Stein­hu­der Meer heißt bald Wunstor­fer Meer

REGI­ON HAN­NO­VER. Laut aktu­el­lem Regi­ons­be­schluss bekommt das „Stein­hu­der Meer“ ab dem 1. Okto­ber 2017 einen neu­en Namen. Es soll dann „Wunstor­fer Meer“ hei­ßen.

Bekommen bald neue Namen: Das Steinhuder Meer und die Insel Wilhelmstein heißen dann „Wunstorfer Meer“ und „Island of Nestlé Premium Waters“ | Foto: Tortuosa / de.wikipedia.org
Bekom­men bald neue Namen: Das Stein­hu­der Meer und die Insel Wil­helm­stein hei­ßen dann „Wunstor­fer Meer“ und „Island of Nest­lé Pre­mi­um Waters“ | Foto: Tor­tuo­sa / de.wikipedia.org unter Lizenz Attri­bu­ti­on-ShareA­li­ke 3.0 Unpor­ted

Die Plä­ne für die Umbe­nen­nung lie­gen schon län­ger in der Schub­la­de“, so Regi­ons­prä­si­dent Hau­ke Jagau, „aber erst mit Zustim­mung der Bür­ger­meis­ter aus Neu­stadt und Wunstorf woll­ten wir die­se not­wen­di­ge Maß­nah­me auch prak­tisch umset­zen.“ Laut Jagau sei es kein Geheim­nis, dass die Ver­mark­tung nun noch leich­ter­fal­len wer­de und die tou­ris­ti­sche Attrak­ti­on des „Wunstor­fer Meer“ auch über Lan­des­gren­zen hin­aus neue Besu­cher anlo­cke.

Wunstorfs Bür­ger­meis­ter Rolf-Axel Eber­hardt beton­te, dass die hoch­ver­schul­de­ten umlie­gen­den Gemein­den nun Pre­mi­um-Kund­schaft benö­ti­gen, die den Wert des Erho­lungs­ge­bie­tes wirk­lich zu schät­zen wis­se. „Wir suchen ver­mehrt nach sinn­vol­len Maß­nah­men, um Geld in die klam­men Kas­sen zu spü­len“, so Eber­hardt. Die Ein­nah­men durch Straf­zet­tel, Hun­de­steu­ern und Dienst­leis­tun­gen im Bür­ger­bü­ro sei­en nicht mehr zeit­ge­mäß.

Nur das Dorf behält den Namen Stein­hu­de – noch

Stein­hu­de hat sich ja schon immer schwer­ge­tan, sei­ne eige­ne Iden­ti­tät zu fin­den“, erläu­tert Eber­hardt wei­ter, „die Umbe­nen­nung sei der nächs­te logi­sche Schritt, und die­ses Ver­säum­nis holen wir nun nach“. Der ehe­ma­li­ge Schaum­bur­ger Fle­cken wur­de 1974 im Zuge der Gebiets­re­form nach Wunstorf ein­ge­mein­det. Lei­der habe man es laut Eber­hardt bereits damals ver­säumt, auch das Meer namens­tech­nisch ent­spre­chend zu wür­di­gen.

Tou­ris­ten sol­len nicht ver­wirrt wer­den

Segel­boot bei Son­nen­un­ter­gang auf dem Wunstor­fer Meer | Foto: Manue­la Köt­tel­hön

Dass auch der Ort Stein­hu­de irgend­wann ein­mal sei­nen Namen ver­lie­ren könn­te, so weit sei man noch nicht, gibt man sich im Wunstor­fer Rat­haus bedeckt. Aus­ge­schlos­sen sei es aber nicht, wenn der Begriff Stein­hu­de erst ein­mal an Bedeu­tung ver­lo­ren hat. Um Tou­ris­ten auf dem Weg zum künf­ti­gen Wunstor­fer Meer nicht zu ver­wir­ren, könn­te Stein­hu­de durch­aus eben­falls umbe­nannt wer­den. Als neu­en Namen für den dritt­größ­ten Wunstor­fer Stadt­teil kann sich Eber­hardt „Wunstorf-West” oder „Bad Wunstorf” vor­stel­len. Alter­na­tiv käme eine Zusam­men­le­gung mit Gro­ßen­hei­dorn in Betracht.

Bür­ger­be­tei­li­gung über Face­book

Für Neu­stadts Bür­ger­meis­ter Uwe Stern­beck ist der neue Name „Wunstor­fer Meer” jeden­falls schon beschlos­se­ne Sache. Nur im Zuge einer digi­ta­len Bür­ger­be­tei­li­gung kön­ne er noch ver­hin­dert wer­den. „Durch die Koope­ra­ti­on der Regi­on Han­no­ver mit dem sozia­len Netz­werk Face­book wer­den wir die Bür­ger der Stein­hu­der-Meer-Regi­on mit­be­stim­men las­sen“, betont Stern­beck. Man habe die Erfah­rung gemacht, „dass es sich vom hei­mi­schen Sofa aus ein­fach bes­ser mit­re­den las­se“, so Stern­beck. Jedes „Like“ eines Bür­gers zum The­ma wür­de dann als Zustim­mung für die Umbe­nen­nungs­maß­nah­me gewer­tet.

Adé Wil­helm­stein

Nicht mehr ver­hin­dern kön­nen die Bür­ger jedoch die eben­falls geplan­te Neu­be­nen­nung der Insel Wil­helm­stein. Der Ver­kauf der Namens­rech­te der Insel wur­de schon seit gerau­mer Zeit geprüft.

Info: Insel Wil­helm­stein
Die auf­ge­schüt­te­te Insel liegt mit­ten im künf­ti­gen Wunstor­fer Meer, wur­de 1761 bis 1767 von Graf Wil­helm I. zu Schaum­burg-Lip­pe als Fes­tung errich­tet und ist im Besitz der Adels­fa­mi­lie Schaum­burg-Lip­pe. Die Stadt Wunstorf hat sich mitt­ler­wei­le die Namens­rech­te gesi­chert und steht kurz vor Ver­trags­ab­schluss mit einem inter­na­tio­na­len Inves­tor.

Namen kön­nen der­zeit weder Stern­beck noch Eber­hardt nen­nen, doch es bestün­de eine tie­fe Ver­bin­dung zum Ele­ment Was­ser. Unbe­stä­tig­ten Quel­len zufol­ge ist der mul­ti­na­tio­na­le Kon­zern Nest­lé bei den Namens­rech­ten zum Zuge gekom­men und gibt der Insel Wil­helm­stein ab dem 1. Janu­ar 2018 den Namen „Island of Nest­lé Pre­mi­um Waters“. Der Name gehe zwar nicht leicht von der Zun­ge, so ein Insi­der, aber „er betont die Wert­schät­zung des Wunstor­fer Mee­res als inter­na­tio­na­le Pre­mi­um­mar­ke“. Die Stadt Wunstorf erhält im Gegen­zug für die­sen Deal über eine Lauf­zeit von 10 Jah­ren jähr­li­che Ein­nah­men im hohen drei­stel­li­gen Eurobe­reich.


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