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Energiesparen in der Gaskrise: Wunstorfer Hallenbad senkt die Wassertemperatur

13.07.2022 • Daniel Schneider • Aufrufe: 1070

Das Wunstorf Elements senkt die Wassertemperatur um 2 Grad. Mit der Energiesparmaßnahme will man sich schon jetzt für die Herbst- und Wintersaison wappnen.

13.07.2022
Daniel Schneider
Aufrufe: 1070
Wassertemperatur im Schwimmbad (Symbolbild)

Wunstorf (red). Die Auswirkungen der Energieverteuerung werden nun allmählich spürbar. In Deutschland schließen die ersten Schwimmbäder infolge der Gasknappheit – beispielsweise in Nürnberg sind es drei von vier Hallenbädern, die dortigen Freibäder werden ohne zusätzliche Beheizung der Becken weiterbetrieben. Vergleichbares ist in Wunstorf nicht vorgesehen – das Freibad Bokeloh nutzt anfallende Abwärme aus den Industrieanlagen von K+S, und das Luther Naturerlebnisbad heizt seine Becken mittels Solarthermie.

Kälteres Wasser im „Elements“

Die Bäderbetriebe Wunstorf haben die Öffentlichkeit nun allerdings informiert, dass man sich zum Energiesparen entschlossen hat und die Wassertemperatur im Wunstorf Elements um 2 Grad gesenkt wird – entsprechend den Empfehlungen zum Energiesparen durch die Bundesregierung. Seit diesem Montag beträgt die Wassertemperatur im Schwimmerbecken somit nur noch 26° Celsius statt der zuvor erreichten 28 Grad. Im Nichtschwimmerbereich sinkt die Temperatur entsprechend von zuvor 31 auf nun 29 Grad. Die Maßnahme soll dabei helfen, dass es in den Herbst- und Wintermonaten nicht zu Schließungen des Hallenbades und der Sauna kommt, weil im Land die Energie nicht mehr reicht. Bäderbetriebe-Geschäftsführer Christoph van Bebber betont im Gespräch mit der Auepost die gemeinsame Anstrengung: Wenn jetzt von allen genügend Energie gespart werde, könnten am Ende Schließungen von Bädern vielleicht vermieden werden. Van Bebber wagt aber keine Prognose: „Wir wissen nicht, ob es reicht“, so der Wunstorfer Bäderchef.

Der Einspareffekt ist bereits bei 2 Grad weniger Temperatur des Schwimmbeckenwassers signifikant: Der Gesamtenergieverbrauch eines Bades lässt sich damit um von ca. 15 Prozent bis zu 25 Prozent senken. Auch die Verringerung von Pumpenleistung verhält sich beim Stromsparpotential nicht-linear und bringt große Ersparnisse.

Die Wassertemperatur im Hallenbadbecken liegt damit jedoch weiterhin noch deutlich im üblicherweise empfohlenen Rahmen für eine ideale Wassertemperatur von mindestens 24 Grad. Einige Schwimmbadbesucher haben den Temperaturunterschied offenbar dennoch bereits bemerkt, aber es betrifft insgesamt zunächst nur Wenige: Denn am morgigen Donnerstag geht das Wunstorf Elements ohnehin in die reguläre jährliche Betriebspause und öffnet erst wieder am 15. August. Eine weitere Absenkung der Wassertemperatur im Hallenbad ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht geplant – nach der Betriebspause, die unter anderem für die nötigen Wartungen genutzt wird, wird es zum jetzigen Stand dann mit den jeweils um 2 Grad abgesenkten Wassertemperaturwerten weitergehen.

Als Alternative wird auf das Freibad Bokeloh verwiesen – hier bleibt es bei einer Wassertemperatur von 28 Grad im Schwimmer- und 30 Grad im Nichtschwimmerbecken.

Turnhallen und Schulen auf der Prüfliste

Unabhängig von der Entscheidung der Bäderbetriebe zum Energiesparen prüft auch die Stadtverwaltung aktuell, inwieweit in den städtischen Gebäuden in zumutbarem Umfang Energie gespart werden kann. Ein entsprechendes Konzept wird laut Auskunft der Stadt derzeit vorbereitet. Weitergehende Energiesparmaßnahmen könnten dann z. B. Turnhallen, Schulen, die Straßenbeleuchtung, aber auch das Rathaus selbst betreffen.

Das Wunstorf Elements geht an diesem Donnerstag in die Betriebspause und öffnet wieder am 15. August. 
von Daniel Schneider
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Kommentare


  • SA sagt:

    Klar, erstmal wieder an die Kinder ran… die können sich ja mündlich nicht wehren.
    Junge, diese „Stadtverwaltung“ macht aggressiv.
    Man gut, das bald Herbst ist und zum Lockdown eh die Schulen wieder als erstes dicht gemacht werden. Da spart man sich das heizen…

  • Lydia Bertani sagt:

    Wie sagte es doch Louis de Funès so trefflich?

    Nein! Doch Ohhh!!!

    Aber wir „erweitern das Hallenbad“, nicht wahr?

  • Lydia Bertani sagt:

    Wo sind die wirklichen Konzepte?
    Was spricht dagegen, eine hybride Photovoltaik-Warmwasser Anlage auf dem Dach zu installieren?
    Hybrid deshalb, weil man Warmwasser quasi als Abfallprodukt erhält, dass als Kühlung der Photovoltaik die Effizienz erhöht.
    Aber angeblich fette 38 Millionen raushauen wollen, um den ganzen Kram doch nur abzuschalten?

  • Basti g. sagt:

    Könnte man das Wasser nicht ablassen und dort eine wärmhalle errichten ?

    • Lydia Bertani sagt:

      An sich eine prima Idee!
      Ein Test & Impfzentrum hatte ich ja auch schon vorgeschlagen. Das könnte man quasi kombinieren, wenn es nicht anders laufen würde.
      Es ist anzunehmen, dass nach Schließung wegen „massiver Erweiterungen“ erst einmal alles rausgerissen wird, was Heizung heisst, damit es kein Zurück mehr gibt. Alte Taktik. Damit ist dann aber schon mal „Wärme“ gestrichen ;) Wir erinnern uns: Wir wollen doch Klima-Weltmeister werden! Da muss man auch mal verzichten können. Mit dem Atmen ist man da auch schon dran…

    • SA sagt:

      Super Idee! Das Wasser könnte man einmal filtern und für Grund- Trinkwasser wiederverwenden.
      2 Fliegen mit einer Klappe!

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