
Wunstorf (as). Die Vorlage mit dem Titel „Bedarfsplanung für die Kinderbetreuungsangebote“ gibt auf sechs Seiten einen detaillierten Überblick über die Betreuungsplätze und die Nachfrage. Auf der letzten Seite findet sich im vorvorletzten Absatz ohne weitere Erläuterung folgender Hinweis: „Im Düendorfer Weg (Kernstadt) wird von der Planung eines Familienzentrums Abstand genommen.“ Die geplanten Komponenten Betreuung, Beratung und Therapie ließen sich „dort nicht erfolgversprechend verwirklichen“.
Die Entscheidung gegen das Vorhaben sei nach einem langen Prozess intensiver Planungen und Analysen getroffen worden, erklärte Thomas Silbermann im Gespräch mit der Auepost. Der 61-Jährige gehört als Ortsbeauftragter zur Führung der Johanniter und ist Ortsbürgermeister sowie Mitglied des Rates der Stadt. Sein Verband habe dafür viel Geld ausgegeben. „Die Idee war super gut!“, ist der SPD-Kommunalpolitiker immer noch überzeugt.
Allerdings gebe es derzeit in der Kernstadt keinen Bedarf an Plätzen für die Kinderbetreuung. Eine neue Kindertagesstätte sei nicht nötig. Das Familienzentrum in der geplanten Version mache aber nur Sinn mit einer Kita. Zudem habe sich auch die zunächst vorgesehene Integration einer Therapieeinrichtung nicht verwirklichen lassen. Eine als Partnerin ins Auge gefasste Heilpädagogin habe ihr Konzept eigenständig an anderer Stelle umgesetzt.

Das Familienzentrum ist von Bürgermeister Piellusch während des jüngsten Kommunalwahlkampfs immer wieder als ein besonderes Anliegen hervorgehoben worden. Kurze Wege zu Beratung und Betreuung, das sollte das Konzept sein. Niedrigschwellig sollten Ratsuchende im Stadtzentrum therapeutische Beratung und Betreuung finden, sich begegnen können und Hilfe im weitesten Sinn erhalten.
Silbermann deutet an, auch die Finanzierung des Projekts habe sich wegen der Preissteigerungen in der Bauindustrie problematisch entwickelt. Was mit dem Grundstück geschieht, das die Johanniter 2021 gekauft haben, lässt er offen.

Zu der Frage, warum die Mitteilung über das Aus für das Familienzentrum quasi in einer umfangreichen Drucksache zum Thema Kindergartenplätze versteckt worden sei, erklärt er, die JUH habe kein Interesse an besonderer Kommunikation in diesem Fall.
Deine Frage müsstest du an die Johanniter stellen.
Bloß keinen Staub aufwirbeln. Nächstes Jahr wird gewählt. Und da Kinderbetreung seit jeher in Wunstorf problematisch ist – wer schon mal einen Hortplatz benötigt hat, weiß Bescheid – sollte sich hier auch für die kommenden Jahre keine Illusion machen.
Der Bedarf ist nach der massiven Schaffung von Betreuungsplätzen schlichtweg gedeckt.
Und über Bedarf Plätze schaffen, find ich nicht vermittelbar. Wenn ich in den Haushalt schaue: Der Etat für KiRa-Plätze ist der Zweitgrößte.
Hortplätze? Welcher Träger will denn einen Hort betreiben, wenn alle Grundschulen zu Ganztag umgebaut werden?
Vielen Dank Herr Süß!
Bringen wir es doch mal auf den Punkt:
Welche Wahlversprechen von Carsten Piellusch wurden denn überhaupt umgesetzt?
Alles Worthülsen ohne Inhalt und Mehrwert für Wunstorf!
„kein Interesse an besonderer Kommunikation in diesem Fall“.
Aha. Darf man fragen, warum „in diesem (!) Fall“ nicht? Das hört sich auch für einen Unbefangenen so an, als ob es Gründe dafür gebe.
Die Stadt hat diesen Wunsch dann ja mit der unauffälligen Einbettung der Information in eine umfangreiche Drucksache wohl wunschgemäß umgesetzt.
Gut, Achim Süß, dass die Auepost mitliest und sich der Sache annimmt! Vielleicht gibt es ja wirklich demographische Gründe in Wunstorf, die keine weiteren Kindergartenplätze erforderlich machen. Und dass die Heilpraktikerin mit ihrer Therapieeinrichtung nicht warten wollte und einen prominenteren Standort gefunden hat, kann man auch nachvollziehen. Die steigenden Baupreise … sowieso.
Dann könnte man das Ganze aber auch – vielleicht mit einem Bedauern über das Scheitern des eigenen guten Willens – „kommunizieren“, wie es wohl in diesen Kreisen buchstabiert wird. So why not?