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Der Leuchtstern wird dunkel: Rosmarin schließt Mitte Februar

14.01.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 2919

Die Nordstraße verliert ein inhabergeführtes Einzelhandelsgeschäft: „Rosmarin – Der Küchenladen“ von Roswitha Dehmel schließt nach knapp 15 Jahren und hat mit dem Räumungsverkauf begonnen.

14.01.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 2919
Rosmarin-Räumungsverkauf
Räumungsverkauf bei Rosmarin | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Es ist die vierte Geschäftsschließung in der Wunstorfer Fußgängerzone im Zusammenhang mit der Coronapandemie – und wieder einmal, dass ein inhabergeführter Laden aufgibt: Rosmarin schließt Ende des kommenden Monats. Die Entscheidung dazu war bereits im November gefallen, am zurückliegenden Sonntag wurden nun die Räumungsverkauf-Schilder an die Schaufensterscheiben geklebt. Bis zum 18. Februar will man für die Kunden noch vor Ort sein – danach wird ein Immobilienunternehmen die Räumlichkeiten nutzen.

Inhaberin Roswitha Dehmel geht damit in den Ruhestand – eine spätere Wiedereröffnung oder eine weitere geschäftliche Tätigkeit sind nicht geplant, sagte Dehmel der Auepost. Unterdessen geben sich die Kunden quasi die Klinke in die Hand – der Räumungsverkauf hat sich schnell herumgesprochen. Für manchen kann es dabei nun nicht schnell genug gehen – einige haben sich bereits am ersten Tag des Räumungsverkaufs erkundigt, ab wann es noch zu stärkeren Preisnachlässen als den 20 %, die aktuell auf den Großteil des Sortiments gewährt werden, kommen werde. Darauf werden Schnäppchenjäger aber vergeblich warten können: Auch wenn man mit einer abflachenden Kurve beim Abverkauf rechnet, will man bei Rosmarin nichts verramschen. Das passe nicht zum Sortiment, sagt Roswitha Dehmel. Es wäre auch unfair den Kunden gegenüber, die vor kurzem noch den vollen Preis bezahlt hätten, ergänzt Ehemann Rüdiger Dehmel, der mit im Laden steht.

Es hat mir sehr viel bedeutet, für die Kunden da zu sein

Roswitha Dehmel

Corona ist nicht der ursächliche Grund für die Geschäftsaufgabe, aber es beschleunigt manche Dinge, erzählt Roswitha Dehmel gerade einer Kundin, die schon einmal persönlich Abschied nimmt von der Küchenladen-Crew. Kurz darauf kommt schon der Nächste zur Tür herein und findet es unendlich schade, dass es bald kein Rosmarin mehr geben wird.

Dekosterne und Profimesser

Der vor dem Geschäft leuchtende Herrnhuter Stern war eines der Merkmale des Ladens – doch nicht nur diesen Markenhersteller führte man im Sortiment. Ein Hauptprodukt waren die hochwertigen Küchenmesser. „So eines kauft man sich nur einmal im Leben“, erzählt Rüdiger Dehmel und zieht ein Messer wie ein Samuraischwert aus dessen Schutzhülle. Roswitha Dehmel lenkt den Blick auf einen Nussknacker mit besonderer Technik, der Walnüsse ohne starken Kraftaufwand fast wie von selbst öffnet – auch das ein oft nachgefragtes Produkt im Laden. Insgesamt umfasste das Sortiment Produkte von mehr als 70 Herstellerfirmen.

Roswitha und Rüdiger Dehmel
Roswitha und Rüdiger Dehmel im Rosmarin hinter der Ladentheke | Foto: Daniel Schneider

Fest steht: Ohne die Pandemie hätte das Wunstorfer Fachgeschäft, das in der Stadt bislang erste Anlaufstelle für hochwertiges Küchenzubehör war, zum jetzigen Zeitpunkt nicht geschlossen. Allein schon deshalb, weil Roswitha Dehmel den Kundenkontakt wertschätzt: „Es hat mir sehr viel bedeutet, für die Kunden da zu sein, das war etwas Besonderes.“

Der Name entstand aus einer Abkürzung

Dehmel begann ihre berufliche Laufbahn als Diplomverwaltungswirtin bei der Deutschen Rentenversicherung. Nach längerer Berufspause – Dehmel ist Mutter von drei Kindern – arbeitete sie im Backoffice einer großen Buchhandlung in Hannover. Als dort nach einem Inhaberwechsel die Stelle wegrationalisiert wurde, wagte sie den Sprung in die Selbstständigkeit – und suchte in Wunstorf nach einer Geschäftsidee. Dabei ging sie ganz systematisch vor – Küchenzubehör fehlte in der Innenstadt. Das war ihr Einstieg ins Küchenzubehörbusiness.

So entstand „Rosmarin – Der Küchenladen“. Der Name des Ladens führte dabei etwas in die Irre – Gewürze gab es hier nicht. Die Bezeichnung stand vielmehr stellvertretend für gute Küche – und enthielt die Anfangsbuchstaben des Vornamens der Geschäftsfrau. Im Mai 2007 hatte der Laden dann zunächst in der Wasserzucht eröffnet, um vor 10 Jahren an den heutigen Standort, direkt neben dem Ratskeller, umzuziehen. Nun schließt sich mit Auslaufen des Mietvertrages im Februar 2022 die Ladentür.

von Daniel Schneider
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Kommentare


  • Karin Puy sagt:

    Ach, wie schade… einer meiner Lieblingsläden in Wunstorf

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