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Zwischen Russlandhaus und Stilles Bibern: Wadephul bringt große Politik an den Luther See

04.09.2026 • Achim Süß • 2 Min.Kommentare: 0

Vorläufiger Höhepunkt im Besuchsreigen Berliner Politprominenz im Kommunalwahlkampf: Außenminister Johann Wadephul (CDU) macht auf dem Weg ins heimische Schleswig-Holstein Station in Luthe, spricht über Weltpolitik und vieles mehr. Gut 200 Zuhörerinnen und Zuhörer quittieren seine Wahlhilfe für Martin Pavel mit tosendem Beifall und Hochrufen. 

04.09.2026
Achim Süß
2 Min.
Johann Wadephul mit Axel Eberhardt, Martin Pavel und Hendrik Hoppenstedt (v. r.) | Foto: Süß

Luthe (as). Der Mann hat ein anspruchsvolles, anstrengendes Amt, und das ist nicht vergnügungssteuerpflichtig. Gerade hat der Chef des Auswärtigen Amtes dem russischen Staatschef Putin die Zähne gezeigt und das Russlandhaus in Berlin geschlossen, am Vormittag hat er sich mit seinen Amtskollegen aus Paris und Warschau getroffen. Anlass: Das nach der thüringischen Kulturstadt benannte Weimarer Dreieck, ein Konsultationsbündnis, wird 35 Jahre alt.

Zeit für die Idylle

Jetzt findet Deutschlands oberster Diplomat Zeit für einen Besuch auf dem Hof der Familie Stille am Luther See, wo sich die Wunstorfer CDU versammelt hat. Anders als wegen der Weltlage befürchtet, kommt Wadephul nicht zu spät oder gar nicht, sondern viel früher als erwartet. So bleibt Zeit für einen Rundgang und Blicke auf die idyllische Landschaft an der Wasserfläche.

Der Außenminister – immer noch im tadellosen mittelblauen Dienstanzug – zeigt sich bemerkenswert entspannt. Beim Gang durch die wartende Menge, beim Händedruck mit Wildfremden, beim Gespräch mit einer politisch engagierten Lehrerin, die sich um afghanische Menschen sorgt und bei den obligatorischen Erinnerungsbildern: „Wir machen alles!“, ermuntert er die Fotografen. Locker, nahbar und völlig frei von den Allüren vieler Politprofis.

Beistand für den „lieben Martin“

Bei allem bleibt noch Zeit, ein paar Schritte zur Seite zu treten, um sich vertraulich mit einem „lieben Freund“ auszutauschen: Der Bundestagsabgeordnete Hendrik Hoppenstedt ist gekommen – Unterstützung für Martin Pavel ist angesagt. Der 41-jährige CDU-Chef soll Bürgermeister werden.

Feines Leinen stellt die Weberei Seegers aus Steinhude her: für das Auswärtige Amt und speziell für Johann Wadephul, hier mit Martin Pavel | Foto: Süß

Das ist offenbar auch Wadephuls Anliegen. Mit warmen Worten lobt er den Einsatz der Familie Stille, der Luther CDU bei diesem Wahlkampftermin und den „lieben Martin“, den er bald als Rathauschef sehen möchte. Aber der Mann aus Berlin hat noch weitere Botschaften.

Immer wieder von starkem Beifall unterbrochen, erklärt er seine Ostpolitik, seine „Außenpolitik ohne erhobenen Zeigefinger“, warnt vor der AfD und verlangt von Deutschland einen „Mentalitätswandel“: „Einfach mal wieder Dinge machen“ – ohne Vorschriftendschungel und Paragrafengewirr. Eine knappe Stunde spricht er völlig frei, betont sachlich. Seine Sätze sind einfach, klar und ohne jede Polemik. 

„Ohne erhobenen Zeigefinger“: Johann Wadephul in Luthe | Foto: Süß

Der 63-jährige Husumer – promovierter Jurist, ehemaliger Landtagsabgeordneter und Generalsekretär der CDU in Kiel – hat viele Ämter ausgefüllt. Er hat sich offensichtlich Natürlichkeit und Authentizität bewahrt. Dabei hätte er Veranlassung, Stolz zu zeigen: Wadephul ist seit 60 Jahren der erste Außenminister der CDU. Gerhard Schröder aus dem Adenauer-Kabinett war 1961 bis 1966 ein früher Vorgänger.

Biber – nicht Otter

Nur ein einziges Mal passiert Wadephul in Luthe in Stilles Scheune ein Lapsus: Er schildert seine Stippvisite am See, wo er Luther Angler getroffen hat, preist ihre Aktivitäten, die „Otter“ zu schützen. „Biber“ souffliert Hoppenstedt lächelnd aus der ersten Reihe: „Biber!“

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