Scooterkontrollen in Wunstorf
20.07.2026 • Redaktion • 1 Min. • Kommentare: 1
Wunstorf (red). Die Polizei in Wunstorf hat weiter ein genaueres Auge auf die E-Scooterfahrer. Am zurückliegenden Wochenende wurden erneut zahlreiche Fahrerinnen und Fahrer einer allgemeinen Verkehrskontrolle unterzogen. Dabei wurden unterschiedlichste Verstöße festgestellt: Die Fahrzeuge wurden teilweise ohne Pflichtversicherung, ohne benötigte Fahrerlaubnis oder unter dem Einfluss von Betäubungsmitteln gefahren. Es handelte sich je nachdem um Ordnungswidrigkeiten oder Straftaten, die von der Polizei nun allesamt geahndet werden.

Es ist zu begrüßen, dass die Polizei E-Scooter nun genauer kontrolliert. Auffällig ist aber, worauf sich diese Kontrollen offenbar konzentrieren: Pflichtversicherung, Fahrerlaubnis und Betäubungsmittel. Das sind wichtige Punkte, keine Frage.
Was im Alltag vieler Fußgänger aber mindestens ebenso sichtbar ist, kommt in der Darstellung kaum vor: E-Scooter auf Gehwegen, in Fußgängerbereichen, in falscher Richtung, mit zwei Personen auf einem Roller – und nicht selten mit dem Anspruch, Fußgänger hätten durch Klingeln Platz zu machen.
Gerade dieser Punkt ist entscheidend. Denn der Gehweg ist kein Ausweichraum für E-Scooter, sondern Schutzraum für Fußgänger. Wer dort fährt und dann noch Vorrang beansprucht, dreht die Schutzlogik des Gehwegs vollständig um.
Umso auffälliger ist der Vergleich mit dem Auepost-Artikel vom 19.06.2026 zur Großverkehrskontrolle in der Wunstorfer City. Dort hieß es zu E-Scooter-Fahrern, die etwa die falsche Seite von Radwegen benutzen oder mit mehreren Personen unterwegs sind: „Ein Bußgeld gibt es in diesen Fällen nicht, die Polizisten belassen es bei einer Ermahnung.“
Genau hier liegt das Problem. Wenn nur bestimmte E-Scooter-Verstöße konsequent geahndet werden, während die alltäglichen Belästigungen und Gefährdungen von Fußgängern praktisch folgenlos bleiben, entsteht ein falsches Signal. Dann wird nicht Regelakzeptanz gefördert, sondern eine Wildwuchssituation begünstigt.
Kontrollen sind gut. Aber sie müssen dort ansetzen, wo E-Scooter im Alltag tatsächlich zum Problem werden: auf Gehwegen, in Fußgängerbereichen und überall dort, wo Fußgänger durch falsche Rücksichtslosigkeit verdrängt werden.