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Grenzen der Meinungsfreiheit – die Debattenkultur bei der Auepost

Redaktionsblog

Andere Zeitungen schaffen ihre Kommentarmöglichkeiten ab, schränken sie ein oder hatten noch nie welche – bei uns sind sie zentraler Bestandteil unserer Debattenkultur, online wie offline. Wir stellen die Meinungen buchstäblich nach vorne: In jeder Printausgabe geben wir Reaktionen, Anregungen, Meinungen und Kritik rund um die aktuellen Themen der Auepost prominent zu Beginn des Heftes eine Doppelseite Raum.

Denn jeder soll sagen können, was er denkt. Auch wenn das anderen nicht immer gefällt. Auch wenn es uns selbst einmal nicht gefällt. Eine „Zensur“ im engeren Sinne gibt es bei der Auepost daher nicht: Wir lassen z. B. auch Kommentare zu, die drastische Meinungen wiedergeben. Auch wütende und provozierende. Denn kontroverse Debatten sind das Beste, was daraus entstehen kann. Es müssen auch nicht immer die sprachlich geschliffensten Äußerungen sein, es zählt, was die Debatte in der Sache voranbringt. Und die Bewertung, was wichtig ist, übernehmen nicht wir, sondern das darf jeder Leser selbst entscheiden – ihr seid ja schließlich schon „groß“.

Wir greifen lediglich dann moderierend ein, wenn es persönlich wird: Ärger formulieren und auch drastische Kritik üben ja, persönliche Angriffe nein. Auch unflätige Ausdrücke kann man sich gerne auf die eigene Tapete schmieren, aber nicht auf unsere Seiten. Wir wollen uns hier nicht als Moral- und Sittenpolizei aufspielen, doch die rote Linie ist überschritten, wo Einzelne nicht nur wegen ihrer Meinung/Haltung/whatever kritisiert werden, sondern aufgrund ihres Wesens/Aussehens/Gewohnheiten usw. Das geht nicht, das hat nichts mit der Auepost zu tun und daher auch nichts bei uns zu suchen.

Das muss man im Umfeld der Auepost aber eigentlich gar nicht extra dazusagen. Es kommt äußerst selten vor, dass wir tatsächlich einmal Kommentare löschen müssen bzw. nicht drucken können. Vor allem bei politischen Themen kochen die Emotionen gerne schnell einmal hoch, und das ist auch irgendwo menschlich. Trotzdem sind wir ein wenig stolz darauf, dass unsere Leser ganz überwiegend einen Sinn für gepflegte Umgangsformen haben.

Nicht nur für die Meinungsbildung sind Leserbriefe und Kommentare von unschätzbarem Wert, auch als Korrektiv für unsere Arbeit sind sie nicht wegzudenken. Bei aller Sorgfalt und Präzision, die wir in die Auepost stecken – wir Journalisten haben zwar naturgemäß ein recht gutes Allgemeinwissen, sind andererseits dadurch aber auch „Experten für nichts“. Anders gesagt: Es gibt eigentlich immer irgendwo jemanden, der auf seinem Spezialgebiet ein Detail noch besser kennt und bewerten kann. Auch dafür sind Kommentare die erste Anlaufstelle, um uns auf Verbesserungen aufmerksam zu machen. Wir sind daher dankbar und schätzen es sehr, dass Auepost-Leser einen „engen Draht“ zu uns haben.

Eine lebendige Kommentarkultur gehört gerade im Lokaljournalismus für uns dazu – und so soll es bleiben. Daher an dieser Stelle einfach einmal ein großes DANKESCHÖN an alle, die uns jeden Tag wieder ihre Meinung sagen!

Dieser Text erschien zuerst in Auepost #6 (03/2020).

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