Idio­ten? Ver­bre­cher!

In Bar­sing­hau­sen wur­de Anfang des Jah­res ein geplan­tes Flücht­lings­heim nie­der­ge­brannt, in Han­no­ver im ver­gan­ge­nen Okto­ber Jagd auf einen syri­schen Asyl­be­wer­ber gemacht. In Wunstorf konn­ten sich Flücht­lin­ge bis­lang sicher füh­len. Bis ges­tern.

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Man hät­te nur hof­fen kön­nen, dass es so kurz vor dem Kolen­fel­der Schüt­zen­fest nur eine Bier­lau­ne war, die die Täter dazu ver­an­lass­te, vor der Woh­nung einer Flücht­lings­fa­mi­lie zu ran­da­lie­ren.

Mit Böl­lern geknallt und geschos­sen wur­de in den ver­gan­ge­nen Tagen von Jugend­li­chen immer mal wie­der im Stadt­ge­biet, so weit nichts Unge­wöhn­li­ches. Doch der Tat­zeit­punkt und die Stein­wür­fe spre­chen eine ande­re Spra­che: Dass hier gezielt eine bestimm­te Woh­nung atta­ckiert wer­den soll­te.

Ein Dum­mer-Jun­gen-Streich ist das nicht mehr. Das schreit gera­de­zu nach poli­tisch moti­vier­ter Straf­tat. Aus­ge­rech­net vor der Woh­nung einer Fami­lie, von der anzu­neh­men ist, dass sie von Flucht und Bür­ger­krieg ohne­hin trau­ma­ti­siert ist, qua­si Krieg zu spie­len, mit explo­die­ren­dem Spreng­satz und Stein­ha­gel, bei dem das Haus Scha­den nimmt – so eine Hemm­schwel­le muss man erst ein­mal über­win­den. Und selbst wenn es „nur“ ein harm­lo­ser Knall­frosch gewe­sen wäre – es bleibt abscheu­lich.

Die Poli­zei schätzt den Scha­den auf knapp 1000 Euro – den Sach­scha­den. Den Scha­den, den der Ruf von Kolen­feld und Wunstorf davon­trägt, und der womög­lich psy­chi­sche Scha­den, den die Flücht­lings­fa­mi­lie erlit­ten hat, lässt sich nicht in Euros aus­drü­cken. Man darf sich aber sicher sein: Er liegt um ein Viel­fa­ches höher.

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Andreas Balleier Fotografie

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