Stundenlange Rettungsversuche der Feuerwehr

Pferdetransporter verunglückt

Siebeneinhalb Stunden war die Feuerwehr gestern in Bergkirchen im Einsatz, um zwei Pferde aus einem verunfallten Transporter zu retten, der in den Straßengraben gerutscht war. Ein Tier war jedoch zu schwer verletzt.

Pferdeunfall Pferdetransporter
Das aus dem Anhän­ger befrei­te Pferd liegt im Stra­ßen­gra­ben | Foto: Feu­er­weh­ren SG Sach­sen­ha­gen

Sach­sen­ha­gen (red). Ein Unfall in Berg­kir­chen stell­te am Don­ners­tag­mor­gen die Feu­er­wehr vor Her­aus­for­de­run­gen: aus dem Ver­kehrs­un­fall wur­de eine stun­den­lan­ge kom­pli­zier­te Tier­ret­tung.

In Straßengraben gerutscht

Der mit zwei Pfer­den bela­de­ne Pfer­de­an­hän­ger war Don­ners­tag­früh in der Hagen­bur­ger Stra­ße in Berg­kir­chen in einen tie­fen Gra­ben gestürzt und umge­kippt. Bei­de Tie­re wur­den dabei in dem Anhän­ger ein­ge­schlos­sen. Drei frei­wil­li­ge Feu­er­weh­ren – Berg­kir­chen, Hagenburg/Altenhagen und Wöl­ping­hau­sen – wur­den zur Unfall­stel­le alar­miert.

Der Anhän­ger wur­de zunächst gesi­chert, an die Pfer­de kam man aber nicht unmit­tel­bar her­an, denn der Panik­ver­schluss des Führ­stricks lös­te sich nicht. Ein ein­fa­ches Durch­tren­nen war jedoch auch nicht mög­lich, da die Pfer­de mit den Hufen immer wie­der aus­tra­ten und die Ein­satz­kräf­te gefähr­de­ten. Die Feu­er­weh­ren impro­vi­sier­ten dar­auf­hin eine eige­ne Trenn­ein­rich­tung, mit der die Ver­bin­dung gelöst wer­den konn­te.

INFO: Panik­ha­ken
Ein Panik­ha­ken ist eine beson­de­re und sta­bi­le Form eines Kara­bi­ners, der sich in schwie­ri­gen Situa­tio­nen, auch wenn Zug­kräf­te auf das dar­an befes­tig­te Seil wir­ken, noch leicht lösen las­sen soll. In der Pra­xis funk­tio­niert das jedoch nicht immer wie gedacht.

Noch wäh­rend die Tie­re von den Stri­cken befreit wur­den, wur­den Las­ten­zug­ge­rä­te auf­ge­baut, um den umge­stürz­ten Anhän­ger zumin­dest so weit auf­rich­ten zu kön­nen, damit die Ein­stiegs­klap­pe geöff­net wer­den konn­te.

Pferd bricht aus

Mit tier­ärzt­li­cher Rück­ver­si­che­rung wur­de dann das ers­te Pferd mit­hil­fe von Lei­nen aus dem Anhän­ger gezo­gen. Nach­dem das Pferd wie­der fes­ten Boden unter den Füßen hat­te, kam es auf die Bei­ne und konn­te aus dem Gra­ben geführt wer­den. Auf der Stra­ße ange­kom­men, riss sich das Tier jedoch los, konn­te aber schnell wie­der ein­ge­fan­gen und auf eine Wei­de gebracht wer­den.

Zweites Pferd eingeklemmt

Um das zwei­te Pferd zu befrei­en, wur­de der Anhän­ger für eine bes­se­re Zugriffs­mög­lich­keit wei­ter auf­ge­rich­tet und die Trenn­wand ent­fernt. Dies muss­te sehr prä­zi­se und vor­sich­tig erfol­gen, um das zwei­te Tier nicht zu ver­let­zen. Als der Trans­por­ter ange­ho­ben war, wur­de jedoch fest­ge­stellt, dass ein Huf des Tie­res in der vor­de­ren Klap­pe ein­ge­klemmt war. Nun muss­te auch noch der Auf­bau vor­sich­tig mit einem Hebe­kis­sen bewegt wer­den. Dann end­lich konn­te auch das zwei­te Pferd mit­hil­fe eines Seils befreit wer­den.

Pferderettung Feuerwehr
Anle­gen des Ret­tungs­ge­schirrs | Foto: Feu­er­weh­ren SG Sach­sen­ha­gen

Das Tier blieb jedoch im Gra­ben lie­gen und mach­te kei­ne Anstal­ten, sich zu erhe­ben. Mit Feu­er­wehr­schläu­chen, die so hin­ge­legt wur­den, dass sie als Auf­steh­hil­fe dien­ten, wur­de ver­sucht, ob das Pferd aus eige­ner Kraft auf die Bei­ne käme. Zuvor muss­te jedoch der hava­rier­te Pfer­de­trans­por­ter kom­plett zurück auf die Stra­ße gezo­gen wer­den.

Großtierrettung läuft an

Das Tier blieb jedoch im Gra­ben, so dass nun Spe­zia­lis­ten der Feu­er­wehr aus Meer­beck-Nie­dern­wöh­ren und Roden­berg ange­for­dert wur­den, die z. B. über beson­de­res Ret­tungs­ge­schirr für Groß­tie­re ver­fü­gen. Dann kam jedoch der Zufall zu Hil­fe, denn an der Ein­satz­stel­le befand sich ein Last­wa­gen mit Hebe­kran einer Bau­fir­ma. Das Pferd konn­te so doch noch zügig aus dem Gra­ben befreit wer­den.

Aber auch auf der Stra­ße kam das Tier trotz Unter­stüt­zung nicht wie­der auf die Bei­ne. Die anwe­sen­den Tier­ärz­te schlä­fer­ten das ver­letz­te Pferd dar­auf­hin ein. Mit einem Trak­tor wur­de das Pferd dann von der Stra­ße gebor­gen.

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