Frei­bad Bokel­oh wei­ter­hin geschlos­sen

Wir haben Anfang Juni, die Tem­pe­ra­tu­ren bewe­gen sich bereits auf die 30-Grad-Mar­ke zu – und das städ­ti­sche Frei­bad in Bokel­oh hat geschlos­sen. Eigent­lich hät­te es schon am 15. Mai öff­nen sol­len, doch dar­aus wur­de nichts.

Eingang zum stillgelegten Wunstorfer Freibad | Foto: Daniel Schneider
Sym­bol­bild: Ein­gang zum still­ge­leg­ten Wunstor­fer Frei­bad | Foto: Dani­el Schnei­der

Seit ein Leck im Rohr­lei­tungs­sys­tem des Bades fest­ge­stellt wur­de, ver­schiebt sich die Frei­bad­sai­son zumin­dest für das städ­ti­sche Bad in Bokel­oh auf unbe­stimm­te Zeit. Auf Nach­fra­ge der Wunstor­fer Auepost konn­ten die Bäder­be­trie­be kei­ne kon­kre­te Aus­kunft geben, wann mit einer Öff­nung des Bades zu rech­nen ist.

Momen­tan ist das Bad bis auf Wei­te­res für Bau­ar­bei­ten geschlos­sen. Die Stein­plat­ten am Becken­rand sind ent­fernt und die Roh­re meter­weit in tie­fen Grä­ben frei­ge­legt. An Schwim­men ist hier vor­erst nicht zu den­ken. Doch das stört ohne­hin nicht jeden, denn die Tem­pe­ra­tu­ren im Frei­bad Bokel­oh wer­den an hei­ßen Tagen ohne­hin als nicht kühl genug emp­fun­den. Nichts­des­to­we­ni­ger zählt es zu den belieb­tes­ten Bädern im Umkreis, gera­de auch wegen der Behei­zung aller Schwimm­be­cken. Das vor drei Jah­ren geschlos­se­ne Frei­bad in der Wunstor­fer Kern­stadt hin­ge­gen war man­chen wie­der­um zu kalt, hier wur­de an den Heiz­kos­ten gespart.

Spar­sam mit Heiz­kos­ten umge­hen muss das Frei­bad Bokel­oh nicht, denn es nutzt Abwär­me aus dem benach­bar­ten Kali­werk Sig­munds­hall und kann damit kos­ten­neu­tral das Was­ser behei­zen. Den­noch befürch­ten vie­le ein bal­di­ges Ende des Bades, aus meh­re­ren Grün­den. Zwar ist das Frei­bad wegen der Gra­tis-Wär­me das kos­ten­güns­tigs­te der Wunstor­fer Bäder, doch Inves­ti­tio­nen las­sen sich auch hier nicht ver­mei­den, wie man am aktu­el­len Bruch der Lei­tun­gen sieht. Der mög­li­che Weg­fall der Abwär­me schwebt außer­dem wie ein Damo­kles­schwert über dem Frei­bad, soll­te das Werk ein­mal schlie­ßen. Damit ent­fie­le die kos­ten­güns­ti­ge Grund­la­ge für den Stand­ort Bokel­oh.

Dezember 2016: Badesaison in Bokeloh beginnt
Dezem­ber 2016: Bade­sai­son in Bokel­oh beginnt

Schlie­ßungs­ge­rüch­te machen daher schon seit län­ge­rem die Run­de – die Befürch­tun­gen der Wunstor­fer, dass ein grö­ße­rer Scha­den den Anlass bie­ten könn­te, stüt­zen sich auf die Erfah­run­gen, die sie mit dem alten Wunstor­fer Frei­bad in der Kern­stadt machen muss­ten. Obwohl ein För­der­ver­ein Geld in den Betrieb steck­te und die Stadt­kas­se ent­las­te­te, bedeu­te­te ein Rohr­bruch im Jah­re 2013 das Aus für das Frei­bad, des­sen Repa­ra­tur die Kos­ten hät­te explo­die­ren las­sen. Auch beim einst­mals städ­ti­schen Frei­bad Luthe war vor 12 Jah­ren ein Rohr­bruch der Anlass, das Bad dicht­zu­ma­chen bzw. in die Hän­de der heu­ti­gen Genos­sen­schaft zu ent­las­sen.

Akut ist die Schlie­ßungs­de­bat­te den­noch nicht. Erst 2014 gab Bür­ger­meis­ter Eber­hardt sein Wort, dass das Frei­bad nicht geschlos­sen wer­den soll, und anders als beim alten Wunstor­fer Frei­bad wird wei­ter­hin Geld in die Hand genom­men, um das Bad wie­der nutz­bar zu machen. 100.000 Euro ste­hen aktu­ell als Bud­get zur Ver­fü­gung, um die Rohr­lei­tun­gen kom­plett frei­le­gen, unter­su­chen und in Stand set­zen zu kön­nen. Frag­lich ist jedoch, wann die­se Arbei­ten abge­schlos­sen sein wer­den. Ver­schie­ben sich die Bau­ar­bei­ten über den Juni hin­aus, dann käme es zu der Situa­ti­on, dass bei­de städ­ti­schen Bäder gleich­zei­tig geschlos­sen hät­ten, denn das „Wunstorf Ele­ments“ legt im Juli sei­ne jähr­li­che Betriebs­pau­se ein.

Es blie­ben dann nur das Natur­bad in Luthe oder die Bade­in­sel in Stein­hu­de, um mit küh­len­dem Nass in Kon­takt zu kom­men. Oder als letz­tes Mit­tel ein Sprung in die Aue – damit wäre Wunstorf dann wie­der so weit wie vor 100 Jah­ren, als die Wunstor­fer tat­säch­lich noch direkt am Aueufer plan­schen gin­gen.

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5 Kommentare
  1. Nowak, Marion meint

    Der Bericht ist inhalt­lich nicht ganz kor­rekt. Die Werks­lei­tung des Kali­wer­kes Sig­munds­hall hat öffent­lich und im Auf­sichts­rat des BBW ver­si­chert, dass die Warm­was­ser­lie­fe­rung zum Frei­bad in Bokel­oh auch nach der Been­di­gung des Salz­ab­baus mög­lich ist. Zu den Gerüch­ten um eine Schlie­ßung des Frei­ba­des muss ich sagen, dass sie aus den Krei­sen der SPD-Rats­frak­ti­on im Wunstor­fer Stadt­rat kom­men. Mehr­mals ist öffent­lich gesagt wor­den: Mit dem Früh­schwim­men müs­sen wir uns nicht mehr beschäf­ti­gen, denn das Frei­bad wird sowie­so bald geschlos­sen. Wer hat zur Zeit die Mehr­heit im Auf­sichts­rat der BBW und im Stadt­rat? Die SPD mit den Grü­nen!
    Die Kari­ka­tur trifft das Bemü­hen der Ent­schei­dungs­trä­ge­rin­nen genau.

    1. Daniel Schneider
      Daniel Schneider meint

      Rich­tig, die anfal­len­de Abwär­me hat nicht direkt mit dem För­der­be­trieb zu tun, des­we­gen haben wir auch nicht von Been­di­gung des Salz­ab­baus geschrie­ben, son­dern vom Ende des Werks gespro­chen. Die Heiz­ener­gie wird nach unse­rem Kennt­nis­stand nicht aus dem Berg­werk bezo­gen, son­dern von den ober­ir­di­schen Anla­gen. Soll­ten die­se in fer­ner Zukunft aber auch ein­mal still­ste­hen, dann wür­de auch eine wei­ter­be­stehen­de Was­ser­lie­fe­rung kei­nen Sinn mehr erge­ben. Das hät­ten wir noch deut­li­cher her­aus­stel­len müs­sen, dan­ke für die Ergän­zung!

  2. […] gest­ri­gen Mon­tag, den 13.6., kam es am frü­hen Mor­gen im Frei­bad Bokel­oh, das der­zeit wegen Repa­tur­ar­bei­ten geschlos­sen ist, zu einem Ölscha­den. Bei einem dazu ein­ge­setz­ten Bag­ger platz­te wäh­rend des Betriebs ein […]

  3. […] Es sah zunächst nur wie ein ein­fa­cher, über­schau­ba­rer Rohr­lei­tungs­scha­den aus – doch auf ein­mal scheint genau das ein­zu­tre­ten, was vie­le Wunstor­fer bereits spe­ku­liert hat­ten: inzwi­schen ist unklar, ob das Frei­bad über­haupt noch ein­mal öff­nen wird. Die­ses Jahr wird es jeden­falls defi­ni­tiv nichts mehr mit dem Baden in Bokel­oh. Ver­ei­ne oder die DLRG kön­nen nun vor­erst nicht mehr trai­nie­ren, bis das Hal­len­bad im August wie­der öff­net. […]

  4. […] sind noch zwei städ­ti­sche Bade­an­stal­ten (Hal­len­bad und Frei­bad Bokel­oh) übrig, das alte Frei­bad der Kern­stadt gehört nicht mehr dazu. Die Prio­ri­tä­ten lie­gen nun […]

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