Stadtgespräch

Notstand bei der Tafel Wunstorf

Jedes Ei zählt: Tafel bittet um Warenspenden

Tafel Wunstorf
Frank Löffler und Ursula Jungbluth in der Tafel (Archivbild) | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (as). „Ich könnte heulen.“ Frank Löffler ist am Rande der Verzweiflung: „Wir können doch die alten Menschen nicht im Stich lassen!“ Der Vorsitzende der Tafel Wunstorf zeigt am Montag Vormittag auf leere Transportkisten, wo sich sonst Obst und Gemüse türmen, wo sonst ein Dutzend Helferinnen und Helfer Waren auslädt, sichtet, sortiert und auf den Tischen im Laden an der Neustädter Straße bereitstellt. Buchstäblich mit leeren Händen sind die Transportteams von den Supermärkten zurückgekommen: Aus der geplanten Aufrechterhaltung des Bringdienstes wird nichts. Die Reste von Donnerstag und Freitag reichen hinten und vorne nicht.

Privatleute bringen etwas vorbei

„Das ist ein Notstand“, räumt Löffler ein. Dieser 16. März – in wenigen Tagen wird die Wunstorfer Tafel 14 Jahre alt – ist wie kein anderer Tag. Das Tafelhaus ist für Öffentlichkeit und Kunden geschlossen, zur Sicherheit angesichts der Ausbreitung des Coronavirus, und weil es keine Ware mehr gibt. Nun steht auch noch der Lieferservice für 30 behinderte, alte und kranke Menschen auf dem Spiel. Der Vorstand will dieses Angebot unbedingt aufrechterhalten. Deshalb herrschte große Freude, als Privatleute am Vormittag spontan Lebensmittel ins Tafelhaus brachten.

Tafelaufkommen am 16. März
Das ist alles, was die Tafel heute noch zur Verfügung hat | Foto: privat

„Wir nehmen alles! Auch kleine Mengen. Jedes Ei zählt“, appelliert Löffler an die Wunstorfer, jetzt Waren zu spenden. „Aber natürlich keine fertigen Mahlzeiten!“ Und keinen Alkohol. Wer die Arbeit der Tafel unterstützen wolle, wer einen Beitrag zur Belieferung der Alten und Kranken leisten wolle, könne das jederzeit tun. Die Tafel sei dringend auf diese Hilfe angewiesen, denn in den Supermärkten ist derzeit nichts zu holen. Die großen Ketten spenden seit Jahren tonnenweise Waren und ermöglichen damit der Tafel ihre Arbeit. Jetzt ist auch dort nichts wie sonst. Regale sind immer wieder knapp bestückt, Zentral-Lager an der Grenze zum Leerstand. Hinter vorgehaltener Hand hat ein Lidl-Mitarbeiter berichtet, auch im Groß-Depot in Hildesheim sei fast nichts mehr zu holen. Von Edeka ist Ähnliches zu hören.

Wer Lebensmittel abgeben möchte, kann ab sofort zwischen montags und freitags von 8 bis 12 Uhr zum Tafelhaus kommen. Das Tafel-Team kommt aber auch zum Abholen vorbei. Der Tafel-Leiter und seine Vertreterin Ursula Jungbluth sind auch über Mobiltelefon zu erreichen: Tel. 01575 4048971 (Frank Löffler) oder 0173 8051307 (Ursula Jungbluth)
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Achim Süß

Wunstorfer Ureinwohner und Lokalpatriot aus Überzeugung.

1 Kommentar

  1. Die “Tafel Wunstorf” ist angesichts der aktuellen Situation genauso ‘gekniffen’ wie alle Ausgabestellen.

    Trotz der wenigen privaten Zuwendungen wird sich an der prekären Lage in der näheren Zeit nichts hin zum Positiven ändern -dafür muss ich keine “Glaskugel-Guckerin” sein.

    Die Regale der meisten Supermärkte und Discuonter sind momentan arg gelichtet.
    Teils mir nachzuvollziehen im Anbetracht der für alle besonderen Situation.

    Teils jedoch schlicht zum Kot***!
    Leider gibt es hier wie überall Menschen, die ihren -letztlich asozialen- Egotripp in mir unerträglicher Weise ausleben *Gift und Galle spuck*.

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