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Ertappter mutmaßlicher Taschendieb erzwingt ICE-Nothalt bei Wunstorf

19.11.2022 • Redaktion • Aufrufe: 1575

Als ein mutmaßlicher Taschendieb am Samstagmorgen durch Einschlagen einer Scheibe einen ICE zum Halten gezwungen hatte und geflüchtet war, nahmen Polizeibeamte unter den Passagieren die Verfolgung auf. Bei der vorläufigen Festnahme wurde eine Polizistin verletzt.

19.11.2022
Redaktion
Aufrufe: 1575
ICE am Bahnhof Wunstorf (Archiv)

Wunstorf (red). Auf der Fahrt des ICE 553 von Koblenz nach Hannover hatten mehrere Fahrgäste dem Zugchef heute Morgen Taschendiebstähle gemeldet. Ein MacBook, ein iPhone sowie fünf Portemonnaies waren verschwunden. Gegen 9.30 Uhr verständigte der Bahnmitarbeiter daraufhin die zuständige Bundespolizei Hannover.

Das Zugpersonal erhielt unterdessen Hinweise von den Mitreisenden auf den möglichen Täter und begann, den Verdächtigen im fahrenden Zug zu suchen: Die Bahnmitarbeiter versuchten daraufhin, einen 16-Jährigen aus Algerien in einem Waggon einzusperren. Als der Jugendliche das bemerkte, rannte er an den Mitarbeitern vorbei und versuchte zu flüchten. Die Bahnbediensteten wurden dabei leicht verletzt.

Notbremsung bei Wunstorf

Der 16-Jährige versuchte nun, die Scheibe einer Ausgangstür des mit 160 km/h fahrenden Fernzuges einzuschlagen und einzutreten. Dazu hatte er sich auch einen Nothammer gegriffen. Der Zugchef, der die Gefahr erkannte, veranlasste nun selbst eine Notbremsung. Der ICE kam auf freier Strecke in der Nähe von Wunstorf zum Stehen. Bundespolizei und auch Landespolizei wurden zum Einsatzort alarmiert.

Der Jugendliche stieg nun tatsächlich durch das zerstörte Fenster der Tür ins Freie und flüchtete. Im Zug hatten sich jedoch auch mehrere Polizisten in zivil befunden – ein Beamter aus Nordrhein-Westfalen und zwei Beamtinnen der Flughafenpolizei Frankfurt nahmen die Verfolgung des Verdächtigen auf und konnten den Jugendlichen festnehmen.

Polizistin und Verdächtiger verletzt

Obwohl sich die Verfolger als Polizeibeamte zu erkennen gaben, leistete der 16-Jährige Widerstand: Einer der Polizistinnen zog er an den Haaren, woraufhin die Beamtin mit dem Kopf gegen die Steine am Boden schlug. Sie zog sich Verletzungen an der Stirn zu, die später in einem Krankenhaus behandelt werden mussten. Da sich der Jugendliche beim Sprung aus dem ICE ebenfalls im Gesicht verletzt hatte, kam auch er unter Polizeibegleitung in ein Krankenhaus.

Beschädigter ICE kann bis Hannover weiterfahren

Der nun mit einem intakten Fenster weniger ausgestattete ICE wurde nach Ende der polizeilichen Maßnahmen begutachtet und durfte seine Fahrt mit geringer Geschwindigkeit durch Wunstorf und dann weiter Richtung Hannover wiederaufnehmen, zu einem außerplanmäßigen Stopp im Bahnhof Wunstorf kam es nicht. Der betroffene Waggon mit dem Fensterschaden wurde zuvor geräumt, die Reisenden setzten sich in andere Wagen. In Hannover, dem nächsten regulären Haltebahnhof, wurde der ICE aus dem Betrieb genommen, die etwa 500 Passagiere mussten ihre Reise mit anderen Zugverbindungen fortsetzen.

Den Jugendlichen erwarten nun Strafanzeigen wegen Diebstahl, Körperverletzung und gefährlichen Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Bundespolizei schließt nicht aus, dass noch weitere Dinge gestohlen wurden. Der Streckenabschnitt bei Wunstorf war wegen des Polizeieinsatzes bis 11 Uhr teilweise gesperrt.

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Kommentare


  • Grit D. sagt:

    Zuerst meinen Dank an die Redaktion der #Auepost für den erfreulich sachlichen Bericht, der sich mit dem in der App #Polizeibericht deckt.

    Nun mag die Sinnhaftigkeit von Jugendstrafen nicht zu Unrecht umstritten sein.
    Dennoch hoffe ich,dass der Täter in Untersuchungshaft genommen wurde und ihm mehr als der übliche „pädagogische Ordnungsgong“ erwarten wird.

    Dessen Tat weist für mich eine beträchtliche Menge an vorhandener krimineller Energie auf, die eben nicht mit dem Samthandschuh angefasst werden sollte.

  • Basti g. sagt:

    Unmöglich diese Jugend von heute ! Kein benehmen gelernt

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