Notfunkübung der Amateurfunker

Kata­stro­phen­hil­fe am Funk­ge­rät

Am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de führ­te die Not­funk­grup­pe des Deut­schen Ama­teur Radio Clubs (DARC) in Schaum­burg eine Übung durch. Ziel war es, die Bewäl­ti­gung eines kom­plet­ten Aus­falls her­kömm­li­cher Kom­mu­ni­ka­ti­ons­we­ge zu simu­lie­ren. Auch die Orts­grup­pe aus Stein­hu­de war dabei.

Ama­teur­funk­an­lge in Kolen­feld | Foto: pri­vat

Stein­hu­de (red). Ama­teur­funk ist nicht nur ein fas­zi­nie­ren­des Hob­by, son­dern erfüllt auch eine Zivil­schutz­funk­ti­on im Kata­stro­phen­fall. Im Gesetz über den Ama­teur­funk ist die­se Auf­ga­be nor­miert:

Im Sin­ne die­ses Geset­zes ist Ama­teur­funk­dienst ein Funk­dienst, der von Funk­ama­teu­ren unter­ein­an­der, zu expe­ri­men­tel­len und tech­nisch-wis­sen­schaft­li­chen Stu­di­en, zur eige­nen Wei­ter­bil­dung, zur Völ­ker­ver­stän­di­gung und zur Unter­stüt­zung von Hilfs­ak­tio­nen in Not- und Kata­stro­phen­fäl­len wahr­ge­nom­men wird (…)“§ 2 Nr. 2 AfuG

Die­se Hilfs­funk­ti­on wur­de nun geübt. Das Ein­satz­sze­na­rio bestand aus einem flä­chen­de­cken­den Strom­aus­fall in Nord­deutsch­land: Lie­gen­ge­blie­be­ne Züge auf der Bahn­stre­cke Hannover–Minden sowie star­ker Frost erfor­der­ten die Sicher­stel­lung medi­zi­ni­scher und logis­ti­scher Ver­sor­gung ent­lang der Stre­cke. Denn ohne Strom fal­len Tei­le der Kom­mu­ni­ka­ti­on unver­züg­lich aus. Inter­net und Tele­fon wür­den beim Ein­tritt eines der­ar­ti­gen Ereig­nis­ses nicht mehr zur Ver­fü­gung ste­hen. Not­ru­fe kön­nen nicht mehr abge­setzt wer­den.

Ama­teur­funk füllt eine Lücke

Bei einem der­ar­ti­gen Kri­sen­sze­na­rio stellt der Ama­teur­funk eine effek­ti­ve Ergän­zung des Kata­stro­phen­schut­zes dar. Mit den bat­te­rie­be­trie­be­nen Gerä­ten der Funk­ama­teu­re kann Kom­mu­ni­ka­ti­on in Ein­satz­ge­bie­ten sicher­ge­stellt bzw. kön­nen Not­ru­fe aus der Bevöl­ke­rung abge­setzt wer­den, wenn das Han­dy­netz oder die Fest­netz­te­le­fo­nie längst zusam­men­ge­bro­chen sind. Dass das tat­säch­lich gut funk­tio­niert und kein theo­re­ti­sches Sze­na­rio ist, bewies die nun abge­hal­te­ne Übung.

Info: Ama­teur­funk
Wur­de Ama­teur­funk in Vor-Han­dy-Zei­ten auch pri­vat z. B. in Fahr­zeu­gen oft prak­tisch genutzt, ging die Ver­brei­tung in den letz­ten Jahr­zehn­ten stark zurück und ent­wi­ckel­te sich mehr noch zur Lieb­ha­be­rei, doch die Tech­nik bleibt robus­ter als ande­re Kom­mu­ni­ka­ti­ons­ar­ten. In dünn besie­del­ten Gegen­den der Erde spielt Ama­teur­funk auch heu­te noch eine not­wen­di­ge Rol­le. Die Ein­stiegs­hür­de ist rela­tiv hoch: Wer selb­stän­dig fun­ken will, braucht eine Lizenz und ent­spre­chen­des Equip­ment. Den­noch hat die unmit­tel­ba­re Kom­mu­ni­ka­ti­on auch über Län­der­gren­zen hin­weg nichts von ihrer Fas­zi­na­ti­on ver­lo­ren, mehr als 60.000 Ama­teur­fun­ker sind in Deutsch­land lizen­ziert. Bei­spie­le für ange­wand­ten Not­funk auch in Deutsch­land gibt es eini­ge, u. a. über­nah­men beim Unglück von Ram­stein 1988 Ama­teur­fun­ker Tei­le der Kom­mu­ni­ka­ti­on, als das Tele­fon­netz zusam­men­brach. Zuletzt wur­de der Not­funk in Deutsch­land 2002 bedeu­tend, als beim Elbe­hoch­was­ser im Bereich Bit­ter­feld der Behör­den­funk sowie die Han­dy­net­ze wegen Über­las­tung aus­fie­len.

Erfolg­rei­che Übung

Nach­dem vom Ein­satz­leit­wa­gen des ASB Fern­mel­de­grup­pe Nie­der­sach­sen, der eigens zu der Übung nach Stadt­ha­gen ange­for­dert wur­de, eine Alar­mie­rung der Funk­ama­teu­re auf dem 2-Meter-Band aus­ge­sen­det wur­de, dau­ert es kei­ne 60 Minu­ten, bis sich von den Bahn­hö­fen Wunstorf, Has­te und Dedensen mobi­le Funk­sta­tio­nen über die Not­funk­leit­sta­ti­on in Rinteln/Friedrichswald ein­satz­be­reit mel­de­ten. Im Fol­gen­den wur­den etli­che Mel­dun­gen aus dem Ein­satz­ge­biet über­mit­telt. Die Funk­sprü­che wur­den über die Ein­satz­lei­tung in Wunstorf vom Stand­ort der Fir­ma ATS Elek­tro­nik GmbH an eine mobi­le Funk­stel­le auf der Paschen­burg nach Hameln, Rin­teln bzw. zur
Ein­satz­leit­stel­le des Land­krei­ses Schaumburg/Nienburg in Stadt­ha­gen wei­ter­ge­ge­ben.

Die Funk­ama­teu­re wün­schen sich eine stär­ke­re Zusam­men­ar­beit mit Behör­den und Orga­ni­sa­tio­nen. Durch eine inten­si­ve­re Zusam­men­ar­beit lie­ße sich auf mehr als 60.000 lizen­zier­te Funk­ama­teu­re in Deutsch­land im Kata­stro­phen­fall zurück­grei­fen.

Info: DARC Orts­ver­band Stein­hu­der Meer
Der Orts­ver­band H35 (Stein­hu­der Meer) des Deut­schen Ama­teur Radio Club trifft sich regel­mä­ßig jeden 3. Mitt­woch im Monat in der Wald­gast­stät­te Altens Ruh. Funk­ama­teu­re, Inter­es­sier­te und Ver­tre­ter von Behör­den und Orga­ni­sa­tio­nen mit Sicher­heits­auf­ga­ben kön­nen sich zur Kon­takt­auf­nah­me an H. Bar­tels wen­den.
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