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Wunstorf (as). Für die Ankündigung der „Restrukturierung der Stadtverwaltung“ nutzte Bürgermeister Carsten Piellusch (SPD) die jüngste Ratssitzung und seine Rede zur Einbringung des Etatentwurfs für 2026 und 2027. Die entscheidenden Sätze finden sich auf der vorletzten Seite seines 17-seitigen Manuskripts. Von der SPD-Fraktion erntete er für seine überraschende Ankündigung verhaltenen Beifall.
Die Vertreter der übrigen politischen Gruppen rührten keine Hand. Es gab keine Wortmeldung dazu. Piellusch hatte Rat und Bürgerschaft zuvor auf Einsparungen eingestimmt. In seiner breit angelegten, mit vielen Daten und Zahlen fundierten Rede vermied er die in früheren Reden verwendete Vokabel „raue Zeiten“.
„Das wird unserer Stadt nicht helfen“
Carsten Piellusch über markige Thesen im Wahlkampf
Mit großem Ernst zeichnete er ein aktuelles Bild von der Stadt und ihren Finanzen. Piellusch appellierte erneut an den Rat, die Zukunft in Gemeinsamkeit zu gestalten. Dazu brauche es auch Mut. Wörtlich sagte er, im heraufziehenden Kommunalwahlkampf sei es politisch verführerisch, sich abzusetzen und markige Thesen zu vertreten. Und: „Das wird unserer Stadt nicht helfen.“
Piellusch erklärte, mit dem Doppelhaushalt für die kommenden beiden Jahre solle die Handlungsfähigkeit über den Wahltermin hinaus gesichert werden. Er ließ keinen Zweifel daran, dass die finanzielle Lage der Stadt wie die fast aller Kommunen angespannt sei und zum Sparen zwinge. Das Defizit im Haushalt werde voraussichtliche zwischen 13 und 14 Millionen Euro liegen. Im „Rechtssinne“ gelte der Etat für 2026 und 2027 als ausgeglichen. Für 2028 drohe allerdings ein Haushaltssicherungskonzept.
Damit ist ein Konsolidierungskonzept gemeint, bei dem innerhalb von zehn Jahren Haushalte saniert und eine vollständige Ausgabendeckung ohne den Rückgriff in Rücklagen und ohne Kredite erreicht werden sollen. Um den Ernst der Lage zu unterstreichen, gab Piellusch unter anderem den Schuldenstand der Stadt bekannt: Ende 2024 waren es 66 Millionen Euro. Ende dieses Jahres werden es 87 Millionen sein. Die Pro-Kopf-Verschuldung betrug Ende 2025 1.614 Euro – laut Piellusch „ein Mittelwert“ in der Region Hannover.
Zum Stellenplan der Stadtverwaltung teilte der Bürgermeister mit, dass es nur eine kassenwirksame Neueinstellung geben soll: Ein Straßenbauer soll sich angesichts des fortschreitenden Glasfaserausbaus um Schadensersatzansprüche kümmern. Eine Aussprache über Pielluschs Rede gab es wie üblich nicht. Rolf Herrmann (SPD) nannte die Darstellungen eine „ehrliche Ansage“. Es werde Einschnitte geben.
1. Ist dieses „Freizeitbad“ schon seit dem
letzten im Haushalt mit einkalkuliert. Niemand bezeichnet es Freizeitbad, außer die Kritiker.
2. Ist die Neuverschuldung gering.
3. Hat die Stadt einen Investitionsstau, dazu gehört auch das Hallenbad.
4. Wird in die Infrastruktur investiert, oder warum ist für manchen Wunstorf eine Dauerbaustelle?
5. Was denn nun? Wird in die Infrastruktur investiert, was getan. wird, wird gemeckert, wird nichts getan, wird auch gemeckert, was letzteres ja nicht stimmt.
Mir hat mal ein ehemaliger Chef, welcher vor seiner Selbstständigkeit Kämmerer in einer Gemeinde war, Folgendes gesagt: „Bei Beschlüssen im Gemeinderat wird über Investitionen unter 5.000 Euro tage- bis wochenlang hin- und herdiskutiert, ob oder ob nicht. Bei Investition im zweistelligen Millionenbereich, wird das Vorhaben sofort durchgewunken, weil sich die einzelnen Gemeinderats-Mitglieder diese Summen gar nicht mehr vorstellen können.“
Politiker halt.
Und wenn ich höre, dass ein Sozi das Rathaus umkrempeln will, dann werde ich immer ganz vorsichtig.
Das kann nichts Gutes bedeuten.
Ohha, das muss aber Kleinkleckersdorf sein.
Mit „Investitionen“ von 5.000 € muss sich der Rat in Wunstorf Gott-sei-Dank nicht befassen. Das ist alles auf die Sachbearbeiter-Ebene delegiert.
Was nun solch ein Tagesgeschäft einzelner Sachbearbeiter mit ehrenamtlich tätigen Mandatsträgern und das wiederum mit einem hauptamtlichen Behördenleiter bei einem Haushaltsvolumen von mehr als 15 Mio. € zu tun hat, verstehe ich nicht.
Wunstorf hat etwa 40.000 Einwohner, die Gemeinde, von der ich spreche hat etwa 15.000 Einwohner.
Ein Verhältnis von 2,66. Damit ist Wunstorf wohl einwohnermäßig ein wenig größer, dennoch kann man in meinem Beispiel nicht von Kleinkleckersdorf sprechen.
Zum angesprochenen Haushaltsvolumen von 15.000.000 Euro im Beispiel Wunstorf.
Die Volumina der von mir angesprochenen Gemeinde sind:
Verwaltungshaushalt: ca. 37.562.600 €
Vermögenshaushalt: ca. 16.464.600 €
Na – wer ist jetzt Kleinkleckersdorf?
Korrektur:
Sorry, da fehlte eine 0, es sind natürlich 150 Mio. €!
@ Anonym: In welchem Bundesland liegt denn diese Stadt?
Wenn die noch Verwaltungs- und Vermögenshaushalt hat, muss sie ja in Bayern Schleswig-Holstein oder Thüringen sein. Da gibt’s halt noch ganz andere Kommunalverfassungen.
Bitte nicht Äppel mit Birnen vergleichen.
Tage- und wochenlang hat der Rat in Wunstorf noch nie getagt. Der kommt ja nur für die wirklich wesentlichen Themen zusammen, meist 5 x pro Jahr für jeweils 1-2 Stunden.
@Liebe Doris:
Da befinden wir uns im interessanten Gebiet der Doppik und Kameralistik.
Besagte Gemeinde befindet sich natürlich in Bayern.
Eine – grobe – Vergleichbarkeit zwischen Gemeinden mit Doppik (Wunstorf) und Kameralistik (mein Beispiel) kann man erreichen, in dem man den Verwaltungshaushalt mit dem Vermögenshaushalt in kameralistischen Gemeinden addiert.
Damit hat man eben NICHT mehr Äpfel mit Birnen, sondern einen groben Maßstab der Vergleichbarkeit.
Und dann sieht das Ganze so aus:
Wunstorf: 40.000 Einwohner, Haushalt: 150.000.000 Euro (mit Dirks vergessener 0)
bayer.Gemeinde: 15.000 Einwohner, Haushalt: 54.000.000 Euro (Verwaltungs- plus Vermögenshaushalt)
Kommen wir nun auf die Summe pro Einwohner, sehen wir pro Einwohner beinahe komplett gleiche Zahlen:
Wunstorf: 3.750 Euro
bayer.Gemeinde: 3.601 Euro
Welche STÄDTISCHE Straße genau meinst du denn, die nicht in der Finanzplanung enthalten ist?
Ein Jahr vor der Kommunalwahl wird nachgedacht und geändert? Betrachtet man die Investitionen in der Stadt Wunstorf und das Geschehen dort und drumherum, kommt diese Reform eindeutig zu spät.
Alles gut und schön. Was tun die Politiker um uns vor eienr drohenden Kriegsgefahr zu sensibilisieren.Gibt es Schutzkonzepte, Anlaufpunkte, Evakuirungspläne? Schutzräume? Wunstorf liegt am Fliegerhorst und der wird als Logistikkreuz eins der ersten Ziele sein. Ich bin beunruhigt, weil seitens der Politik zum Thema Bevölkerungsschutz nichs zu hören ist.
Da kann man dem Russen nur genaue Zielvorrichtungen wünschen, damit das zivile Wunstorf verschont bleibt.
Übrigens: eine Oreschnik fliegt mit Mach10 = 12.300km/h – die ist in ca. 10 Minuten im Fliegerhorst und die NATO hat dagegen KEINE Abwehrmöglichkeit. Wenn Putin also Deutschland angreifen wöllte, dann würde er es genau jetzt tun und nicht noch 4 Jahre warten, bis dann Deutschland laut Pistorius kriegstüchtig wäre. Welche Gegner wartet denn solange, bis sich sein Feind bis an die Zähne bewaffnet hat. Alles Märchen.
Hallo Fred, die Stadt Wunstorf verfügt noch nicht einmal über ein Warnsystem in Form von Sirenentönen zur Ankündigung eines Luftangriffes. Wie selbst gehört, hatte der Ort Auhagen Sirenenprobealarm nicht nur in Sachen Feueralarm!!!
Alles, was aber diese Stadt und ihre Ortsteile zu bieten haben, sind die üblichen immer Samstags einmal im Monat stattfindenden Feuerprobealarme.
Ich glaube nicht an Schutzunterkünfte in Wunstorf, auch nicht an Pläne einer Evakuierung.
Das Thema scheint zu lasch betrachtet zu werden. Der Ernst der Lage sollte verantwortungsbewusst wahrgenommen werden.
Ja B du hast rechr. Es scheint garnicht betrachtet. Die Bevölkerung wird nicht informiert weil rs keine Pläne gibt. Fakt ist für mich durch die Nähe zum Fliegerhorst sind wir “ zuerst“ dran. Was tun gegen Drohnendchwärme?
Ich hoffe auf baldige Info der Politiker und konkrete Pläne, Wunstorf ist auch nicht auf viele Verletzte vorbereitet. Schweden machts richtig-Schutzräumen und in Abständen Per Mail Onfobröschüren zum Zuvilschutz an die Bevölkerung. Oh, per Mail scheitert hier bestimmt auch.
Die Auepost könnte das Thema mal aufgreifen,
Gerade Information und Transparenz in Sachen Projekte waren von Seiten der Stadtverwaltung nicht gerade von Ruhm bekleckert, gerade Schutz vor Katastrophen und Information über eine drohende liefen nur über die App auf dem Handy, traurig. Und wenn es aus war, lief gar nichts. Nun, Wunstorf arbeitet daran… .
Und so beschleicht einen immer das Gefühl, dass die Standortlage des Flugplatzes noch immer nicht als das betrachtet wird, was sie ist: Eine militärische Anlage im Drehkreuz nebst Angelpunkt. Wohl eher ein interessantes Objekt direkt am Wohngebiet, Touristenmagnet auch im Angesicht der momentanen angespannten Lage, ein Urlaub neben einem Militärflughafen.
Schutz und Präventionsmechanismen zeigen sich keine, viele Bürger scheinen sich leider keine Sorgen zu machen um genau die Eventualitäten, die eintreten können, ja, es wird sogar noch gebaut.
Und was die Stadt Wunstorf angeht, ist ihre Transparenzauskunftsfreudigkeit in solchen Sachen sehr dünn.
Auf die Sorgen mancher Bürger wird scheinbar nicht eingegangen.
Die Frage ist, warum.
Wurde denn das Rathaus umgekrempelt?
Es gibt eine besondere Abteilung für die Innenstadt.
Aber ist noch mehr passiert oder kommt das noch?
1614 € Schulden pro Person und dann für 37 Millionen ein Freizeitbad bauen wollen . Findet den Fehler und guckt euch dazu mal den Zustand der Straßen an