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Ein ganzes Lufttransportgeschwader bekommt den Wunstorfer Ortspreis 2026

01.11.2026 • Redaktion • 3 Min. • Kommentare: 0

Oft ist der Rahmen für die Feier kleiner, oft werden Einzelpersonen geehrt. Nun dürfen sich Tausende angesprochen fühlen: Das LTG 62 wurde am Freitag mit dem Ortspreis des Wunstorfer Ortsrates ausgezeichnet. Vorher erklärte die Nr. 3 der deutschen Luftwaffe noch schnell, warum Wunstorf gut fürs Gleichgewicht ist – und was das mit Neuseeland zu tun hat.

01.11.2026
Redaktion
3 Min.
Der Ortspreis aus Wunstorf 2026 für das LTG 62 | Fotos: Deppe/Dombrowski/Schneider

Wunstorf (ds/nd/dd). Der Ortspreis des Wunstorfer Ortsrates wird jedes Jahr an eine Person, eine Gruppe oder Vereinigung vergeben, die sich besonders für Wunstorf verdient gemacht oder den Namen der Stadt und ihr Ansehen gestärkt hat.

Am 30. Oktober 2026 war es diesmal nun wieder so weit. Aber vieles war dabei anders als sonst. Dass der Ortspreis bereits im Oktober und nicht wie sonst üblich im Dezember verliehen wurde, hing mit der endenden Wahlperiode zusammen: Ein neuer Ortsrat wurde bereits gewählt und tritt demnächst zusammen — der Ortspreis wurde aber noch vom bisherigen Ortsrat verliehen – und vom noch amtierenden Ortsbürgermeister Thomas Silbermann überreicht. Martin Pavel, Wunstorfs neuer Bürgermeister, und Carsten Piellusch, Wunstorfs scheidender Bürgermeister, waren beide anwesend. Auch der Ort war anders: Üblicherweise wird der Preis mit einer kleinen Feierstunde in der Abtei überreicht, begleitet von einer Band oder Kammermusikern.

Nun aber fand die Verleihung in der großen Aula der Otto-Hahn-Schule statt, und als musikalische Begleitung fungierte das gesamte Orchester der Musikschule Wunstorf. Der Rahmen der Veranstaltung fiel für alle sichtbar deutlich größer aus. Und auffällig viele Soldaten in Uniform saßen als Gäste in den Reihen.

Das gesamte LTG

Weshalb, das wurde klar, als Silbermann den diesjährigen Preisträger für alle offenbarte: Kein Verein, keine Einzelperson und keine Gruppe wurde ausgezeichnet, sondern das gesamte Lufttransportgeschwader 62 der Bundeswehr. Das Geschwader, das in der Stadt stationiert ist und mit seinen A400M vom Fliegerhorst Wunstorf aus das Transportdrehkreuz der Luftwaffe bildet, war als Preisträger 2026 auserkoren worden.

Verleihung in großem Rahmen

Den Grund dafür trug Silbermann so vor: „Die Soldatinnen und Soldaten leisten ihren Dienst häufig fern der Heimat. Dafür gebührt ihnen unser Respekt und unser Dank. Sie stärken mit ihrem Einsatz auch das Ansehen unserer Stadt Wunstorf. Denn wenn ein A400M aus Wunstorf weltweit im Einsatz ist, dann ist auch der Name unserer Stadt mit unterwegs.“

Eine der Militärmaschinen trägt tatsächlich den Namen Wunstorf, doch die gesamte A400M-Flotte der deutschen Luftwaffe ist in Wunstorf stationiert. Silbermann betonte ebenso, dass 2.900 Menschen beim Fliegerhorst arbeiteten und nun noch einmal 400 weitere Arbeitsplätze mit Airbus hinzukämen. Nicht unerwähnt blieben auch die „Helfenden Raben“, der Verein, der aus dem Umfeld des LTG 62, bei Soldaten und Beschäftigten des Fliegerhorstes, Spendengelder für die Untersützung karitativer Wunstorfer Projekte sammelt. Mehr als 30.000 Euro seien dabei schon gespendet worden.

Der Generalmajor aus Berlin erntet Lacher

Für den Vortrag zur Preisverleihung war Generalmajor Christian Leitges, Chef des Stabes des Kommandos Luftwaffe und Nr. 3 in der Hierarchie, nach Wunstorf gekommen und überraschte alle Anwesenden mit einer Würdigung von Stadt und Geschwader, die so kaum jemand erwartet hatte.

Mit einer bühnenreifen Vorstellung skizzierte Leitges die Geschichte des LTG 62 und die Bedeutung des Geschwaders für Wunstorf. Dazu hatte der Generalmajor auch eine Einlage vorbereitet, die über das von einem Redner Gewohnte hinausging: Leitges stellte die Bedeutung des Wunstorfer Standortes quasi im Experimentalversuch vor: Er befestigte eine Schnur an verschiedenen Stellen einer Platte in den Umrissen Deutschlands – und brachte erst mit einer Befestigung an der Position von Wunstorf die Platte buchstäblich ins Gleichgewicht.

Das freut die Redaktion: Der Generalmajor hat einen Artikel der Auepost mit eingebaut in seinen Vortrag
Der Versuchsaufbau: Ein Faden und die Deutschlandkarte
… mit dem LTG 62 in Wunstorf in der Mitte Deutschlands
Der Beweis: Erst mit Wunstorf ist Deutschland im Gleichgewicht
Dass die Vortragstechnik mal kurz ins Update geht, davon lässt sich ein Generalmajor nicht aus der Ruhe bringen
Die erste Reihe
Bonus-Info: Würde man in Wunstorf einmal durch die Erde graben, käme man knapp neben Neuseeland wieder heraus
Das Musikschulorchester begleitet die Preisverleihung

Kommodore nimmt Preis entgegen

Als Leitges gegangen war, um seinen Zug in Hannover noch zu erreichen, wurde der 43. Wunstorfer Ortspreis schließlich von Kommodore Oberst Markus Knoll entgegengenommen. Ortsbürgermeister Silbermann überreichte den Ortspreis nach Worten voller Pathos: „Wo immer ein A400M aus Wunstorf seinen Auftrag erfüllt, ist auch ein Stück Wunstorf in der Welt. Und wo immer das LTG 62 zu Hause ist, da ist Wunstorf ein Stück näher zusammen.“

Kommodore Oberst Markus Knoll

Für das LTG 62 ist der Preis vor allem eine ideelle Auszeichnung, ähnlich wie die Partnerschaftserklärung zwischen dem Geschwader und der Stadt, die ebenfalls einige Tage zuvor im Rathaus unterzeichnet worden war. Das Preisgeld in Höhe von 500 Euro, das mit dem Ortspreis verknüpft ist, werde man mittelbar wieder der Stadt zukommen lassen, kündigte Kommodore Knoll an – indem man den Betrag auf ein Konto leite, „das man unter Kontrolle habe“: Das Konto der Helfenden Raben.

Thomas Silbermann (li.) überreichte den Ortspreis
Der 43. Ortspreis für das LTG 62
Unter den Gästen: Oberst Ludger Bette (Mitte), Kommodore des LTG 62 bis März 2020
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