
Wunstorf/Seelze (red). Ein Brand im Maschinenraum eines Binnenschiffes beschäftigte am Silvesterabend mehrere Ortsfeuerwehren in Seelze. Kurz nach 19 Uhr am 31. Dezember wurden die Ortsfeuerwehren aus Gümmer, Lohnde, Dedensen und Seelze auf die Landschaftsstraße nach Gümmer alarmiert. Von einem Binnenschiff, das leer Richtung Hannover unterwegs war, war ein Brand im Maschinenraum gemeldet worden.
Das Schiff „Alter Age“ mit Heimathafen in Tschechien hatte dort an der Spundwand des Kanals festgemacht, so dass die ersten Einsatzkräfte unter Atemschutz den Maschinenraum sofort betreten und mit den Löscharbeiten beginnen konnten. Insgesamt drei Trupps unter Atemschutz bekämpften den Brand mit Schaum und konnten das Feuer nach etwa 30 Minuten löschen.
Der Schiffsführer, der eine Rauchgasvergiftung erlitten hatte, wurde von einem Rettungswagen in ein Krankenhaus gebracht. Mit einem Feuerwehrboot wurde der Außenbereich des Binnenschiffes nach auslaufenden Betriebsstoffen kontrolliert. Dies wurde jedoch nicht festgestellt. Die insgesamt 60 eingesetzten Einsatzkräfte konnten gegen 21 Uhr wieder einrücken. Die Wasserschutzpolizei hat Ermittlungen zur Brandursache aufgenommen.
Die Feuerwehr Wunstorf meldete für die Silvesternacht unterdessen ebenfalls mehrere Einsätze: Reste von entsorgtem, aber noch nicht vollständig abgekühltem Silvesterfeuerwerk hatten Müllcontainer in Brand gesetzt.
Für Hannover verlief der Jahreswechsel nach der vorläufigen Bilanz der Polizei „vergleichsweise ruhig“. Auch hier gab es diverse Containerbrände und Sachbeschädigungen, in vier Fällen wurden aber auch Einsatzkräfte mit Pyrotechnik beschossen. Mehrere Polizeibeamte wurden dabei verletzt. Aus dem Einsatzgeschehen heraus stachen zwei Vorfälle: Ein Mann schien mit einer Maschinenpistole in die Luft zu schießen – nach Ingewahrsamnahme des Mannes stellte sich die Automtikwaffe als Anscheinswaffe heraus – es war Spielzeug. Im Stadtteil Marienwerder wurde zudem eine Tankstelle beschädigt: um 3.45 Uhr wählten Anwohner den Notruf, weil jemand einen großen, offenbar selbst gebauten Böller auf die Tankstelle geworfen hatte. Der explodierende Böller zerstörte die Verglasung und die Fassadenfront der Tankstelle. Trotz intensiver Suchmaßnahmen und auch des Einsatzes eines Polizeihubschraubers konnten die Täter nicht gefasst werden und entkamen unerkannt.
Insgesamt kam es in der Silvesternacht durch die Polizei Hannover zu drei Festnahmen und 28 Ingewahrsamnahmen, 155 Personen mussten durchsucht werden. Die Polizei leitete 9 Ordnungswidrigkeitenverfahren wegen Verstoßes gegen die Feuerwerksverbotszone, 4 Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen Verstößen gegen die Waffenverbotszone, 2 Ermittlungsverfahren wegen gefährlicher Körperverletzung, ein Ermittlungsverfahren wegen Landfriedensbruchs, 8 Verfahren wegen Sprengstoffrecht und 11 Verfahren wegen Beleidigung oder Widerstand ein. Dazu kamen diverse Verfahren wegen Sachbeschädigung, die genaue Zahl wurde nicht genannt.
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