Straße, Heinrich-Heine-Straße und Nordbruch mussten ihre Wohnungen und Häuser verlassen, auch Teile der Stiftsstraße und des Blumenauer Kirchwegs wurden teilweise evakuiert. Insgesamt mussten 150 Anwohner das gefährdete Gebiet verlassen.

Westauewiesen
In der Nähe der Bahnbrücke am Ufer der Westaue war die Granate entdeckt worden (Archivbild)

Notquartier in der Stadtschule eingerichtet

Nach einer Einweisung durch den Stadtbrandmeister Martin Ohlendorf starteten die Einsatzkräfte von der Feuerwache Wunstorf in die Nordstadt und begannen ab 9 Uhr mit den Evakuierungsmaßnahmen. 203 Feuerwehrleute und 40 Einsatzkräfte der Johanniter waren im Einsatz, die Polizei war auch beritten unterwegs.

Stadtschule Wunstorf
In der Stadtschule wurde eine Sammelstelle eingerichtet (Archivbild)

Für betroffene Anwohner wurde eine Sammelstelle in der Stadtschule eingerichtet. Dort sorgte die Schnell-Einsatz-Gruppe der Johanniter für die Verpflegung der Personen und der Einsatzkräfte. Nicht gehfähige Personen wurden mit diversen Fahrzeugen der Johanniter zur Sammelstelle gebracht. Etwa 30 Anwohner nutzten die Möglichkeit, in der Sammelstelle unterzukommen, die übrigen gingen zu Freunden und Verwandten oder machten einfach einen Spaziergang.

Gefahrenbereich gegen 11 Uhr geräumt

Zwei Stunden später, gegen 11 Uhr, war das zu evakuierende Gebiet menschenleer. Ein Polizeihubschrauber suchte das Gebiet sicherheitshalber noch einmal mit einer Wärmebildkamera ab, ob Personen übersehen worden waren. Die Experten des Kampfmittelräumdienstes begannen daraufhin mit den Vorbereitungen zur Sprengung der Granate. Um 11.45 Uhr wurde diese dann erfolgreich gesprengt. Kurz darauf konnten die ersten Anwohner in ihre Häuser zurückkehren. Die betroffenen Nordstädter hatten während der Einsatzmaßnahmen viel Verständnis. Die Feuerwehr zeigte sich ebenfalls zufrieden mit den Abläufen während der nicht alltäglichen Situation.

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3 Kommentare
  1. Grit Decker sagt

    Schön, dass hier sämtliche Aktivitäten rund um die Entschärfung der Granate in geordneten Bahnen vor sich gehen und alles ein gutes Ende nehmen konnte, ohne das es zu Sach- u.v.a. ohne zu Personenschäden gekommen ist.

    Mit Sicherheit eine der potenziellen Gefahrensituationen für und Wunstorfer*innen im Allgemeinen, den Anwohnenden im Besonderen, wie auch der am Einsatz eingesetzten Kräfte, in welchen sich über einen guten Ausgang besonders gefreut wird.

    Da zeigt es sich erneut, dass sich die Alarmierung „unserer Mädels und Jungs“ im ersten Moment vielleicht als überzogen darstellen mag; doch im Interesse aller durchaus ihren Sinn ergibt:
    Nienand möchte schließlich einen hohen persönlichen Sachschaden-und erst recht nicht die Verletzung einer ihm/ihr nahestehenden Person beklagen müssen/wollen.

    So gebührt den gesamten am Einsatz Beteiligten mehr als ein „Danke und ihr habt wieder ’nen tollen Job gemacht“.
    Oder sieht’s jemand anders? *vorwarn knurr*…

  2. Basti g. sagt

    Da kann man mal sehen es gibt doch noch ordentliche Jugendliche die so etwas melden ! Hab die beiden Samstag im Wasser spielen sehen aber das so etwas dabei rauskommt hätte ich nicht erahnen können ! Danke nochmal Jungs

    1. Grit Decker sagt

      Meine Rede:
      1. Früher war mitnichten alles besser,
      2. Wird endlich Zeit, dass die „Jugend von heute“ so gesehen wird, wie sie ist.
      Nämlich, dass neben den unvermeidlichen höchst unangenehmen Zeitgenossen die meisten jungen Leute durchaus wissen, „was sich gehört“ und was eben nicht.

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