Gärt­ne­rei Ehlers-Ernst schließt ihre Pfor­ten

Nach 88-jäh­ri­gen Bestehen muss die Gärt­ne­rei Ehlers-Ernst schlie­ßen. Das Tra­di­ti­ons­un­ter­neh­men aus Stein­hu­de war der Kon­kur­renz nicht mehr gewach­sen.

Trotz „Plei­te“ blickt Inha­ber Dirk Jes­sen sei­ner Zukunft opti­mis­tisch ent­ge­gen. | Foto: Mir­ko Baschet­ti

Als Dirk Jes­sen die Tra­di­ti­ons­gärt­ne­rei Ehlers-Ernst am 31. März 2012 vom Inha­ber­paar Rose­ma­rie Ernst und Karl-Die­ter Römer über­nahm, schien sein Traum einer eige­nen Gärt­ne­rei wahr­ge­wor­den. Doch fünf Jah­re spä­ter ist Ernüch­te­rung ein­ge­tre­ten.
Der kon­ti­nu­ier­li­che Kun­den­rück­gang kam haupt­säch­lich durch kon­kur­rie­ren­de Bil­lig­an­bie­ter zustan­de. Dem Blu­men­ver­kauf durch Bau­märk­te oder Lebens­mit­tel­an­bie­ter konn­te Jes­sen auf Dau­er nichts Ent­spre­chen­des ent­ge­gen­set­zen.
Zudem hät­te er auch mit „gewis­sen Befind­lich­kei­ten“ eines Teils der bis­he­ri­gen Stamm­kund­schaft zu kämp­fen gehabt. „Die Leu­te hat­ten nach dem Besitz­wech­sel einen gewis­sen Arg­wohn, der sich bei eini­gen nie ganz gelegt hat“, sagt Jes­sen. „Bei fast 90 % pri­va­ter Stamm­kund­schaft ist das zu einem gro­ßen Pro­blem gewor­den.“

Doch der aus Nord­deutsch­land stam­men­de Jes­sen ist selbst­kri­tisch genug, um die Schuld nicht bei ande­ren zu suchen. „Letzt­lich habe ich eini­ge Din­ge unter­schätzt und konn­te einer Fehl­ent­wick­lung nicht mehr recht­zei­tig ent­ge­gen­steu­ern“, bedau­ert Jes­sen.

Anfang die­ses Jah­res habe er dann ein­se­hen müs­sen, dass eine Insol­venz unum­gäng­lich sei, damit „die Geschäfts­auf­ga­be ver­nünf­tig abge­wi­ckelt wer­den kann“.
Ein Käu­fer ist bereits gefun­den, der auch einen Teil der Beleg­schaft über­nimmt. Der Rest habe bereits neue Arbeits­stel­len gefun­den. Die Gärt­ne­rei bleibt bestehen, doch das Kon­zept wer­de ein ande­res. Eben­so wie der Name – die Gärt­ne­rei Ehlers-Ernst wird damit für immer Geschich­te sein.

Gärt­ne­rei aus Tra­di­ti­on
Am 1.3.1929 wur­de der Gar­ten­bau­be­trieb Ehlers-Ernst von Wal­ter Ehlers in der „Lei­nen­we­ber­stra­ße 2“ in Stein­hu­de gegrün­det. Im Jahr 1992 erfolg­te die Betriebs­über­ga­be an die bereits drit­te Fami­li­en­ge­ne­ra­ti­on. Von 1992 bis 2012 führ­te die Flo­ris­tik­meis­te­rin Rose­ma­rie Ernst mit ihrem Mann den Betrieb. Am neu­en Stand­ort „Im Sand­brin­ke 30“ erschu­fen sie durch Erwei­te­run­gen ein gro­ßes Dienst­lei­tungs­zen­trum. Vom 31. März 2012 bis zum 30. Juni 2017 lei­te­te Dirk Jes­sen die Gärt­ne­rei.

Dirk Jes­sen bleibt der Lie­be zur Gärt­ne­rei jedoch treu. Sei­ne Ehe­frau betreibt in Kür­ze die „Gar­ten­ma­nu­fak­tur Jes­sen“ in Hagen­burg. Er wird dort Ange­stell­ter sein und ist froh, dass ihm ein Teil der Stamm­kun­den treu blei­ben will.

Noch bis zum 30. Juni 2017 ist die Gärt­ne­rei Ehlers-Ernst geöff­net. Der­zeit gibt es auf die Waren 30 % Rabatt, ab kom­men­der Woche wer­den es dann 50 %.
Die neue Gärt­ne­rei soll nach der Über­nah­me und Umge­stal­tung dann zum Spät­som­mer wie­der­eröff­nen.

 

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Andreas Balleier Fotografie

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