
Wunstorf (red). Die Masche ist alt und wird doch weiterhin versucht: Unternehmen bekommen per Brief oder E-Mail ein Formular zugeschickt, in dem um die Vervollständigung der Firmendaten gebeten wird – beispielsweise, um einen Eintrag in einem Firmenverzeichnis zu bestätigen oder zu aktualisieren.
Manchmal sind die Schreiben so clever gestaltet, dass sie sogar den Eindruck erwecken, von einer offiziellen Stelle verschickt worden zu sein – so dass die Empfänger auf die Idee kommen, dass sie sogar zur Antwort verpflichtet sind.
Oft werden solche Schreiben massenhaft und wahllos an möglichst viele Firmen verschickt, in der Hoffnung, dass die so Angeschriebenen einfach anbeißen. Manchmal sind es aber auch konkrete Anlässe, in deren Fahrwasser die Briefeschreiber agieren. Wie auch jetzt beim im Mai wieder anstehenden Wunstorfer Wirtschaftswochenende.
So haben Wunstorfer Unternehmen, die in der Vergangenheit bereits beim „WuWiWo“ dabei waren, dieser Tage Post bekommen. Darin steckte ein schon teilweise mit den jeweiligen Firmendaten vorausgefülltes Formular, das ergänzt, unterschrieben und zurückgeschickt werden soll.
Wer das tut, bestätigt jedoch nicht seinen Eintrag im WuWiWo-Ausstellerverzeichnis, sondern hat in diesem Fall mit einer in der Karibik ansässigen Firma einen Werbevertrag geschlossen.
Erst im Kleingedruckten steht dann, was es mit dem vermeintlichen Registereintrag auf sich hat: Die Angeschriebenen binden sich damit langfristig über mehrere Jahre an einen Werbevertrag – im konkreten Fall für 3 Jahre soll man sich verpflichten. Und die Kosten sind happig: über 3.500 Euro werden mit der Unterschrift fällig.
Als Gegenwert bekommt man dann lediglich einen Geschäftseintrag in einer „internationalen“ Online-Datenbank, deren Nutzen gerade für örtliche Unternehmer recht zweifelhaft ist. Und die Verwendung der eigenen Logos und Website-Firmenfotos hat man den Trittbrettfahrern dann nebenbei auch noch gleich erlaubt. Diese können perfiderweise dann von diesen genutzt werden, um weitere Firmen in die Falle zu locken, indem ein relevant wirkendes Firmendatenangebot zusammengestellt wird.
„Das kommt nicht von uns“
Manfred Henze, WuWiWo
Mit der eigentlichen Messe hat die Offerte natürlich überhaupt nichts zu tun. Das ist in den Briefen sogar erkennbar. Doch ein anderer Eindruck wird erweckt, da der Hinweis auf das Wunstorfer „WuWiWo“ so geschickt im Briefkopf platziert ist, dass es sich auf den ersten Blick wie eine Absenderangabe liest. Der Eindruck kann entstehen, dass es sich hier womöglich einfach um eine Nachfrage zum Eintrag im Wunstorfer Messeverzeichnis handelt.
Auf den Trick sind Wunstorfer Unternehmen im hektischen Firmenalltag beinahe schon hereingefallen. Deshalb warnt das Wunstorfer Wirtschaftswochenende nun noch einmal ausdrücklich vor dieser Masche und distanziert sich von derartigen Firmen.
„Das kommt nicht von uns“, betont Manfred Henze vom Messeveranstalter KONTOR3. Einträge in der Wunstorfer Messeliste seien für die Messeteilnehmer immer kostenlos, und es würden auch keine Ausstellerdaten an solche Firmeneintragsunternehmen weitergegeben. „Es entsteht der Eindruck, dass diese Schreiben von KONTOR3 stammen bzw. dass diese Firmen für uns tätig sind. Dies trifft nicht zu!“, sagt KONTOR3 ausdrücklich.
In den vergangenen Jahren habe es immer wieder solche Versuche gegeben, berichtet Henze der Auepost, immer habe man davor gewarnt. Im letzten Jahr blieb die Messe offenbar davon verschont, es wurden keine Fälle dieser Art von Geschäftemacherei bekannt – nun scheint die Masche wieder aufzutauchen.
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