StadtgesprächWirtschaft

Aktionsstart auf dem Wochenmarkt

Landwirte zum „Anfassen“

Landwirtschaft und Bevölkerung entfremden sich zunehmend, finden die Landwirte von „Land schafft Verbindung“ – und wollen nun neben den Trecker-Demos auch mit den Menschen direkt ins Gespräch kommen. In Wunstorf standen sie am Freitag zum ersten Mal auf dem Wochenmarkt.

Land schafft Verbindung
Einladung zum Probesitzen vor der Stadtkirche | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (red). Wer am Freitag über den Wochenmarkt lief, sah, dass etwas anders war als sonst. Mitten zwischen den Obst- und Gemüseständen und den Verkaufswagen stand diesmal auch ein großer Trecker – eine der landwirtschaftlichen Maschinen, ohne die es die meisten Lebensmittel auf dem Markt gar nicht geben würde.

Wer einen etwas längeren Blick riskierte, wurde gleich angesprochen: Ob er nicht mal selbst einmal hinterm Steuer Platz nehmen wolle. Das Angebot nutzten tatsächlich einige der Wochenmarktbesucher, sogar eine ganze Kindergartengruppe aus Steinhude freute sich über die zusätzliche Attraktion während eines Ausflugs. Ins Gespräch kommen wollen die Landwirte aber nicht nur mit den Jüngsten. Denn dass die Lebensmittel nicht „aus der Steckdose“ kommen, das tritt in der politisch geführten Diskussion um Preise, Quoten und Umweltschutz oft in den Hintergrund. Landwirte sehen sich in letzter Zeit dem Generalverdacht ausgesetzt, für Umweltbelastungen verantwortlich zu sein, ihre Betriebe werden adressiert als Verursacher zu hoher Nitratbelastung der Böden oder für CO2-Ausstoß.

Blühwiesensamen unter die Leute gebracht

Land schafft Verbindung
Heiner Kahle verteilt Blühsamen | Foto: Daniel Schneider

Ein Gefühl der Nicht-Wertschätzung und die drohende Reglementierung, die als ohne Mitspracherecht von oben verordnet empfunden wird, haben Landwirte in den vergangenen Monaten immer wieder zu Protesten veranlasst. Die Öffentlichkeit nahm es vor allem durch die Trecker-Sternfahrten zur Kenntnis. Unter der Flagge der Interessenvereinigung „Land schafft Verbindung“ wird nun auch in Wunstorf Stellung bezogen – und zwar zunächst für das kommende halbe Jahr. Jeden Monat will man einmal auf dem Freitags-Wochenmarkt präsent sein, sagte Gero Schnepel, der einen Hof in Kolenfeld betreibt, der Auepost.

Land schafft Verbindung
Gero Schnepel informiert auf dem Wochenmarkt | Foto: Daniel Schneider

Mit Schnepel stand an diesem Freitag auch Heiner Kahle am Traktor: Er hat einen traditionellen landwirtschaftlichen Hof in Neustadt und betreibt Brennholzhandel. Sein Steckenpferd ist nebenbei der Erhalt des Lebensraums für Feldvögel. Kahle war selbst 12 Jahre lang auf dem Wochenmarkt zugegen, bis vor 6 Jahren sah man ihn noch in der Südstraße stehen. Auf den Wunstorfer Markt kehrte er nun mit Saatgut für Blühwiesen zurück, die gegen eine kleine Spende an Gartenbesitzer abgegeben wurden.

INFO: Land schafft Verbindung
Mit der Präsenz auf dem Wochenmarkt will die Interessenvertretung, die auch die Trecker-Demonstrationen organisiert, mit der Bevölkerung ins Gespräch kommen. Das Team, das den Wunstorfer Stand organisiert, besteht aus Landwirtinnen und Landwirten aus Wunstorf, Neustadt und Barsinghausen.
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2 Kommentare

  1. Also ganz so schlecht geht es den Landwirten in unserer Region nicht wenn ich das so beobachte was in letzter Zeit für neue Maschinen im Einsatz sind !!!! So ein trecker kostet bestimmt 100000 und ein mähdrescher 300000 und die Maschinen die hier im Einsatz sind sind alle nicht alt früher hat man noch 10 Jahre alte Maschinen im Einsatz gesehen heute ist alles nagelneu und perfekt

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