Wunstorfer Auepost

Steinhuder Nymphe

08.04.2021 • Knut Gisbert • Aufrufe: 138

Etwas in die Jahre gekommen wirkt die Skulptur, die in unmittelbarer Nähe zur Promenade am Steinhuder Meer auf einem Gesteinsbrocken fest verankert wurde. Dabei steht sie auf dem Ratskellerplatz in exponierter Lage, für alle Einheimischen und Touristen weithin sichtbar, aber doch unauffällig.

08.04.2021
Knut Gisbert
Aufrufe: 138
Steinhuder Nymphe

Steinhuder Nymphe | Foto: Mirko Baschetti

Etwas in die Jahre gekommen wirkt die Skulptur, die in unmittelbarer Nähe zur Promenade am Steinhuder Meer auf einem Gesteinsbrocken fest verankert wurde. Dabei steht sie auf dem Ratskellerplatz in exponierter Lage, für alle Einheimischen und Touristen weithin sichtbar, aber doch unauffällig.

Vielleicht wäre die vom rumänischen Künstler Stefan Gesa geschaffene Skulptur eindrucksvoller inszeniert, wenn sie ihren Platz auf einer künstlichen Insel im Steinhuder Meer in der Nähe des Ufers gefunden hätte. Das wünschte sich der Künstler für sein Werk, als dieses im Juli 1977 aufgestellt wurde. Aber auch der Wunsch nach Acrylglas anstatt Gips und einer Beleuchtung fand nicht die erforderliche Zustimmung.

Mehrfach hat der in Leese ansässige Künstler seine Werke in Steinhude ausgestellt. Zuletzt waren es 14 anatomische Skulpturen, die in unterschiedlicher Größe auf dem Ratskellerplatz angeordnet waren. Sanfte Schwünge kennzeichnen Gesas Arbeiten, die er unter dem Titel Steinhuder Nymphe bereits an einigen Orten präsentiert hatte. Diese Ausstellung erzielte das, was der Künstler sich wünschte. Die Besucher blieben stehen, betrachteten das Werk aufmerksam und fotografierten es schließlich. „Kunst und Action“ nannte er diese Auseinandersetzung mit der Kunst, die er sich für Steinhude wünschte

Leider wurden mehrere der nicht gesicherten Exponate im Laufe der Ausstellung gestohlen oder zerstört. So wurde die Ausstellung unfreiwillig zur Aufgabe für die Kriminalpolizei. Da hieß es dann leider „Polizei und Kunst“.

Wer mehr über die Arbeit des Künstlers wissen möchte, kann sich in Nienburg/Weser in den Wallanlagen eine imposante Skulptur mit dem Namen Marion und einem angedeuteten Kind ansehen. Das angedeutete Kind soll ein Sinnbild für die Weser darstellen, und Marion hat ihr Vorbild in einem Mädchen aus Leese gefunden. Ideen zur Gründung einer Stiftung im Zeichen der Steinhuder Nymphe konnte der Künstler leider nicht verwirklichen.

Die Steinhuder Nymphe schaut aufs Meer hinaus, wissend, dass von Menschenhand Geschaffenes nicht immer Gutes bedeutet. Ob sie sich mit Grausen abgewendet hat oder mit Absicht so montiert wurde, ist ungewiss. Denk mal drüber nach.

Dieser Artikel erschien zuerst in Auepost #14 (12/2020).

[Anzeige]

Kommentare


  • Basti g. sagt:

    Hat denn keiner einen BH für die nymphe

  • Schreibe einen Kommentar

    Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

    [Anzeigen]
    Auepost wird ermöglicht von:
    Kontakt zur Redaktion

    Tel. +49 (0)5031 9779945
    info@auepost.de

    [Anzeigen]
    Auepost wird ermöglicht von:

    Artikelarchiv

    Auepost auf …