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Europas größte Indoor-Garnelenfarm entsteht in Bokeloh

30.11.2023 • Redaktion • Aufrufe: 4619

Der „Innopark“ in Bokeloh wächst: Am ehemaligen Bergwerk Sigmundshall werden künftig in größerem Stil Garnelen gezüchtet. Das bereits dort ansässige Start-up Aquapurna arbeitet dafür mit K+S zusammen.

30.11.2023
Redaktion
Aufrufe: 4619
Sigmundshall (Archiv)

Bokeloh (red). Am Standort Sigmundshall in Wunstorf entsteht in Kürze die größte und modernste Indoor-Garnelenfarm Europas. Das haben K+S und das Start-up Aquapurna vertraglich vereinbart. K+S investiert einen Betrag im niedrigen zweistelligen Millionenbereich in das nachhaltige Projekt und fungiert als Bauherr, Vermieter sowie Medienversorger der neuen Farm. Weitere Investitionen in siebenstelliger Höhe erhält Aquapurna von privaten Investoren.

„Wir freuen uns, dass wir mit Aquapurna ein nachhaltiges Geschäftsmodell in unserem Innopark im großen Stil ansiedeln werden, das auch den Interessen der Stakeholder in dieser Region entspricht“, sagt Carsten Möller, Leiter des Standorts Sigmundshall und des Innoparks. „Das Projekt ist für K+S ein perfekter strategischer Schritt zur Nachnutzung der vorhandenen Infrastruktur am ehemaligen Kalistandort Sigmundshall“, ergänzt Saban Bala, der bei K+S für die Weiterentwicklung des Innoparks verantwortlich ist.

Garnelen in Sigmundshall

„Gemeinsam mit dem weltweit agierenden Industrieunternehmen K+S leisten wir einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen und autonomen Lebensmittelversorgung in Europa“, betont David Gebhard, Gründer und Geschäftsführer von Aquapurna. Co-Geschäftsführer Florian Gösling ergänzt: „K+S teilt unsere Überzeugung von einer besseren Welt durch den nachhaltigen Einsatz grüner Technologien.“

Importierte Garnelen sind oft mit ökologischen Problemen wie der Zerstörung von Mangrovenwäldern und Beifang verbunden. Andere technische Lösungen in Europa sind oft zu teuer und nicht ausreichend skalierbar. Aquapurna setzt daher auf grüne und nachhaltige Technologien, die die Garnelenzucht revolutionieren und die Umweltauswirkungen minimieren. K+S und Aquapurna sind überzeugt, dass diese Investition einen bedeutenden Beitrag zur nachhaltigen Garnelenzucht und zur Schonung der Umwelt leisten wird.

Aquapurna hat über vier Jahre am Standort Sigmundshall intensiv geforscht und entwickelt. Ferner wurde eine vertikal integrierte Larvenzucht implementiert: Alle Schritte, angefangen beim Garnelenei bis hin zur Garnele auf dem Teller, erfolgen in Deutschland. Das Unternehmen profitiert von der Expertise eines erfahrenen Managementteams, das erfolgreiche nachhaltige Aquakulturprojekte in Europa und Singapur aufgebaut hat, sowie einer Technologiepartnerschaft mit einem der Weltmarktführer für landbasierte Aquakulturen, Billund Aquaculture, aus Dänemark. In den Handel kamen die heimischen Garnelen z. B. unter dem Namen „Gamba Zamba“.

Größte und modernste Farm Europas

Die neue Garnelenfarm soll in drei Bauabschnitten errichtet werden. Im Endzustand ist angestrebt, dass der Komplex aus zwei Produktionshallen mit einer Grundfläche von ca. 18.000 Quadratmetern besteht. Dies entspricht mehr als zwei Fußballfeldern. Dafür hat K+S eine entsprechende Fläche am Standort zur Verfügung gestellt. Im ersten Bauabschnitt von 2024 bis Mitte 2025 wird eine Produktionshalle sowie ein Versorgungs- und Infrastrukturtrakt mit einer Größe von ca. 4.000 Quadratmetern erstellt. Die Dächer der Produktionshallen werden zudem im weiteren Verlauf mit Solarpanels zur umweltfreundlichen Stromerzeugung ausgestattet. Für die Zucht wird eine moderne Kreislauftechnik installiert, bei der das Aufzuchtwasser zu über 98 Prozent fortlaufend wiederverwendet wird und wenig Abwasser entsteht. Vorgesehen ist eine Farmkapazität von bis zu 800 Tonnen Garnelen pro Jahr. Insgesamt dürften rund 50 Arbeitsplätze vor Ort entstehen.

Neben dem Neubau im vorgelagerten Bereich des ehemaligen Bergwerks wird Aquapurna die bereits bestehende Garnelen-Anlage am Standort inklusive R&D-Center weiter betreiben und erweitern sowie auch zusätzliche Büroräume in Sigmundshall anmieten. Die Nutzung weiterer K+S-Infrastruktur, inklusive R&D- und Trainingscenter nebst erheblicher Kapazitätserweiterung der bereits bestehenden Larvenzucht, wird derzeit geprüft.

Die Kooperation beider Unternehmen ist durch das Innovation Hub RootCamp zustande gekommen. Das RootCamp hat seinen Sitz in Hannover und ist eine Plattform, die etablierte Unternehmen und Start-ups zusammenbringt, um neue Ansätze und Geschäftsmodelle schnell und effizient umzusetzen. K+S ist im Jahre 2020 Gründungspartner des RootCamps geworden. Im Rahmen des dortigen Akzelerationsprogramms und durch die andauernde Betreuung durch das RootCamp-Team konnte sich das Start-up Aquapurna erfolgreich entwickeln. Es folgten die erfolgreiche Investorensuche und die Ansiedlung des Unternehmens im Innopark von K+S in Bokeloh.
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Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Diese tiere werden nie Tageslicht sehen ist diese Haltung denn so artgerecht ?

    • Bokeloher sagt:

      Vorschlag:
      Sie ermitteln alle Soll-Parameter der artgerechten Haltung, vergleichen diese mit den Ist-Parametern und berichten dann über erkannte Abweichungen.

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