Stadtgespräch

Region sucht Vermieter

Sozialer Wohnraum in Wunstorf fehlt

Laut der Region Hannover fehlen bis zum Jahr 2025 in Wunstorf etwa 150 neu zu bauende Sozialwohnungen. Die Stadt Wunstorf widerspricht dem.

Sozialer Wohnraum in Wunstorf und der Region
Sozialer Wohnraum in Wunstorf und der Region | Symbolbild

Region Hannover/Wunstorf (red). Im Wohnraumversorgungsbericht kommt die Region Hannover zu dem Ergebnis, dass in Wunstorf bis 2025 150 bis 160 zusätzliche Sozialwohnungen im Neubau benötigt werden. Sie stuft die Relevanz des Neubaubedarfs in Wunstorf im Vergleich der Kommunen in der Region Hannover als hoch ein. Der Neubaubedarf sei in Relation zum Wohnungsbestand und den bisherigen Fertigstellungen überdurchschnittlich. Auch die Baulandbereitstellung sei in Wunstorf im Vergleich zu anderen Kommunen hoch. Einen sehr großen Handlungsbedarf sieht sie indes im Rahmen der Weiterentwicklung der Wohnungsbestände in Wunstorf, die der altersgerechte Umbauten und der energetische Sanierung.

Allerdings stellen laut Wohnraumversorgungskonzept der Region „bei den sozialräumlichen Handlungsfeldern die sozial benachteiligten Quartiere die relativ höchste Priorität dar“. Das von der Region Hannover ermittelte Bedarfsvolumen von 150 bis 160 neu zu bauenden und öffentlich geförderten Wohnungen wird von der Stadt Wunstorf hingegen als zu hoch bewertet. Deren Wohnraumversorgungskonzept stellt fest, dass der Bedarf an preiswertem Wohnraum in Wunstorf quantitativ gedeckt wird, soweit dieser Wohnraum nicht durch steigenden Qualitätswettbewerb aufgrund von Mietanpassungen aus diesem Segment herausfällt. Allerdings bestehe ein Bedarf in Form von kleinen Wohnungen.

13.000 Sozialwohnungen fehlen

Im Rahmen der WohnBauInitiative fehlen laut Region Hannover insgesamt etwa 13.000 Sozialwohnungen. Deshalb sollen neben dem Neubau künftig vermehrt Sozialwohnungen aus dem vorhandenen Bestand an Mietwohnungen akquiriert werden. Dafür hat die Region ein Förderpaket für Vermieter geschaffen, die Belegungsrechte für einen gebundenen Zeitraum verkaufen.

„Es geht vor allem darum, Wohnraum für Menschen zu schaffen, die es nicht leicht haben, auf dem freien Wohnungsmarkt eine Wohnung zu finden. Dazu gehören zum Beispiel wohnungslose oder von Wohnungslosigkeit bedrohte Haushalte oder auch Frauen, die nach einem Aufenthalt in einem Frauenhaus eine eigene Wohnung brauchen“, erklärt Dr. Andrea Hanke, Dezernentin für Soziale Infrastruktur der Region Hannover. „Mit der WohnBauInitiative sind wir auf einem guten Weg. Von dem neuen Förderpaket erhoffen wir uns, dass noch viel mehr Vermieter künftig Belegungsrechte verkaufen und wir damit die Städte und Gemeinden dabei unterstützen können, sozialen Wohnraum zur Verfügung zu stellen.“

Zuschuss von der Region für Vermieter

Das Förderpaket sieht vor, dass Eigentümer von Wohnungen sich für eine Laufzeit von fünf bis zu 30 Jahren vertraglich binden, die Belegungsrechte für ihre Wohnungen an die Region zu verkaufen. Je nach Laufzeit zahlt die Region bei fünf bis neun Jahren Laufzeit 2 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche und pro Monat zusätzlich zu der ortsüblichen Miete dazu. Bei einer Laufzeit von zehn bis 30 Jahren beträgt der Zuschuss 2,50 Euro. Der sogenannte Qualifizierungszuschlag – wenn zum Beispiel Badezimmerausstattungen nicht dem Standard entsprechen und angepasst werden müssen – beträgt bis zu 10.000 Euro pro Wohnung. Instandsetzungskosten von ebenfalls bis zu 10.000 Euro gehören außerdem zu dem Paket, falls es doch einmal zu einem durch die Mieter verursachten Schadensfall in der Wohnung kommt. Ein weiterer Förderbaustein ist die garantierte Übernahme der Mietrückstände während der ersten fünf Jahre – auch bei Leerstand. „Für die Vermieter besteht mit diesem Paket eine dauerhafte finanzielle Sicherheit. Sie sind gut abgesichert und haben immer zuverlässige Ansprechpartner in uns“, erläutert Hanke.

Interessierte Vermieter können sich an die Region Hannover wenden: Dunja Lüke vom Team Wohnen berät unter Telefon (0511) 616-23122 oder per E-Mail: dunja.lueke@region-hannover.de.

1 Kommentar

  1. Wie soll es den bezahlbaren Wohnraum geben, wenn die Investoren auch noch Zuschüsse von staatlicher Seite bekommen.
    Das ist im höchsten Masse unsozial. Der Staat muss eingreifen und dafür Sorgen, dass es bezahlbare Mieten gibt. Sollte dieses nicht möglich sein, muss man auch Notfalls enteigenen.

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