
Wunstorf (red). Die Freien Wähler in Wunstorf lehnen es ab, einem der Bürgermeisterkandidaten in Wunstorf von vornherein die Unterstützung auszusprechen.
„Der Bruch der Koalition aus CDU und SPD kommt für mich nicht überraschend. Viereinhalb Jahre Zusammenarbeit haben aus meiner Sicht nicht die notwendigen Impulse für unsere Stadt gebracht. Zentrale Themen wie die Schaffung von bezahlbarem Wohnraum sind nicht entscheidend vorangekommen“, sagt Kerstin Obladen, die Sprecherin der Freien Wähler Wunstorf.
Zudem beobachte sie parteipolitische Absprachen auf übergeordneter Ebene kritisch. Wenn politische Entscheidungen von taktischen Überlegungen geprägt seien, stärke dies nicht das Vertrauen der Bürger in eine unabhängige und transparente Politik.
Obladen hält es für wichtig, dass die Entscheidung für das Bürgermeisteramt allein von den Bürgern getroffen werde. „Die Freien Wähler werden keine Wahlempfehlung für einen Kandidaten aussprechen“, so die Ratsfrau. Die Menschen in Wunstorf sollten frei entscheiden, wem sie die Verantwortung für die Zukunft der Stadt übertrügen.
Ebenso argumentiert Rolf Herbort, der stellvertretende Vorsitzende der Freien Wähler in Wunstorf: „Das Bürgermeisteramt verpflichtet sich gegenüber den Bürgern und nicht gegenüber Parteien. Entscheidend sind Glaubwürdigkeit, Unabhängigkeit und die Bereitschaft, Verantwortung für Wunstorf zu übernehmen.
Die Freien Wähler schlagen sich somit nicht, wie von manchen erwartet, in Opposition zu Amtsinhaber Carsten Piellusch (SPD) automatisch auf die Seite von CDU-Bürgermeisterkandidat Martin Pavel. Dieser hatte zuletzt vor allem zum Thema Innenstadtsanierung einen Weg eingeschlagen, der auf eine breite Einbeziehung der in Wunstorf vertretenen politischen Strömungen baut – und dazu etwa auch die FDP und die Grünen umworben.
Einen eigenen Bürgermeisterkandidaten haben die Freien Wähler unterdessen nicht angekündigt.
So ein Unsinn. Von welchen, wenn nicht taktischen Überlegungen, ist denn die Nicht-Wahlempfehlung dieser Partei geprägt?