DENKMAL drüber nachWunstorf

Bienenkörbe am Jahnplatz

Bienenkörbe am Jahnplatz
Bienenkörbe am Jahnplatz | Foto: Mirko Baschetti

Was ist das denn? Was soll das sein? So oder ähnlich haben sicherlich viele Menschen bereits vor dem Eingang zum Jahnplatz auf die Bienenkörbe geschaut, die auf den beiden Eingangspfeilern fest verankert sind. Was den Betrachter im ersten Moment zum Grübeln bringt, ergibt auf den zweiten Blick jedoch einen Sinn. Auch am Rathaus an der Südstraßenseite gibt es ein Relief mit einem Bienenkorb. Dort war früher die Sparkasse untergebracht, die ein Teil der Stadtverwaltung war, und genau wie die Bienen sollten die Sparer ihr Geld bei der Sparkasse abgeben, welches sie durch fleißige Arbeit verdient hatten.

Der Bienenkorb war seit langer Zeit ein Sinnbild für emsiges Arbeiten und fleißiges Vorsorgen für die Zukunft. So wie die Bienen Pollen und Nektar sammeln, so sollten die Menschen Pfennige, Groschen und Markstücke sammeln. Auch andere Institutionen wie die Christlichen Gewerkschaften bedienten sich der Symbolik der Bienenkörbe als Sinnbild für Fleiß und Bescheidenheit, und hier schließt sich der Kreis zum Jahnplatz, den der Wunstorfer Arbeiterverein für Sport und Spiel für die Bevölkerung angelegt und am 10. Juni 1928 als Arbeiterpark eingeweiht hatte.

An jenem Tag gab es einen riesigen, düsteren Schauer, aber als der stattliche Zug der Schulkinder und der Sportvereine den Marsch vom Rathaus zum Jahnplatz antrat, lichtete sich der Himmel. Nach den Grußworten der Honoratioren wurde der Platz auf den Namen Jahnplatz getauft, frei nach dem Namen des Mannes, der die deutschen Leibesübungen geschaffen hatte: Friedrich-Ludwig Jahn. Mädchen und Jungen führten Freiübungen vor, gefolgt von Spielen, Volkstänzen und Keulenübungen.

In den heutigen Zeiten des Überflusses, in denen man mit einem Klick alles haben kann, ist die Erinnerung an den Bienenkorb, der zum Sammeln oder Sparen anregen sollte, um sich etwas leisten zu können, vielleicht veraltet, aber nicht überholt. Denk mal drüber nach.

Dieser Artikel ist zuerst erschienen in Auepost #13/November 2020

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