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Grünen-Fraktionschef Nowak zieht sich zurück: „Mein Sohn ist nur einmal klein“

16.04.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 7

Marvin Nowak zieht sich aus der Wunstorfer Kommunalpolitik zurück: Der Chef der Stadtratsfraktion der Grünen bewirbt sich nicht erneut um ein Mandat. In einer internen Erklärung nennt der 37-Jährige ausschließlich private Gründe.

16.04.2026
Achim Süß
2 Min.
Marvin Nowak (Archiv) | Foto: Süß

Wunstorf (as). Fünf Monate vor der Kommunalwahl und ein knappes Jahr nach Amtsübernahme konfrontiert der Fraktionsvorsitzende seine Partei mit einem ernsten Problem. Noch scheint völlig unklar, wer die neue Ratsfraktion führen oder in diese Funktion hineinwachsen könnte. Nowaks Entscheidung fällt in eine Phase, in der der Stadtverbandsvorstand um Anne Dalig und Reinhard Hüttermann Bewerbungen sichtet und die Aufstellung der Kandidatenlisten vorbereitet.

Der ohnehin komplizierte Vorgang wird nach Nowaks Ankündigung nicht leichter – umso mehr, als weitere Ratsmitglieder, die besondere Funktionen hatten oder haben, im September nicht wieder antreten. Nowak war im Mai 2025 zum Fraktionschef und damit zum Nachfolger von Dalig gewählt worden.

Noch bis zum Amtszeitende

Er will sein Amt bis zum Ende der Wahlperiode ausüben: „Mir ist wichtig, zu betonen, dass ich mein Mandat bis zum Ende der laufenden Amtszeit weiterhin mit voller Kraft, Verlässlichkeit und Engagement ausüben werde“, heißt es in der Nachricht, die Nowak am Mittwochabend an die Parteimitglieder verschickt hat.

In der Erklärung heißt es weiter: „Während der laufenden Wahlperiode bin ich Vater geworden. Künftig möchte ich mehr Zeit für meine Familie aufbringen.” Jeder politische Termin bringe Einschränkungen für seine Frau und seinen Sohn mit sich. „Und hier möchte ich bewusst andere Prioritäten setzen. Mein Sohn ist nur einmal klein – und diese Zeit soll ihm gehören“, erklärt Nowak.

Hinzu komme, dass er im Lauf der Wahlperiode auch „beruflich zusätzliche Verantwortung übernommen“ habe, die mit einem höheren Zeiteinsatz verbunden sei. In der Gesamtabwägung müsse er seine Ressourcen einteilen.

Nowak wörtlich: „Ich blicke mit Dankbarkeit auf die Wahlperiode. Besonders danke ich meiner Partei für eine lehrreiche und spannende Zeit sowie für das Vertrauen in meine politische Arbeit. Die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen – bis hin zum Fraktionsvorsitz –, war für mich eine besondere und prägende Erfahrung. Mein größter Respekt gilt allen Menschen, die sich ehrenamtlich vor Ort für unsere Demokratie einsetzen.“

Junge Menschen fehlen im Rat

Gleichzeitig sei ihm auch deutlich geworden, warum gerade junge Menschen in politischen Gremien kaum vertreten seien: Die Vereinbarkeit von Mandat, Privatleben und Beruf sei eine echte Herausforderung. Hier müsse „sich perspektivisch etwas ändern, wenn wir mehr junge Menschen für politisches Engagement gewinnen wollen“. Aktuell seien nur vier der 40 Ratsmitglieder unter 40 Jahre alt. Diejenigen, die von politischen Entscheidungen langfristig am stärksten betroffen sind, seien damit unterrepräsentiert.

Nowak: „Das sollte uns zu denken geben.“ Gleichzeitig würden sich große Themen und Herausforderungen stellen, „die von der Mehrheit in diesem Rat bislang nicht ausreichend und nachhaltig angegangen wurden“. Gerade deshalb wünscht er allen, „die weiterhin politische Verantwortung übernehmen, viel Erfolg, gute Entscheidungen und eine glückliche Hand für unsere Stadt“.

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Kommentare


  • Pia sagt:

    Am Ende bleibt eine ziemlich deutliche Botschaft: Ein grüner Fraktionschef hält es für richtiger, zugunsten seines Sohnes auf weitere grüne Politik zu verzichten. Das ist menschlich nachvollziehbar, aber politisch aufschlussreich. Denn damit sagt er unfreiwillig auch, dass die eigene politische Funktion offenbar nicht das ist, was er für die wichtigste Investition in die Lebenswirklichkeit seines Kindes hält.

    • Jerry M. sagt:

      Ich sehe da den Zusammenhang nicht.
      Wo ist denn die Zuwendung zur Familie ein politisches Statement? Herr Nowak gibt seinen Posten als Franktionsvorsitzenden auf, nicht sein Parteibuch zurück.

      • Pia sagt:

        Doch, der Zusammenhang ist ziemlich klar: Nicht erst der Parteiaustritt wäre politisch aussagekräftig. Schon der Verzicht auf die Fortsetzung einer politischen Führungsrolle mit der Begründung, Familie und Kind müssten Vorrang haben, ist eine politische Aussage über die Vereinbarkeit von Rolle und Lebenswirklichkeit. Genau darauf bezog sich mein Kommentar.

  • Ansgar L. sagt:

    Pia, deinen Grünen-Hass hast du ja bereits in anderen Artikeln mit deinen Agenda 2030 Kommentaren bewiesen. Könntest du vielleicht trotzdem noch deine letzten verbliebenen Gehirnzellen scharf schalten und realisieren, dass wir hier über den Posten des Fraktionsvorsitzenden der Grünen in fucking Wunstorf sprechen. Das ist ein Lokalpolitiker und nicht der Bundeskanzler, der den Klimawandel im Alleingang bewältigen kann. Wobei den gibt es deiner Ansicht nach ja bestimmt sowieso nicht ;)

    Wie man eine solche Entscheidung mit einer wirklich nachvollziehbaren Argumentation so darstellen kann, bleibt wohl dein persönliches Geheimnis.

    • Pia sagt:

      Auffällig ist weniger mein Kommentar als die Schärfe Ihrer Reaktion darauf. Wer sachlich widersprechen möchte, kann das tun. Persönliche Spitzen und gereizte Formulierungen deuten eher darauf hin, dass der angesprochene Widerspruch unangenehm ist, als darauf, dass er widerlegt wäre.

    • Hilde sagt:

      Sehr aufschlussreich!
      Bemerkenswert ist nicht nur die persönliche Schärfe, sondern auch die gedankliche Schlichtheit dahinter: Die Erwähnung der UN-Agenda 2030 wird sofort als „Grünen-Hass“ gelesen, als gäbe es politische Themen nur noch in Parteischubladen. Dazu kommt ein Tonfall mit „Gehirnzellen“ und „fucking Wunstorf“, der weniger nach Respekt gegenüber anderen Diskussionsteilnehmern oder diesem Ort klingt als nach bloßer Gereiztheit. Dass die Auepost so etwas nicht wegzensiert, kann man am Ende fast nur als liberalen Umgang mit Meinungsäußerung verbuchen.

    • Demokrat sagt:

      Bedenklich ist für mich hier weniger die ursprüngliche Aussage als die Art der Reaktion darauf. Jemand stellt eine naheliegende politische Frage, und sofort wird daraus angeblich „Hass“. Genau so stirbt sachliche Debatte: nicht durch unterschiedliche Meinungen, sondern durch dieses Schwarz-Weiß-Muster, in dem jede Abweichung moralisch pathologisiert wird.

      Ob es um Bundespolitik oder einen Fraktionsvorsitz in Wunstorf geht, ist dabei gar nicht der entscheidende Punkt. Auch Lokalpolitik darf politisch eingeordnet und kritisch diskutiert werden. Dafür ist sie da.

      Und wer dabei den eigenen Wohnort mit „fucking Wunstorf“ abqualifiziert, sollte sich vielleicht erst einmal fragen, welchen Beitrag er selbst gerade zur politischen Kultur leistet.

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