Das Ende von Sigmundshall ist beschlossen

Heute hat der Betreiber K+S AG das Ende der Kaliförderung im Werk Sigmundshall mitgeteilt. Ende 2018 wird der Standort geschlossen. Damit endet in Wunstorf die über 100-jährige Bergbautradition.

Kalisalzgewinnung im Bergwerk (Symbolbild) | Foto: K+S Aktiengesellschaft

Wunstorf (red). Dass das Werk irgendwann in den kommenden Jahren schließen würde, war absehbar. Der Salzstock ist weitgehend ausgebeutet, das Vorkommen geht zur Neige, in immer größerer Tiefe bei immer größerer Hitze musste inzwischen abgebaut werden – mit entsprechender Belastung für Mensch und Material. Die Grube Sigmundshall war mit knapp 1.475 Metern inzwischen das tiefste Kalibergwerk weltweit.

Viele rechneten mit der Schließung von Sigmundshall frühestens nach 2020. Der Punkt, wo die Wirtschaftlichkeit nicht mehr gegeben ist, ist nun jedoch offenbar schon früher erreicht worden. Aufsichtsrat und Vorstand der K+S AG haben nun beschlossen, die Kaliproduktion am Standort Sigmundshall zum Ende des Jahres 2018 einzustellen. Die technischen Maßnahmen zur Stilllegung der Produktion und zur Verwahrung des Bergwerkes werden im Rahmen eines umfangreichen Projektes erarbeitet und den zuständigen Behörden zur Genehmigung vorgelegt.

Produktivität nahm ab

„Die Entscheidung zur Schließung des Werkes fällt uns mit Blick auf die Belegschaft, die alles getan hat, um ihren Standort erfolgreich zu machen, nicht leicht. Doch allen Beteiligten ist seit langem bekannt, dass die Rohsalzvorräte des Salzstockes von Bokeloh zur Neige gehen; die Rahmenbedingungen für die Gewinnung werden immer anspruchsvoller“, sagte Dr. Burkhard Lohr, Vorstandsvorsitzender von K+S.

„Trotz des großen Engagements der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter kann das Werk Sigmundshall nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden.“Dr. Burkhard Lohr

Hinzu käme, dass der gestiegene bergtechnische Aufwand dazu geführt habe, dass die Produktivität des Standortes in den vergangenen drei Jahren kontinuierlich abgenommen hat.

Der „Kalimandscharo“ könnte weiter genutzt werden | Foto: Mirko Baschetti

Wie geht es weiter mit den Mitarbeitern?

Ziel ist es nun, den rund 730 Mitarbeitern des Werkes über das Jahr 2018 hinaus eine klare Perspektive aufzeigen zu können. In Gesprächen mit Belegschaftsvertretern und Gewerkschaft werden Anschlusslösungen erörtert. Dazu gehören auch Verhandlungen mit den Betriebsräten über einen Interessenausgleich und Sozialplan. Möglichst vielen Mitarbeitern soll ein neuer Arbeitsplatz an anderen Standorten der Unternehmensgruppe angeboten werden. Aber auch vor Ort würden nach der Einstellung der Produktion noch längere Zeit Mitarbeiter gebraucht. Die Anlage zum Recycling von Aluminium-Salz-Schlacken, die sogenannte REKAL-Anlage, könnte zukünftig unabhängig von der Kaliproduktion betrieben und der Kaliberg weiterhin mit dem recycelten Material abgedeckt und begrünt werden.

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