Das Frei­bad bleibt zu

Jetzt ist es so weit: Das städ­ti­sche Hal­len­bad hat zur tur­nus­mä­ßi­gen Revi­si­on einen Monat lang geschlos­sen und das städ­ti­sche Frei­bad in Bokel­oh ist wei­ter denn je davon ent­fernt, in die Som­mer­sai­son star­ten zu kön­nen. Damit ist nun wie befürch­tet die Situa­ti­on ein­ge­tre­ten, dass Wunstorf kom­plett bäder­los ist – zumin­dest im kom­mu­na­len Bereich.

Hinweisschild am Eingang des Wunstorf Elements | Foto: Daniel Schneider
Hin­weis­schild am Ein­gang des Wunstorf Ele­ments | Foto: Dani­el Schnei­der

Es sah zunächst nur wie ein ein­fa­cher, über­schau­ba­rer Rohr­lei­tungs­scha­den aus – doch auf ein­mal scheint genau das ein­zu­tre­ten, was vie­le Wunstor­fer bereits spe­ku­liert hat­ten: inzwi­schen ist unklar, ob das Frei­bad über­haupt noch ein­mal öff­nen wird. Die­ses Jahr wird es jeden­falls defi­ni­tiv nichts mehr mit dem Baden in Bokel­oh. Ver­ei­ne oder die DLRG kön­nen nun vor­erst nicht mehr trai­nie­ren, bis das Hal­len­bad im August wie­der öff­net.

Kri­sen­tref­fen

Am Mitt­woch tra­fen sich die Mit­glie­der des Auf­sichts­ra­tes, die Orts­rä­te aus Idensen, Mes­mero­de und Bokel­oh, Bür­ger­meis­ter Eber­hardt sowie drei Mit­glie­der der Frei­bad-Initia­ti­ve, Mar­got Stem­me, Hans Schmunk­amp und Mari­on Nowak, im Frei­bad Bokel­oh, um sich vor Ort ein Bild von der Lage zu machen. Dabei wur­de klar, dass die Repa­ra­tur des Bades wei­ter­hin im Vor­der­grund steht, die der­zei­ti­ge Lage aber nicht kon­kret ein­zu­schät­zen ist. Wei­te­re Fach­fir­men sol­len hin­zu­ge­zo­gen wer­den, um die der­zei­ti­gen Schä­den genau ein­schät­zen zu kön­nen. Die Bäder­be­trie­be erhal­ten außer­dem Unter­stüt­zung sei­tens des Kali­werks bei der Scha­dens­su­che.

Schä­den wei­ter­hin unklar

Denn bis­lang ist es der beauf­trag­ten Bau­fir­ma nicht gelun­gen, die Ursa­che für den anhal­ten­den Was­ser­aus­tritt abzu­stel­len und das Schwimm­bad somit wie­der in einen betriebs­fä­hi­gen Zustand zu ver­set­zen – im Gegen­teil, es kam wäh­rend der Leck­su­che zu einem Mal­heur, bei dem Öl ins Becken gelang­te und die Arbei­ten wei­ter ver­zö­ger­te.

Obwohl meh­re­re Lecka­gen bereits gefun­den und repa­riert wur­den, tritt wei­ter­hin chlor­hal­ti­ges Was­ser aus, von dem nie­mand genau weiß, woher es kommt. Ver­mu­tet wird inzwi­schen ein Scha­den an Ablauf­roh­ren, die sich im Beton unter dem Schwimm­be­cken befin­den.

Um die­sen zu behe­ben und vor allem erst ein­mal zu fin­den, wird man vor­aus­sicht­lich das Becken auf­rei­ßen müs­sen, nicht nur drum­her­um­bud­deln, wie es bis­lang der Fall war. Damit ist man in der Grö­ßen­ord­nung einer Sanie­rung ange­langt, nicht mehr nur bei einer Repa­ra­tur. Eine sol­che ist jedoch nicht in den kom­men­den paar Wochen erle­digt.

Unge­wis­se Zukunft

Die Über­le­bens­chan­cen des Bades hän­gen nun maß­geb­lich davon ab, wie gra­vie­rend die Schä­den tat­säch­lich sind. Zwar ist das Bemü­hen der Stadt erkenn­bar, das Frei­bad nicht auf­zu­ge­ben, es ent­steht nicht der Ein­druck, dass man das Bokel­o­her Bad lie­ber heu­te als mor­gen los­wer­den woll­te, wie man­che bereits befürch­te­ten. Doch letzt­lich sind es die finan­zi­el­len Auf­wen­dun­gen, die über die Zukunft des Frei­ba­des im Schat­ten des Kali­ber­ges ent­schei­den wer­den.

Auch wenn Kon­sens besteht, das Frei­bad so schnell wie mög­lich wie­der öff­nen zu kön­nen, könn­ten die Finan­zen dem letzt­lich ent­ge­gen­ste­hen. Soll­ten die Instand­set­zungs­kos­ten ins Exor­bi­tan­te stei­gen, droht dem Bad tat­säch­lich die Schlie­ßung. Aus eige­ner Kraft kön­nen die Bäder­be­trie­be eine Sanie­rung oder gar einen Neu­bau nicht finan­zie­ren.

Die Zukunft des Frei­bads Bokel­oh bleibt damit wei­ter­hin unge­wiss. Die unmit­tel­ba­re Ent­schei­dung, ob eine Repa­ra­tur noch lohnt, liegt beim Auf­sichts­rat. Wie es wei­ter­geht, wird sich frü­hes­tens dann ent­schei­den, wenn die Exper­ti­sen der hin­zu­zu­zie­hen­den Instand­set­zungs­be­trie­be vor­lie­gen. Erst dann wird man abwä­gen kön­nen, ob und wie viel Geld man bereit ist in das Frei­bad zu inves­tie­ren.

Schwim­mern bleibt im Moment nur noch, ins Stein­hu­der Meer zu hüp­fen, das Natur­er­leb­nis­bad in Luthe auf­zu­su­chen – oder gleich nach Bad Nenn­dorf oder Neu­stadt in die dor­ti­gen Schwimm­bä­der zu fah­ren.

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1 Kommentar
  1. Nowak, Marion meint

    Die Situa­ti­on ist sehr gut zusam­men­ge­fasst. Dan­ke!

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