Wich­teln in Wunstorf: pri­va­te Cha­ri­ty-Akti­on nimmt Fahrt auf

Weih­nacht­li­ches Wich­teln mal nicht im Freun­des- und Fami­li­en­kreis, son­dern zuguns­ten ande­rer – das war die Idee. Die Akti­on, die über das Inter­net bzw. Soci­al Media orga­ni­siert wird, scheint ein vol­ler Erfolg zu wer­den und soll in den kom­men­den Jah­ren wie­der­holt wer­den.

Die Kisten in den Kofferräumen füllten sich schnell mit Geschenken | Foto: Daniel Schneider
Die Kis­ten in den Kof­fer­räu­men füll­ten sich schnell mit Geschen­ken | Foto: Dani­el Schnei­der

Wohl­tä­tig­keits­ak­tio­nen sind oft geschäft­lich orga­ni­siert, fin­den auf Initia­ti­ve von Ver­ei­nen, Par­tei­en, Ver­bän­den oder Fir­men statt. Oft fol­gen die­se dem Mus­ter „tue Gutes – und rede dar­über“. Das hilft nicht nur den Beschenk­ten – son­dern gibt auch ein gutes Image in der Öffent­lich­keit. Umso erstaun­li­cher ist, was sich gera­de in Wunstorf abspielt: da über­legt sich jemand ganz pri­vat, wie er ande­ren, die in der Advents­zeit ein­sa­mer sind als ande­re, eine außer­ge­wöhn­li­che Freu­de machen kann, plant und orga­ni­siert die Akti­on in Eigen­re­gie – und sam­melt schließ­lich mit Hil­fe vie­ler hel­fen­der Hän­de Dut­zen­de von Geschen­ken zusam­men, um die Akti­on durch­füh­ren zu kön­nen.

Aus dem Enga­ge­ment eines Ein­zel­nen und sei­ner Mit­strei­ter wird durch ein sozia­les Netz­werk etwas Grö­ße­res. Hier tun Wunstor­fer etwas für Wunstor­fer, ein­fach aus altru­is­ti­schen Grün­den – ohne insti­tu­tio­nell-mora­li­sche Zwän­ge oder wei­te­re Hin­ter­ge­dan­ken. Ein­zi­ger Antrieb: Men­schen ein Freu­de­strah­len auf das Gesicht zu zau­bern.

Sozia­les Netz­wer­ken wört­lich genom­men

Die Rede ist von Rein­hard See­gers, sei­nen Admin-Kol­le­gen und zahl­rei­chen Mit­glie­dern aus der Face­book-Grup­pe „Mein Wunstorf“. See­gers, der die seit vier Jah­ren bestehen­de Grup­pe auch grün­de­te, rief dazu auf, per­sön­li­che Geschenke­päck­chen zu packen, um sie in der Weih­nachts­zeit den Bewoh­nern eines Alten­heims zu über­rei­chen – und stieß auf viel Reso­nanz.

Die Idee kam See­gers bereits im letz­ten Jahr, doch der Vor­lauf war zu knapp bemes­sen, so dass die Akti­on letzt­end­lich nicht zustan­de kam. Die­ses Jahr wur­de mit den Vor­be­rei­tun­gen frü­her begon­nen, näm­lich Anfang Okto­ber – und es sieht bereits jetzt, einen knap­pen Monat vor dem anvi­sier­ten Ter­min, alles danach aus, als ob es ein vol­ler Erfolg wird.

Zu sei­nen Moti­ven befragt, gibt sich Rein­hard See­gers aber durch­aus lokal­pa­trio­tisch: es gin­ge auch dar­um, zu bewei­sen, dass es die Men­schen sei­en, die Wunstorf zu einer tol­len Stadt machen wür­den, dass Zusam­men­halt und Mit­mensch­lich­keit hier nicht nur lee­re Wor­te blie­ben.

Päck­chen­ak­qui­se bei Wind und Wet­ter

Als Richt­wert waren pro Päck­chen etwa 10 Euro genannt – und es soll­ten ganz indi­vi­du­ell Din­ge hin­ein­ge­tan wer­den, ob nun Selbst­ge­ba­cke­nes, Scho­ko­la­de oder auch Bas­te­lei­en. Rein­hard See­gers und sei­ne Mit­hel­fer stell­ten sich an zwei Ter­mi­nen auf die Stra­ße und nah­men die Geschen­ke per­sön­lich ent­ge­gen. Ein­mal am 22. Okto­ber auf dem Markt­kauf-Park­platz und nun am ver­gan­ge­nen Sams­tag, den 19. Novem­ber, auf einem Net­to-Park­platz in der Süd­stadt.

Die Admins von „Mein Wunstorf“ und Organisatoren der Wichtelaktion: Reinhard Seegers, Christian Schöneich und Ingo Thimm | Foto: Daniel Schneider
Die Admins von „Mein Wunstorf“ und Orga­ni­sa­to­ren der Wich­tel­ak­ti­on: Rein­hard See­gers, Chris­ti­an Schöneich und Ingo Thimm | Foto: Dani­el Schnei­der

Ein gan­zer Kof­fer­raum vol­ler Weih­nachts­ge­schen­ke

Beim ers­ten Ter­min kam ein knap­pes Dut­zend Päck­chen zusam­men, beim zwei­ten Ter­min waren es schon 23 abge­ge­be­ne Gaben. Mit viel Enga­ge­ment zusam­men­ge­stellt und kunst­voll gestal­tet ver­packt, sta­pel­ten sich die Pake­te im Kof­fer­raum. Auch eini­ge Laden­be­sit­zer schlos­sen sich der Sam­mel­ak­ti­on an und ermög­li­chen die Abga­be in ihren Geschäf­ten.

Wich­tel­päck­chen wer­den wei­ter gesucht

Ins­ge­samt sind auf die­se Wei­se bis jetzt über 40 Päck­chen zusam­men­ge­kom­men. Min­des­tens 60 wer­den benö­tigt – wer noch mit­ma­chen will, kann das wei­ter­hin tun. Päck­chen neh­men u. a. der Bas­tel­la­den von Petra Som­mer am Alten Markt, Coif­feur de Pavil­lon in der Nord­stra­ße oder Reschke & Part­ner an der Ost­stadt­schu­le ent­ge­gen und lei­ten sie dann ent­spre­chend wei­ter.

Am 17. Dezem­ber sol­len die Pake­te dann im Alten­pfle­ge­heim „Haus Johan­nes“ in der Bar­ne den Bewoh­nern geschenkt wer­den. Kin­der aus dem Krei­se der Päck­chen­spen­der wer­den Wich­tel spie­len und die Prä­sen­te über­rei­chen. Das Alten­heim wur­de aus­ge­wählt, weil es das ältes­te in Wunstorf ist.

Die Akti­on soll auch 2017 wie­der statt­fin­den, dann wer­den es Men­schen einer ande­ren Ein­rich­tung sein, die beschenkt wer­den. Wenn die Akti­on wei­ter­hin so gut ange­nom­men wird, könn­te es sein, dass sich das Wunstor­fer Wich­teln zu einem fes­ten Brauch ent­wi­ckelt.


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