
Wunstorf (red). Sie halten die jahrhundertealte Tradition am Leben: Zirkusfamilien, die durch die größeren und kleineren Städte reisen und damit selbst das Kulturerbe Zirkus bilden.
Familie Urban ist eine dieser Zirkusfamilien, und in der heutigen Zeit etwas selten Gewordenes. Denn sie tragen nicht nur die Faszination des klassischen Wanderzirkus weiterhin ins Land, sondern bewahren auch eine uralte Zirkusmischung. Ungefähr 350 Zirkusse gibt es in ganz Deutschland – nur die wenigsten haben noch Tiere als festen großen Showbestandteil.
Anders beim Circus Salino, der einen halben Zoo mit dabei hat: Ponys, Ziegen, Hunde, Lamas – und Kamele. Letztere sind die Exoten und auffälligsten Werbeträger beim Circus Salino.
Wildtiere aber werden beim Zirkus nicht gehalten, auch die beiden Kamele Iwan und Kasan sind letztlich die Haustiere der Familie. Mit dem Unterschied, dass die Urbans ihre Haustiere mit zur Arbeit nehmen. Wenn keine Vorstellungen sind, wird der Schützenplatz zur Weide: Im abgezäunten Bereich haben die Tiere Auslauf.
„Wir sind ein klassischer Zirkus, aber mit modernem Programm“, sagt Zirkusdirektor Franjo Urban im Gespräch mit der Auepost. Jonglieren, Feuerspucken, Wild-West-Show, Seiltanz und natürlich die Clowns habe man in der Manege.
In der 6. Generation wird der aus Aurich stammende Zirkus mittlerweile geführt – und die 7. Generation steht quasi schon bereit: Während gerade auf dem Wunstorfer Schützenplatz aufgebaut wird, die ersten Vorbereitungen für das Zelt laufen, laufen auch Kylie und Cash mit ihren Eltern übers Gelände. Insgesamt gehören rund 25 Personen zum Zirkus. Im Hintergrund stapeln sich schon die Stühle für die Plätze rund um die Manege. Die Vorbereitungen zur Errichtung des Zirkuszeltes sind im Gange.

Die vierjährige Kylie, die Zirkuschef-Tochter, schnappt sich wie selbstverständlich die Leine von Iwan – und wirft sich nach Vorbild der Großen in typische Zirkuspose. Später wird sie ihrem Vater beim Balancieren helfen.
Der fünfjährige Cash wirkt schon jetzt wie der künftige Zirkusdirektor – aber ist tatsächlich spielerisch auch schon ein Teil der Show: als „der kleine Clown Banane“ ist er in der Manege dabei.
In der Region ist der Zirkus kein unbekannter: In Hannover, Stadthagen oder Seelze war man schon mehrmals, auch Peine und Bielefeld zählen zu den wiederkehrenden Gastorten. Zuletzt stand man beispielsweise in Paderborn oder Großburgwedel auf Plätzen und Flächen. Nun könnte Wunstorf zum festen Ziel werden – das wird stark davon abhängen, wie viele in der Stadt sich für das klassische Zirkuserlebnis begeistern.


Schon am morgigen Donnerstag, den 24. September, beginnen die Vorstellungen. Für zwei Wochen steht man in Wunstorf, Auf- und Abbau inklusive. Vorstellungen gibt es bis zum 4. Oktober. Nicht nur die Wochentage, auch zwei Wochenenden Show sind damit abgedeckt.
Vorstellungen auf dem Schützenplatz Wunstorf, direkt neben der B442, gibt es täglich außer am Dienstag, den 29. September. Die Samstage sind jeweils „Papa-Tag“ – Väter zahlen dann keinen Eintritt.
Vorstellungen in Wunstorf:
Do, 24.9. 16 Uhr
Fr, 25.9. 16 Uhr
Sa, 26.9. 16 Uhr
So, 27.9. 11 Uhr
Mo, 28.9. 16 Uhr
Mi, 30.9. 16 Uhr
Do, 1.10. 16 Uhr
Fr, 2.10. 16 Uhr
Sa, 3.10. 16 Uhr
So, 4.10. 11 Uhr
Grit D., ich werde Sie nicht fragen.
ps: Es ist nicht nur Zirkus, wo es groß uraufgeschrieben ist.
Aber Artikel über Zirkusse wecken Ihre Begeisterung und den Drang alle teilhaben zu lassen.
Nun, es hat halt jeder seine Vorlieben. Unbenommen.
M.E. ist ein Zirkusbesuch eine schöne Abwechselung zum Alltäglichen.
Zirkus mit Tieren, egal ob heimisch oder exotisch, sind ein absolutes No-Go und wird von mir seit Jahrzehnten boykottiert…
Ich gehe generell nicht in einen Zirkus, in dem Tiere gehalten werden.
Mein letzter Zirkusbesuch war beim chinesischen Staatszirkus, wo traditionell nur Menschen auftreten.
Eine Ausnahme könnte es aber geben: wenn ein Zirkus eine Trapez-Nummer mit Elefanten zeigt, würde ich hingehen.
Warum in der heutigen Zeit ein Zirkus mit Tieren, warum macht Wunstorf dort mit und unterstützt das? Geht (Zirkus und Stadt Wunstorf) doch mal mit der Zeit……
Zum Kommentar von fred:
Wenn Wunstorf mit der Zeit geht im heutigen Zeitalter, werden kulturelle Beschränkungen, Verbote von Grundwerten, Verarmung und Verluste von Freiheiten die Folge sein ( auf Bundes- und Landesebene schon verschiedentlich zu beobachten). Die Abrichtung von Tieren geht auch ohne Quälerei.
Hallo Herr Badke, wie stellen sie sich denn vor, dass dies ohne Quälerei möglich sei ? Nur weil in einer fröhlichen show für den Betrachter alles friedlich wirkt, sollte ihnen klar sein, dass Tiere in einem Zirkus immer Quälerei sind. Die stundelangen Fahrten von Ort zu Ort, die Haltung auf kleinsten nicht artgerechtem Raum und die unnatürlichen Bewegungen der Tiere sind leider, da muss ich Sie enttäuschen Tierquälerei. Wenn sie eine Abwechslung vom Alltag wollen empfehle ich Ihnen einen guten Dokumentarfilm, da kann man sogar was über Tiere und ihr natürliches Vorkommen lernen.
Einen Besuch in diesem Zirkus kann ich leider nicht nachvollziehen.
Es soll mich niemand fragen. weshalb.
Doch schon als Kind konnten mich Zirkus-Shows nicht begeistern.
So blieben meine Besuche Sehr überschaubar.
Selbst im Laufe von Jahrzehnten konnte mich alles mit Zirkus nicht überzeugen.
Doch wer Gefallen daran hat- ob Kind, Teenie oder Erwachsemer- von mir aus…