Was pas­siert mit dem Küs­ters Hof?

Nein, „Küs­ters Hof” schließt nicht für immer sei­ne Pfor­ten. Aber Päch­ter Miche­le D’Onofrio hört zum Jah­res­en­de auf.

Konkrete Pläne für seine Zukunft hat er noch nicht, aber die Ära von Pächter Michele D'Onofrio im Küsters Hof endet definitiv zum 31. Dezember 2016. | Foto: Mirko Baschetti
Kon­kre­te Plä­ne für sei­ne Zukunft hat er noch nicht, aber die Ära von Päch­ter Miche­le D’Onofrio im Küs­ters Hof endet defi­ni­tiv zum 31. Dezem­ber 2016. | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Glück­lich sei man mit der Ent­wick­lung der letz­ten Jah­re im Küs­ters Hof ohne­hin nicht, betont Vol­ker Schmidt, Geschäfts­füh­rer der Ex + Job Arbeit und Frei­zeit GmbH und zugleich Ver­päch­ter, aber letzt­lich gab ein „beson­de­res Vor­komm­nis” den Aus­schlag für die frist­lo­se Kün­di­gung. Was genau das bedeu­te, dar­über mag nie­mand spre­chen. „Wir haben ver­trag­li­ches Still­schwei­gen ver­ein­bart”, sagt Schmidt. Eigent­lich hat­te Michel­le D’Onofrio noch einen Pacht­ver­trag bis zum Jahr 2020, aber dass der Abschied nun kurz­fris­tig vor­ge­zo­gen wur­de, bedau­ert er.

Das „Küs­ters” in heu­ti­ger Form gab es seit 2000

Aus finanz­recht­li­chen Grün­den muss­te der Ver­ein Ex & Job Sozia­le Dienst­leis­tun­gen e.V. den Betrieb des damals noch Küh­ne Knei­pe genann­ten Sze­ne­treffs im Jahr 2000 abge­ben. D’Onofrio war dort als Koch ange­stellt und bot sich als Päch­ter an. Er über­nahm die Knei­pe, benann­te sie in „Küs­ters Hof” um und ent­wi­ckel­te den Betrieb wei­ter: Mot­to­kü­che, Kon­zer­te, Pro­gramm­ki­no, Public Viewing zu Fuß­ball­groß­ereig­nis­sen, Ü30-, Weih­nachts- und  Sil­ves­ter­par­tys sowie Fami­li­en­fei­ern.

Das Küs­ters soll Sze­ne­knei­pe blei­ben”

Aber gera­de bei die­sen Fei­ern gab es ver­mehrt Unmut beim Ver­päch­ter und war die­sem schon län­ger ein Dorn im Auge. Mitt­ler­wei­le bewoh­nen bis zu 60 Kli­en­ten in psy­chi­scher Betreu­ung das Are­al von Ex + Job – direkt neben dem Küs­ters Hof. „Das ist ein­fach zu laut für unse­re Bewoh­ner”, sagt Bernd Mick­mann, Vor­sit­zen­der des Ver­eins, „wir müs­sen sie vor wei­te­ren belas­ten­den Fak­to­ren schüt­zen”. Und dazu gehö­re eben auch die laut­star­ke Men­schen­men­ge und Musik bis tief in die Nacht.

Abschieds­par­ty zum Jah­res­en­de

Bis Jah­res­en­de läuft das Küs­ters Hof noch unter der Lei­tung von D’Onofrio. Bis dahin ist der Ter­min­ka­len­der prall gefüllt: Lesun­gen, Kon­zer­te, Pri­va­te Fei­ern, Stamm­ti­sche, Jahr­gangs­tref­fen. Auf die belieb­te Sil­ves­ter­fei­er muss jedoch ver­zich­tet wer­den. Die Schlüs­sel­über­ga­be erfolgt am 31.12.2016. Eine Nacht zuvor will  D’Onofrio es noch­mal kra­chen las­sen – zur gro­ßen Abschieds­par­ty.
Wenn es nach dem Ver­päch­ter geht, soll ein Nach­fol­ger schnells­tens gefun­den wer­den. Jemand, der sich sozi­al enga­giert und Bewoh­ner wie Inte­gra­ti­ons­be­trie­be berück­sich­tigt.

Das ist ein­fach zu laut für unse­re Bewoh­ner”

Das Küs­ters soll Sze­ne­knei­pe blei­ben, eine wich­ti­ge Büh­ne für Kul­tur- und Klein­kunst­schaf­fen­de”, so Mick­mann. Auch Kon­zert­aben­de sei­en wei­ter­hin denk­bar, „jedoch nicht bis spät in die Nacht”. Alles, was eine bestimm­te Laut­stär­ke und Uhr­zeit über­schrei­tet, kön­ne man aus Respekt für die Bewoh­ner nicht mehr zulas­sen.

Für die­se und Mit­ar­bei­ter von Ex + Job soll in Zukunft im Küs­ters ein Mit­tags­tisch ange­bo­ten wer­den, Café und Knei­pe sol­len erhal­ten blei­ben. Bleibt die Fra­ge, wo die Gene­ra­ti­on Ü30 in Zukunft fei­ern wird. Im Küs­ters Hof jeden­falls nicht mehr.


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