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„Zweite Welle“

Region ordnet verschärfte Maskenpflicht an

Es geht wieder los: Die Corona-Maßnahmen müssen verschärft werden. Die Region reagiert auf exponentiellen Anstieg der bekannten Infektionen. In Wunstorf haben sich die Infektionen über das Wochenende mehr als verdoppelt.

Zweite Welle
Pandemien verlaufen wellenförmig (Symbolbild)

Wunstorf/Hannover (red). Übers Wochenende hat sich Wunstorf in Sachen Corona-Infektionen vom Musterschüler zum Sorgenkind entwickelt: Lagen die bekannten Infektionszahlen am Freitag noch bei 8 Fällen, stiegen sie am heutigen Montag schlagartig auf 21. Damit ergibt sich für Wunstorf ein höherer 7-Tages-Inzidenzwert als für die Landeshauptstadt (32,3) oder die gesamte Region (36,2): Er liegt heute bei 42,7. Die sogenannte „zweite Welle“ scheint sich damit nun auch in Wunstorf abzuzeichnen, nachdem in den letzten Tagen eine entsprechende Entwicklung bereits in Garbsen und Burgdorf sichtbar wurde.

Die größte Gruppe der Infizierten stellen aktuell die 20- bis 29-Jährigen. Nach Hannover (367 Fälle) weisen derzeit Garbsen (54) und Burgdorf (36) die höchsten Fallzahlen auf. Maßgeblich ist jedoch das gesamte Infektionsgeschehen in der Region, das über weitere Maßnahmen entscheidet. Bei einer Überschreitung der 7-Tages-Inzidenz von 35 springt die bundesweit verabredete „Ampel“ auf Gelb, bei 50 auf Rot. Die Region Hannover hat diese erste Schwelle nun mit einem heutigen Wert von 36,2 erreicht, was weitere Maßnahmen entsprechend der Landesempfehlungen erforderlich macht. Die Änderungen wurden heute vom Gesundheitsamt der Region in einer Telefonkonferenz mit den Bürgermeistern der Region besprochen.

Erweiterte Maskenpflicht

Die Maskenpflicht wird auf sämtliche Verkehrsflächen (das sind Flure, Gänge, Treffpunkte etc.) in Gebäuden ausgeweitet, in denen gearbeitet wird, also nicht nur öffentliche Einrichtungen, sondern auch Unternehmen. Am Arbeitsplatz selbst gilt sie nicht. Ausgenommen von der Maskenpflicht bleiben Schulen und Kitas, in denen die jeweiligen eigenen Hygienekonzepte beibehalten werden. Das Benutzen von öffentlichen Verkehrsmitteln ohne Maske wird verboten. Darüber hinaus prüft die Region derzeit, ob auch eine generelle Maskenpflicht in der Öffentlichkeit eingeführt werden kann. Es wird empfohlen, freiwillig immer eine Maske im öffentlichen Raum zu tragen.

Gastronomie bleibt geöffnet

Eine Sperrstunde wird nicht erlassen, Restaurants und Lokale werden nicht geschlossen oder mit sonstigen Auflagen versehen. Allerdings sind bei Feiern nur noch maximal 50 Personen zugelassen. Bei Zusammenkünften in Privaträumen sind nur noch 25 Personen erlaubt. Schärfere Kontrollen in der Gastronomie sind angesagt. Regionspräsident Hauke Jagau kündigte an, dass künftig bei Verstößen gegen die Hygieneauflagen Lokalitäten komplett geschlossen werden könnten.

Die neuen Bestimmungen sollen am Mittwoch in Kraft treten. Sperrstunde, Gastronomieeinschränkungen sind damit vorerst vom Tisch. Kann der Anstieg der Infektionszahlen jedoch nicht gestoppt werden und wird der Inzidenzwert von 50 überschritten, droht auch in der Region Hannover langfristig wieder ein zumindest partieller Lockdown. Schul- und Kitaschließungen sollen jedoch möglichst vermieden werden.

Erneute Hamsterkäufe

Ein Phänomen der ersten Welle im Frühjahr scheint sich ebenfalls zu wiederholen: In manchen Läden wird das Toilettenpapier bereits wieder knapp, die Regale leeren sich.

Regionsweite Auswirkungen: Die Pandemiemaßnahmen werden landkreisweit betrachtet. Genauso wie ein Hotspot in Steinhude dafür hätte sorgen können, dass die gesamte Region in Deutschland als Risikogebiet gilt, wirken sich die Entwicklungen in der Region nun auch direkt auf Wunstorf aus. Aber selbst wenn Wunstorf isoliert betrachtet werden würde, hätte es heute den ersten Warnwert überschritten.

Regionspräsident Jagau ruft unterdessen zu größerer Eigenverantwortung auf: „Jede und jeder kann sich selbst schützen, indem sie oder er Abstand zu anderen hält und dort, wo dies nicht möglich ist, eine Maske trägt. Das gilt im Übrigen nicht nur in den Bereichen, in denen es bereits eine Maskenpflicht gibt – indem wir freiwillig den Mund-Nasen-Schutz tragen, können wir alle einen Beitrag zum Infektionsschutz leisten. (…) Auch dort, wo Menschen sich untereinander gut kennen und privat miteinander Kontakt halten, sind Abstand und Hygieneregeln geboten. Ich bitte alle, auch in diesen Situationen sorgfältig darauf zu achten, dass sie Ansteckungsrisiken minimieren. Es ist zum Besten aller.“

Update, 20.10.: Die Region Hannover konnte die Bestimmungen nicht rechtzeitig veröffentlichen, daher wird die entsprechende neue Allgemeinverfügung frühestens am Donnerstag in Kraft treten.

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16 Kommentare

  1. 41 Bürger von 41477 Einwohnern haben Covid19. Wieviele haben davon die Grippe? Es wäre sehr interessant zu sehen, wie sich Covid19 gegenüber Grippe verhält. Die Maßnahmen die gegen Corona helfen sollen, müssten doch auch gleichermaßen gegen Influenza wirken.

  2. Ich würde mich freuen, wenn ihr in den Berichten unterscheidet zwischen positiv getesteten, infizierten und erkrankten. Ausserdem wäre es hilfreich zu benennen, wie viele Menschen getestet worden sind und dann zu schauen in welchem Verhältnis es steht. Wie viele von den erkrankten sind in Krankenhäusern und wie viele haben leichte Symptome? Schön wäre es auch wenn Möglichkeiten genannt werden, die das Immunsystem stärken und nicht Angst geschürt wird. Mit freundlichem Gruß Silke Jansky

    1. “Ich würde mich freuen, wenn ihr in den Berichten unterscheidet zwischen…in welchem Verhältnis es steht.” => Wird nicht passieren! Denn dann würden ja auch mathematische Nichtschwimmer erkennen können daß viele “Maßnahmen” völlig überzogen sind/waren.
      “…und nicht Angst geschürt wird.” => Ängstliche Bürger sind leichter zu lenken…

  3. Leute, solange noch kein Impfstoff gegen Covid auf dem Markt ist. Haltet euch doch einfach an die Regeln. Niemand will euch ärgern, ganz im Gegenteil. Und außerdem: lieber eine Maske im Gesicht, als ein Zettel am Zeh. Liebe Grüße Yvonne

    1. Yes!! Endlich mal ein vernünftiger Kommentar. Keiner von uns weiß, wie schwer es ihn oder seine Familie treffen könnte. Das hat nichts mit Angst zu tun sondern mit Vorsicht, Rücksichtnahme und sozialem Verhalten. Ich danke dir für deinen Kommentar.
      LG Melanie

      1. Ach Frau Lüer,

        SIE glauben auch noch in Ihrem Alter an den Weihnachtsmann; an Harvey, den Hasen; den kleinen Mann im Ohr?

        Die Make schützt nur davor, nicht finanziell abkassiert zu werden.
        Denn. Dieser Staat benötigt ganz dringend eine ganz ganz grosse Finanzspritze.
        Aber, Ihnen das vollumfänglich zu erklären, das würde den Rahmen hier sprengen.

        Gerne mal ein Treffen auf neutralem Boden. Ganz unverfänglich.
        Übrigens: Nutzen Sie die Einwohnerfragestunde 😉
        Im RIS der Stadt Wunstorf finden Sie die Termine.

        Gruß
        Gilbi

  4. Es wird wieder einmal viel zuviel nachgedacht und zu wenig gehandelt. Wenn die Werte tatsächlich so hoch sind, wie dargestellt, müssen nicht Systemrelevante Betrieb, wie z.B. die Gastronomie ersteinmal . a. W. geschlossen werden., auch wenn das Bitter für die Betreiber ist.
    Außerdem muss die Maskenpflicht viel stärker kontrolliert und geahndet werden. Auch hier wird nur ermahnt und diskutiert.
    Jeder Bürger muss wissen, dass er rigeros bestraft werden kann, wenn er ohne Maske oder falsch aufgesetzter Maske erwischt wird.
    Leider geht es nicht anders. Gerade in Wunstorf beobachte ich immer wieder, dass sich Menschen nicht immer an die Maskenpflicht halten. Übrigens: das Recht des Einzelnen auf freie Entfaltung hört da auf, wo er die Gemeinschaft gefährdet.
    Diesen Verweigeren empfehle ich doch mal einen Blick in unserer Grundgesetz zu werfen.

    1. Es gibt doch bisher nur eine Maskenpflicht im Einzelhandel bzw. geschlossenen Räumen und auf dem Markt. Man wird doch gar nicht erst durch die Tür gelassen oder bedient wenn man die Maske nicht auf hat. Gibt es mittlerweile in Wunstorf noch weitere Plätze wo die Pflicht gilt?

      1. Geh mal in die hiesigen Geschäfte, besonders bei dann “geh doch zu” in der Barne! Da Rennen ständig Personen ohne Maske umher. Sagt man was zu den Leuten (die Ihre Maske unterm Kinn haben und wird bedroht mit körperlicher Gewalt schreitet Personal nicht ein. Mitarbeiter des Marktes sind auch kein Vorbild, benutzen Ihre Maske als Maulkorb und rennen durch die Kunden durch. Also vermeide ich den Laden mittlerweile, so gut es geht!

  5. Wir leben derzeit in einem Ausnahmezustand. Zuviele Experten beschäftigen sich mit dem Virus und treiben “jeden Tag eine andere Sau durch das Dorf”. Kein Wunder, dass die Menschen verunsichert sind.
    In Zeiten der Pandemie gehören die Massznahmen ganz einfach in eine einzige Hand – und das ist nuneinmal die Bundesregierung.
    Die Länder und alle anderen sonstigen Bedenkenträger haben in Zeiten einer Pandemie nichts zu sagen, sondern haben die Massnahmen ohne Wenn und Aber ddurchzusetzen und zu befolgen. Wer darin eine Diktatur sieht, ist sicherlich auf dem falschen Weg.
    Wenn wir so weiter machen, wird es einen Lockdown geben, denn keiner will und der Gift ist, für unsere Wirtschaft.

    1. Der zweite Lockdown ist eine sinnfreie Drohung. Niemand wird plötzlich “brav” wenn die Kanzlerin damit droht. Es spielt also keine Rolle ob sie damit droht oder nicht. Es beeinflusst nicht das Geschehen. Es dient bestenfalls als Rechtfertigung und Schuldzuweisung im Nachhinein, falls weitere Maßnahmen in den Medien wider Erwarten ausgeschlachtet werden sollten.

  6. Leute befreit euch mal vom betreuten Denken und seht mal bei DIVI (Intensiv Register) nach dort ist zu sehen, dass in ganz Deutschland zurzeit 413 Fälle COVID-19 aktuell in Krankenhäusern invasiv beatmet werden müssen also wo ist die Pandemie mit Hunderttausend Toten?
    Außerdem Sterben jede Woche 16000 bis 20000 Menschen in Deutschland und bei der Grippewelle 2017/18 waren, es über 25000 Tote hat das damals jemanden aufgeregt also mal nachdenken.

    1. Sehr geehrter Herr Kräft,
      Sie haben teilweise recht. Es sterben auch jedes Jahr in Deutschland ca. 25000,– Menschen an Herz-Kreislaufproblemen. aber die Zahlen sind nicht das eigentliche Problem, sondern, dass es gegen das Covid-Virus noch keinen Impfstoff gibt und die Krankheitsverläufe teilweise sehr drastisch sind und Folgeerkrankungen nach sich ziehen.
      156000 – 20.000 Grippetote in Deutschland pro Woche sind von Ihnen sicherlich nicht ernst gemeint. Woher haben Sie die Zahlen?
      Es ist doch wohl nicht zuviel verlangt, wenn man sich an die empfohlen Regeln hält.

      1. Sehr geehrter Herr Rosenbusch,
        Sie sollten sich mal fragen, warum es jedes Jahr zu einer Grippewelle kommt, obwohl dagegen ein Impfstoff vorhanden ist, als Nächstes haben sie schon den Hinweis auf den Packungen der Masken gelesen das sie nicht vor Viren und Bakterien schützen und der Brüller sind die selbst genähten Masken und so was, soll vor dem Virus schützen, ich lach mich schlapp.
        Die Zahlen von den 16.000 bis 20.000 Toten jede Woche in Deutschland können bei.
        Sterbefälle – Fallzahlen 2016 bis 2020 – Statistisches Bundesamt (destatis.de) eingesehen werden.

    2. Genau Leute, wacht auf, man muss das alles relativ sehen! Genauso ist es doch auch bei den Terroristen, Anschlägen oder auch Autounfällen mit Todesfolge. Das ist doch ein so verschwindend geringer Prozentsatz, das ist immer nur Panikmache. Also freie Fahrt für freie Bürger, wie es im Grundgesetz steht, ohne Tempolimits insbesondere vor Schulen (soll sich die Risikogruppe dort doch selber schützen). Außerdem Grenzen auf für alle Verfolgten und lasst ab von der Strafverfolgung, das lohnt nicht bei den paar hundert Opfern. (eventuell sarkastisch gemeinter Beitrag)

  7. Alles total UNNÖTIG. Bringt mir einen Infizierten: ICH treffe mich sofort mit ihm !
    Ernst gemeint.

    Da sind wir dabei; datt is prima. Viva Corona. Wir lieben den Bismarck, den Ouzo und das Bier. Zur Arbeit gehn`wir nicht. Wir bleiben lieber hier.
    Nämlich ZU HAUSE.
    Weil: Die Behörden das anordnen. Wie im Frühjahr. Shutdown. Lockdown.
    Hauptsache, das Land wird wirtschaftlich und gesellschaftlich an die Wand gefahren.
    Aber nicht nur dieses. Weltweit geschieht es…

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