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DLRG verliert Mitglieder und sieht den Schwimmunterricht in Gefahr

22.06.2025 • Achim Süß • 3 Min.Kommentare: 0

Die Schließung des „Elements“ hat gravierende Folgen für die Arbeit der DLRG: Die Ortsgruppe verliert einerseits Mitglieder und Kursusteilnehmer, hat andererseits aber höhere Kosten als bisher. Viele Mitglieder der Organisation fühlen sich nicht ausreichend informiert.

22.06.2025
Achim Süß
3 Min.
Reinhard Selzer (re.) im Gespräch mit Bürgermeister Carsten Piellusch auf dem Wirtschaftswochenende (Archiv) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (as). Die Deutsche Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) hatte bisher 300 Mitglieder in Wunstorf und zählt in der Vereinslandschaft der Stadt zu den großen Aktivposten. Ein Blick auf die Internetseite der Ortsgruppe zeigt, wie vielfältig die Aktivitäten und Angebote sind. Rettungseinsätze und Wachdienst vom Steinhuder Meer bis zu Nord- und Ostseeküste, Schwimmkurse für Kinder, Jugendliche und Erwachsene, Lehrgänge für Lehrerinnen und Lehrer sowie für das Personal der Kindertagesstätten, Seminare in Erster Hilfe, Sanitätsdienst und Retterausbildung sind nur ein Teil des umfassenden Programms. „Alles ehrenamtlich, alles in der Freizeit”, sagt Reinhard Selzer, Kopf, Motor und Chef-Organisator der Ortsgruppe.

Ein verlorenes Halbjahr

Von der drohenden Schließung, so Selzer im Gespräch mit der Auepost, habe er im November erfahren. Während eines aus anderen Gründen vereinbarten Treffens sei mitgeteilt worden, dass die Betriebssicherheit des Bades nicht mehr gegeben sei. „Unterm Strich“ seien ihm die Hintergründe offiziell nicht bekannt. Er wisse das, was die Medien berichteten – und das sei auch das, was den Mitgliedern bekannt sei.

Wegen seiner engen Kontakte zum Personal habe er einen guten Einblick, betont Selzer. Diese Interna gebe er aber nicht weiter. Vieles habe er in vertraulichen Gesprächen erfahren, nach denen Verschwiegenheit von ihm erwartet wurde. Selzer: „Ich hätte mir mehr offizielle Informationen gewünscht!“ Das „Hin und Her“ mit Schließung, Öffnung und erneuter Schließung habe „viele Mitglieder“ der Ortsgruppe verärgert und zum Austritt veranlasst. Dieser Prozess halte an. 

Selzer berichtet, die Schwimmgruppen für Kinder seien fast völlig „zum Erliegen gekommen“: Seien in besten Zeiten dienstags 100 Kinder geschult worden, seien jetzt höchstens 30 in den Trainingskursen anzutreffen, die im Bokeloher Freibad angeboten werden müssen. Einigen Eltern sei der Weg dorthin zu lang oder zu umständlich, andere schicken ihre Kinder nicht mehr, weil sie sie mit Blick auf Wetter und Temperaturen vor Erkältungen schützen wollen. Das Halbjahr sei für die Nichtschwimmer- und Anfängerkurse „praktisch verloren“.

Nach Neustadt ausgewichen

Die DLRG, so Selzer weiter, hätte gern die Schwimmhalle auf dem Fliegerhorst genutzt. Das habe aber nicht geklappt, weil die Einrichtung voll ausgelastet gewesen sei. So wich die Ortsgruppe mit ihrem Trainingsprogramm für das Rettungspersonal nach Neustadt aus. Allerdings seien die Ausgaben für die Nutzung des „Balneons“ und der Schwimmhalle einer privaten therapeutischen Einrichtung in Neustadt deutlich höher als in Wunstorf. Die zusätzlichen Kosten seien „vierstellig“.

Die Ortsgruppe habe die Bäderbetriebe immer unterstützt, und das werde so bleiben. Der Vorstand habe die Mitglieder gerade erst gebeten, im Hallenbad auszuhelfen. Selzer weiß von zwei Einstellungen, will aber weiter dafür werben. Er schildert außerdem, die Ortsgruppe sei gewissermaßen „zwischen die Stühle“ geraten: Einerseits werde die DLRG immer öfter um Unterstützung bei Veranstaltungen gebeten. Andererseits würden sich Mitglieder, die für die Bäderbetriebe arbeiten, im Zweifelsfall eher für den bezahlten Einsatz dort entscheiden – und gegen den ehrenamtlichen im Verein.

Mammutaufgabe 

Selzer beschreibt seine Arbeit als Vorsitzender und die seiner Vorstandskolleginnen und -kollegen als zeitintensive Mammutaufgabe. Das vielfältige Ausbildungs- und Veranstaltungsprogamm aufrechtzuerhalten, ohne das Hallenbad nutzen zu können, sei kaum möglich. Dennoch hat er vor kurzem mit Cornelius Nolte, dem Geschäftsführer der Bäderbetriebe, über die Möglichkeiten einer stärkeren Kooperation beraten. 

Bürgermeister Carsten Piellusch habe gegenüber der DLRG eine Kooperationsvereinbarung angeregt. Dabei könnte es zu individuellen Vereinbarungen von DLRG-Mitgliedern und Bäderbetrieben kommen. Piellusch hatte diese Zusammenarbeit in einem Gespräch mit Lokaljournalisten „privilegierte Partnerschaft“ genannt.

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