Miss­lun­ge­ne Arsen-Ent­sor­gung hält Feu­er­weh­ren in Atem

Arsen­hal­ti­ges Pflan­zen­schutz­mit­tel in einem beschä­dig­ten Behäl­ter war die Ursa­che für einen Groß­ein­satz der Feu­er­weh­ren am Sams­tag. Feu­er­wehr­ein­hei­ten aus Wunstorf, Stein­hu­de und Kolen­feld rück­ten zur Müll­de­po­nie Kolen­feld aus, wo Mit­ar­bei­ter den Gift­stoff bemerkt hat­ten.

Feuerwehr mit schwerem Atemschutz (Symbolbild) | Foto: Daniel Schneider
Feu­er­wehr mit schwe­rem Atem­schutz (Sym­bol­bild) | Foto: Dani­el Schnei­der

Ein älte­res Paar aus Groß Mun­zel (Bar­sing­hau­sen) woll­te einen ver­ros­te­ten Behäl­ter auf der Kolen­fel­der Müll­de­po­nie ent­sor­gen und brach­te ihn zum dor­ti­gen Wert­stoff­hof. Die Depo­nie­mit­ar­bei­ter rie­fen jedoch die Feu­er­wehr, als sie bemerk­ten, dass die nur noch schlecht les­ba­re Beschrif­tung des ver­wit­ter­ten Behält­nis­ses auf den Gefahr­stoff Arsen hin­deu­te­te. Bei dem Behäl­ter han­del­te es sich offen­bar um einen alten Pes­ti­zid­be­häl­ter.

Feu­er­wehr sichert Behäl­ter, Kun­den im Kran­ken­haus

Die Feu­er­weh­ren aus Wunstorf und Kolen­feld eil­ten gegen Mit­tag zur Depo­nie, zusätz­li­che logis­ti­sche Unter­stüt­zung stell­te die Feu­er­wehr Stein­hu­de. Feu­er­wehr­leu­te in Che­mi­ka­li­en-Schutz­an­zü­gen sicher­ten den beschä­dig­ten Behäl­ter in einem Hava­rie­f­ass. So umver­packt, konn­te er den Aha-Mit­ar­bei­tern zur wei­te­ren Ent­sor­gung über­ge­ben wer­den. Das Gelän­de und das für den Trans­port ver­wen­de­te Fahr­zeug wur­den auf aus­ge­tre­te­ne Schad­stof­fe hin unter­sucht. Tei­le des Inhalts hat­ten sich im Kof­fer­raum ver­teilt. Das Paar selbst, das die Sub­stanz mit dem eige­nen PKW ange­lie­fert hat­te, wur­de vor­sorg­lich zur Beob­ach­tung ins Kran­ken­haus gebracht, konn­te es noch am sel­ben Abend jedoch unver­letzt ver­las­sen.

Info: Gif­ti­ges Arsen
Arsen ist ein Halb­me­tall. Als Arsen­tri­oxid gebun­den ist es hoch­gif­tig und wird z. B. als Bestand­teil von Schäd­lings­be­kämp­fungs­mit­teln ver­wen­det. Das nicht nur aus der klas­si­schen Kri­mi­nal­li­te­ra­tur bekann­te Gift galt lan­ge Zeit als per­fek­tes, heim­tü­cki­sches Mord­in­stru­ment, da es farb- und geruch­los ist und in frü­he­ren Zei­ten nicht nach­ge­wie­sen wer­den konn­te. Es wur­de auch als Medi­zin ver­wen­det, heu­te jedoch vor allem wei­ter­hin als Bestand­teil von Pes­ti­zi­den benutzt. Beim Men­schen wirkt es als star­kes Gift und ist krebs­er­re­gend. Wird es ver­schluckt, kön­nen bereits gerings­te Men­gen töd­lich sein. Bei einer aku­ten Arsen­ver­gif­tung ver­ab­reicht der Not­arzt ein Gegen­gift bzw. nimmt eine Magen­spü­lung vor, die wei­te­re inten­siv­me­di­zi­ni­sche Behand­lung erfolgt mit Infu­sio­nen und Dia­ly­se. Beim Umgang mit arsen­hal­ti­gen Stof­fen ist höchs­te Vor­sicht gebo­ten.

Feu­er­weh­ren aus Bar­sing­hau­sen und Seel­ze such­ten außer­dem am ursprüng­li­chen Stand­ort des Behäl­ters nach aus­ge­tre­te­nem Gift. Auf einem Grund­stück in Groß Mun­zel wur­de tat­säch­lich wei­te­res arsen­hal­ti­ges Pflan­zen­schutz­mit­tel gefun­den, das glück­li­cher­wei­se jedoch nicht aus­ge­lau­fen war.

Der Ein­satz der Feu­er­weh­ren auf der Depo­nie zog sich bis zum Nach­mit­tag hin. Die Müll­de­po­nie bzw. der Wert­stoff­hof konn­te wäh­rend des Feu­er­wehr­ein­sat­zes von pri­va­ten Ent­sor­gern nicht ange­fah­ren wer­den.

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Kor­rek­tur: In der ursprüng­li­chen Mel­dung hieß es, die Feu­er­wehr aus Seel­ze wäre eben­falls auf der Depo­nie im Ein­satz gewe­sen. Dies ist nicht kor­rekt, die Seel­zer Feu­er­wehr unter­stütz­te die Kol­le­gen aus Bar­sing­hau­sen bei der anschlie­ßen­den Gefahr­gut­si­che­rung in Groß Mun­zel.


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