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Spende an ehrenamtlichen Fahrradschrauber

„Marcels Fahrradgarage“ bekommt viel Zuspruch

Ein Wunstorfer bietet seit kurzem einen ehrenamtlichen Fahrradservice für Kinder und Senioren an. Landtagsabgeordnete Wiebke Osigus informierte sich am Freitag über das Projekt und unterstützte mit einer Spende.

Spendenübergabe
Wiebke Osigus überreicht die Spende an Birth | Foto: Daniel Schneider

Wunstorf (ds). Noch nicht lange bietet Marcel Birth aus Wunstorf seine Dienste in der Speckenstraße an: Kinder und Rentner können sich hier kostenlos Hilfe bei kleinen Fahrradreparaturen holen. Birth, der mit Partnerin und Kind in der Kernstadt lebt, hat sich dort auch eine Garage gemietet, die er als persönliche Fahrradwerkstatt nutzt – er ist passionierter Mountainbiker. Deren Kapazitäten stellt er nun seit knapp drei Wochen auch der jüngeren und älteren Allgemeinheit zur Verfügung.

Doch schon ist die große Politik auf ihn aufmerksam geworden: Am Freitag erhielt er Besuch von Wunstorfs und Neustadts Landtagsabgeordneter Wiebke Osigus. Die Berufspolitikerin hat es zur Tradition werden lassen, zum Jahresende einem lokalen Projekt eine Spende zukommen zu lassen, statt Weihnachtskarten zu verschicken. Motto: „Spenden statt versenden.“ Das private Osigus’sche Weihnachtskartenbudget floss daher diesmal – in Form eines Wertgutscheines eines örtlichen Fahrradhändlers, damit auch gleich die örtliche Wirtschaft mitprofitiert – an Birth, um sein Projekt zu unterstützen und das lokale Engagement zu würdigen.

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Öffnung der Garage

Auf die Idee zur technischen Fahrradhilfe kam er, weil er Kinder auf dem Schulweg ohne Licht fahren sah. Doch Reparaturen an der Beleuchtung spielen tatsächlich eine untergeordnete Rolle: Die meisten kämen wegen Problemen mit den Bremsen oder der Gangschaltung, erzählt Birth. Nur die evtl. nötigen Ersatzteile müssen bezahlt werden, die bestellt er für die Radfahrer dann selbst günstig im Versandhandel. Mit dem gespendeten Gutschein kann darauf nun erst einmal verzichtet werden – die nächsten „Kunden“ bekommen ihre Ersatzteile gratis.

Osigus, die sich zusammen mit Heike Leitner eine halbe Stunde Zeit nahm, den Wunstorfer und sein Projekt genauer kennenzulernen, plauderte mit Birth auch über die Tücken der Fahrradreparatur. Denn auch wenn Osigus nicht zur Zielgruppe gehört, weiß sie aus eigener Erfahrung, wie „tricky“ Fahrradwartung in diesem Bereich sein kann. Beim letzten Kauf eines Ersatzteils für die Gangschaltung habe der Händler ihr einfach gesagt: „Müssen Sie nur anschrauben.“ Die Gangschaltung am Rad der Landtagsabgeordneten ist bis heute noch nicht komplett.

Marcel Birth
Marcel Birth in seiner Garage | Foto: Daniel Schneider

Für den Besuch von Osigus und der Presse am gestrigen Freitag hatte sich Birth, der eigentlich Dachdecker ist und in einem Betrieb in Großenheidorn arbeitet, extra freigenommen. In Konkurrenz treten zu Fahrradwerkstätten will er dann auch nicht, selbst wenn diese oft sogar nur Fabrikate reparierten, die sie auch selbst verkauft hätten, erzählt er. Selbst einmal gewerblich als Fahrradtechniker zu arbeiten kann sich Birth nicht vorstellen, das Fahrradbasteln soll Hobby und Ehrenamt bleiben. Dafür schätzt er seinen Beruf, seinen Arbeitgeber und die Kollegen viel zu sehr. Die Befürchtung, dass es Probleme mit dem Finanzamt oder professionellen Fahrradschraubern geben könnte, haben sich auch nicht bewahrheitet – von allen Seiten erhält er nur lobende Worte.

Feste Öffnungszeiten gibt es nicht beim „Fahrrad-Instandsetzungsservice, Kinder- und Rentnerfahrräder werden nach vorheriger Anmeldung in Augenschein genommen: über E-Mail kann man mit Marcel Birth in Kontakt treten.

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