Vie­le Fahr­zeu­ge ohne Licht im Dun­keln auf der Stra­ße unter­wegs

In der zwei­ten Okto­ber­wo­che führ­te die Wunstor­fer Poli­zei Schwer­punkt­kon­trol­len im Stra­ßen­ver­kehr durch, um defek­te Beleuch­tung an Fahr­zeu­gen auf­zu­spü­ren und damit einen Bei­trag zur Ver­kehrs­si­cher­heit zu leis­ten. Vom 10. bis zum 16. 10. waren die Beam­ten am Abend und in der Nacht ver­stärkt unter­wegs und war­fen ein wach­sa­mes Auge auf den flie­ßen­den Ver­kehr – der tat­säch­lich nicht immer kor­rekt beleuch­tet war. Fast 50 Fahr­zeu­ge waren mit kaput­tem oder sogar völ­lig ohne Licht unter­wegs.

Fahrradlicht in der Nacht | Foto: Daniel Schneider
Fahr­rad­licht in der Nacht | Foto: Dani­el Schnei­der

Bei den Kraft­fahr­zeu­gen hat­ten die Beam­ten nicht viel zu bean­stan­den. Ledig­lich 16 Fahr­zeu­ge wur­den an den Kon­troll­ta­gen mit defek­ter Beleuch­tung ange­hal­ten. Als häu­figs­te Feh­ler­quel­le stell­ten sich dabei defek­te Schein­wer­fer und Brems­leuch­ten her­aus. Die Auto­fah­rer gin­gen prag­ma­tisch mit den Kon­trol­len um: vie­le der Män­gel wur­den noch direkt vor Ort repa­riert, wenn etwa Glüh­birn­chen durch­ge­brannt waren. Eini­ge Fah­rer hat­ten Sets mit Ersatz­glüh­lam­pen sogar dabei, ande­re besorg­ten sich an nahe­ge­le­ge­nen Tank­stel­len schnell die pas­sen­den Ersatz­tei­le.

Manch­mal half Gewalt

Manch­mal reich­te auch ein­fach das Ab- und erneu­te Anste­cken eines Anhän­ger­ste­ckers, um einen durch Feuch­tig­keit beding­ten Mas­se­feh­ler zu behe­ben. In einem Fall reich­te selbst ein dezen­ter Faust­schlag gegen die Rück­leuch­te, um für eine „Spon­tan­hei­lung“ zu sor­gen. Bei Feh­lern, die sich nicht so salopp behe­ben lie­ßen, z. B. falsch ein­ge­stell­te Schein­wer­fer, wur­den von der Poli­zei Män­gel­mel­dun­gen geschrie­ben.

Info: Män­gel­mel­dung
Sowohl Fah­rer als auch Hal­ter eines Fahr­zeu­ges sind dafür ver­ant­wort­lich, dass sich ihr Gefährt auf der Stra­ße in einem ver­kehrs­si­che­ren Zustand befin­det. Ist das nicht der Fall und kann der Man­gel nicht sofort beho­ben wer­den, stellt z. B. die Poli­zei bei einer ent­spre­chen­den Kon­trol­le eine soge­nann­te Män­gel­kar­te aus. Das Doku­ment ver­pflich­tet gemäß § 5 der Fahr­zeug­zu­las­sungs­ver­ord­nung (FZV) aber nur den Fahr­zeug­hal­ter oder Eigen­tü­mer, den Man­gel an sei­nem Fahr­zeug unver­züg­lich zu behe­ben oder behe­ben zu las­sen – und dies der aus­stel­len­den Behör­de nach­zu­wei­sen. Auf der Mel­dung ist z. B. ver­merkt, was an wel­chem Fahr­zeug bean­stan­det wur­de, wo und wann es bean­stan­det wur­de und wo man die Besei­ti­gung des Man­gels nach­zu­wei­sen hat. Auch die Frist, in wel­cher der Man­gel zu besei­ti­gen ist (in der Regel eini­ge Tage), ist ange­ge­ben. Bis zu die­sem Zeit­punkt ist dies nor­ma­ler­wei­se qua­si ein kos­ten­lo­ser Ser­vice zur Ver­kehrs­si­cher­heit. Wird der Man­gel nicht frist­ge­mäß besei­tigt oder die Behör­de nicht über die Behe­bung des Man­gels infor­miert, kann eine Ver­war­nung fol­gen und ein Buß­geld­ver­fah­ren ein­ge­lei­tet wer­den. In letz­ter Kon­se­quenz kann die Nicht­be­sei­ti­gung des Man­gels auch zur Still­le­gung des Fahr­zeugs füh­ren; es wird dann zur Fahn­dung aus­ge­schrie­ben und die Pla­ket­ten wer­den vom Kenn­zei­chen ent­fernt.

Düs­te­res Bild bei den Rad­lern

Bei den Rad­fah­rern hat­ten die Beam­ten mehr zu bean­stan­den. Knapp 30 Fahr­rad­fah­rer wur­den ange­hal­ten, die trotz Dun­kel­heit kom­plett unbe­leuch­tet mit ihrem Draht­esel unter­wegs waren. Von die­sen etwa drei­ßig Fäl­len hat­ten ledig­lich drei Fahr­rä­der über­haupt eine funk­tio­nie­ren­de Licht­an­la­ge an Bord, die jedoch erst nach Auf­for­de­rung durch die Beam­ten ein­ge­schal­tet wur­de.

Bei den übri­gen Dun­kel­rad­lern war ent­we­der gar kei­ne Beleuch­tung vor­han­den oder es lagen Defek­te vor, deren Ursa­che sich wäh­rend der Kon­trol­len nicht fin­den ließ. Vie­le der so im Dun­keln fah­ren­den Rad­fah­rer waren zudem auch noch dun­kel geklei­det und gefähr­de­ten auf die­se Wei­se nicht nur sich selbst, son­dern auch ande­re.

Info: Fahr­rad­licht
Wäh­rend frü­her (fast) jedes Fahr­rad einen Dyna­mo haben muss­te, ist seit 2013 auch bat­te­rie­be­trie­be­ne Beleuch­tung erlaubt. Die Poli­tik woll­te dabei auch die von vie­len Rad­fah­rern bereits benutz­ten Steck­lich­ter lega­li­sie­ren, schaff­te es aber bis­lang nicht, das auch so ins Gesetz zu schrei­ben. § 67 StVZO spricht wei­ter­hin davon, dass Fahr­rad­lich­ter fest instal­liert sein müs­sen und abnehm­ba­res Licht nur aus­nahms­wei­se bei Renn­rä­dern bis zu einem bestimm­ten Gewicht erlaubt ist. Abnehm­ba­re Bat­te­rie-Steck­lich­ter sind daher im Grun­de immer noch nicht aus­rei­chend, um ein Fahr­rad ver­kehrs­si­cher im Stra­ßen­ver­kehr bewe­gen zu dür­fen. In der Pra­xis wird man bei funk­tio­nie­ren­den Steck­lich­tern in der Regel jedoch nicht behel­ligt. Das eben­so oft belieb­te Blink­licht ist übri­gens nicht erlaubt, blin­ken­de Fahr­rad­lich­ter bekom­men in Deutsch­land kei­ne Zulas­sung.

Rad­fah­rer ver­such­ten, mit der Poli­zei zu ver­han­deln

Die Poli­zei unter­sag­te die­sen Rad­fah­rern auf­grund der fest­ge­stell­ten Ver­kehrs­un­si­cher­heit die Wei­ter­fahrt und wies sie an, das Fahr­rad nur noch zu schie­ben. Dafür zeig­ten die meis­ten der Rad­fah­rer jedoch wenig Ver­ständ­nis, wie Poli­zei­ober­kom­mis­sar Joa­chim Wil­de­mann der Wunstor­fer Auepost sag­te. Man wür­de „ja vor­sich­tig fah­ren“ oder man sei „schon fast am Ziel“ waren eini­ge der Äuße­run­gen, die die Beam­ten zu hören beka­men. Auch wur­den die Poli­zis­ten mit­un­ter gebe­ten, bei­de Augen zuzu­drü­cken und „doch mal eine Aus­nah­me“ zu machen.

Der­lei Kom­men­ta­re hat­ten jedoch ledig­lich die Kon­se­quenz, dass nicht nur das Ver­warn­geld erho­ben wur­de, son­dern dass auch das abschlie­ßend durch­ge­führ­te ver­kehrs­er­zie­he­ri­sche Gespräch umso län­ger aus­fiel.

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Andreas Balleier Fotografie

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